Kletterhelme im Test

Kletterhelm-Test: 10 aktuelle Helme im Überblick


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Tete d'Aval Briancon alpines Sportklettern mit Helm
Foto: Sarah Burmester

 

Kletterhelm Test
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Deckel drauf… und gut? Nicht ganz. Ein Helm soll beim Klettern und Bergsteigen nicht nur den Kopf schützen, sondern auch leicht und angenehm zu tragen sein. Wir haben zehn aktuelle Helme zum Klettern getestet.
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Kletterhelm-Test aus klettern 1-2015

Raus aus den Schuhen, runter mit dem Helm, waren früher die einzigen Gedanken, die einem nach dem Ausstieg aus einer sonnendurchfluteten Südwand durch den weichgekochten Kopf gingen.

Ersteres gilt noch immer, hinsichtlich der Kopfbedeckung kann es heute jedoch passieren, dass man erst beim Anblick des eigenen Konterfeis im spiegelnden Hüttenfenster bemerkt, dass das eigene Haupt noch immer schützend mit dem Kletterhelm bedeckt ist.

Die Weiterentwicklung der vor knapp 20 Jahren eingeführten Inmolding-Technik macht moderne Helme fürs Klettern derart leicht, luftig und komfortabel, dass man sie kaum noch wahrnimmt.

Technologie der Kletterhelme: Inmolding oder Hybrid

Bei der Inmolding-Technologie wird eine dämpfende Schicht aus Styropor in eine dünne Schale aus Polycarbonat gespritzt. Dadurch sind Inmolding-Helme im Durchschnitt rund 100 Gramm leichter als sogenannte Hybrid-Helme mit einer robusten, stoßfesten Schale, in die nur über dem Kopf ein Styropor-Einsatz zur Dämpfung eingebaut ist.

Hybrid-Helme haben den Vorteil, dass sie deutlich robuster im Alltagsgebrauch sind, während man mit Inmolding- Modellen sorgfältig umgehen sollte. Letztere müssen zudem nach einem kräftigen Einschlag ausgetauscht werden. Dafür bieten die Kletterhelme auf Inmolding-Basis einen besseren Seitenaufprallschutz, mehr Klimakomfort und eben die erwähnte Gewichtseinsparung.

Normierter Komfort

Seit unserem letzten Kletterhelm-Test im April 2013 wurde die Helmwelt nicht revolutioniert, und auch in Sachen Leichtgewicht gibt es keine neuen Rekorde zu vermelden.

Dafür haben sich die Helmhersteller bemüht, den Klimakomfort weiter zu optimieren – sprich mehr und größere Ventilationsöffnungen zu integrieren und trotzdem die Stabilitätskriterien der CE-Norm EN 12492 für Bergsteigerhelme zu erfüllen. Diese sieht vor, dass maximal 10 kN auf den Kopf einwirken, wenn ein fünf Kilogramm schwerer Brocken aus zwei Metern Höhe auf dem Helm einschlägt.

Zusätzlich muss ein Kletterhelm seitliche Aufprallversuche, einen Durchdringungstest sowie Prüfungen der Gurte und des Sitzes auf dem Kopf bestehen. Etwas schärfer ist die freiwillige UIAA-Norm 106, die eine maximale Krafteinwirkung von 8 kN auf den Kopf zulässt. Sechs der zehn Helme im Test genügen auch dieser Anforderung.

Komplett neu im Helmgeschäft ist die französische Firma Beal, die mit zwei Modellen im Testfeld vertreten ist. Auch die beiden Helme von Mammut hatten wir bislang noch nicht getestet. Überarbeitet wurden die Kletterhelme von Camp, Petzl und Salewa.

Bereits 2013 vertreten waren der Vector von Black Diamond und der Edelrid Shield II (neue Farben). Der Grivel Air Tech ist sogar noch länger im Programm der Italiener. Ganz neu ist dagegen der Einsatz von Magnetverschlüssen an den Kinngurten, wodurch diese sich selbst mit Handschuhen problemlos schließen lassen. Diese Technik kommt bei den getesteten Helmen von Beal, Petzl und Salewa zum Einsatz.

Kletterhelme im Test: Fazit und Empfehlungen

Nimmt man Klima, Komfort, Gewicht, Bedienung sowie größtmögliche Robustheit zusammen, konnten uns drei „alte“ Bekannte am meisten überzeugen. Die fünfte Generation des Petzl Meteor überzeugt durch Leichtigkeit, tolles Klima und besten Komfort. Der nicht ganz so leichte Black Diamond Vector ist eine prima Wahl für eher breite Köpfe, der noch etwas schwerere Shield II von Edelrid besticht vor allem durch seinen satten Sitz und die üppige Polsterung.

Aber auch die Helm-Newcomer von Beal landen mit dem Atlantis gleich einen echten Hit – und das zu einem Knallerpreis. Ein feiner, allerdings gewichtiger Helm ist auch der Mammut Alpine Rider. Nur ist der eben für den Winter und da vorrangig für Skitourengänger konzipiert. Aufsetzen und vergessen, dass man einen Helm trägt, wird mit ihm kaum passieren.

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Fotostrecke: Klettergurte (Bilder & Info)

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Klettergurt-Test Foto: Hersteller
Klettergurt-Test Foto: Hersteller
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Die einzelnen Kletterhelme im Test:

04.03.2015
Autor: Steffen Kern
© klettern
Ausgabe 01/2015