Kletter-Rucksäcke im Test

Getestet: Rucksäcke fürs Sportklettern


Zur Fotostrecke (9 Bilder)

Kletter-Rucksäcke im Test
Foto: Redaktion klettern

 

Kletter-Rucksäcke 2014
Foto: Arcteryx

 

Kletter-Rucksäcke 2014
Foto: Black Diamond

 

Kletter-Rucksäcke 2014
Foto: Camp

 

Kletter-Rucksäcke 2014
Foto: Edelrid
Kletterschuhe, Chalkbag, Gurt und eventuell noch Kletterseil - das muss alles rein. In den Kletter-Rucksack. Speziell auf die Bedürfnisse von Sport- und Hallenkletterern zugeschnittene Rucksäcke haben wir getestet.
Zu den getesteten Produkten

In diesem Test haben wir die aktuellen Rucksäcke fürs Sportklettern verglichen. Die Rucksäcke kommen leicht und praktisch daher, die meisten orientieren sich an den Bedürfnissen beim Klettern in der Kletterhalle oder beim Sportklettern. Aber: Sie unterscheiden sich vom klassischen Rucksack fürs Alpin-Klettern.

Eigentlich spricht beim Hallenklettern wenig für den Lasttransport auf dem Rücken. Da zählt deutlich mehr, dass man vor Ort einen leichten Zugriff auf die Kletter-Ausrüstung hat, nicht lang nach Tape, Chalk und Co. suchen muss und dass man seine sieben Sachen möglichst mit einem Griff kurze Strecken transportieren kann.

Dem tragen immer mehr Rucksack-Hersteller Rechnung und bieten Kletter-"Taschen" an, die speziell für die Kletterhalle oder für Sport-und Hallenklettern konstruiert sind. Einige Rucksäcke besitzen Tragegriffe, lassen sich komplett aufklappen, innen finden sich Materialschlaufen für die Exen und auch Fächer für Schuhe, Chalkbag und Smartphone. Und bei manchen Rucksäcken ist sogar eine Seilplane inklusive.

Ein Rucksack für alles?

Wieviel Bedienkomfort ein Rucksack besitzen muss, ist Geschmackssache. Manche Kletterer stehen auf pedantische Ordnung und Komfortlösungen, anderen ist es viel wichtiger, dass der Kletter-Rucksack nicht nur am Plastik und beim Sportklettern für Bequemlichkeit sorgt, sondern auch für alpine Sportkletterrouten oder gar richtige alpine Unternehmungen zu verwenden ist.

Deshalb haben wir mit den Modellen von Black Diamond, Marmot und Mountain Hardwear auch drei Rucksäcke ins Feld aufgenommen, die multifunktional respektive eher alpin ausgerichtet sind. Aber egal, wofür ein Rucksack konzipiert ist, die Features und die Konstruktion müssen für den gedachten Einsatzzweck tauglich sein. Ein Beispiel: Der Edelrid Crag Bag II als Ruck-und Seilsack-Zwitter ist prinzipiell eine feine Idee. Beim Einsatz draußen tauchen aber grundlegende Probleme auf: Wo verstaue ich meine Jacke, wenn ich vom matschigen Wandfuß loslegen will?

Auch muss der Rucksack genügend Platz für den angepriesenen Einsatz bieten. Wer mit den Modellen von Edelrid, Millet und Skylotec einen herbstlichen Tag am Schleier Wasserfall verbringen will, wird spätestens beim Packen merken, dass es mit Daunenjacke und Verpflegung verdammt eng wird. 30 Liter sind äußerst knapp bemessen für einen ganzen Tag am Fels. Und beim 45-minütigen Zustieg hinauf zum „Schleier“ könnte bei den drei Modellen ebenso wie bei den Rucksäcken von Camp, Mammut und Mountain Hardwear die Last aufgrund fehlender Hüftflossen zunehmend für Unlust sorgen.

Fazit und Empfehlungen

Unsere Empfehlungen und Preistipps haben wir vorrangig hinsichtlich des Einsatzes in der Halle und beim Sportklettern vergeben. Bedienkomfort und ein stimmiges Gesamtkonzept waren dabei die wichtigsten Kriterien. Wer seinen Fokus eher auf Tragekomfort oder Vielseitigkeit richtet, wird sicher unter den anderen Modellen fündig.


14.03.2014
Autor: Steffen Kern
© klettern
Ausgabe 02+03/2014