Klemmkeile zum Selbst-Absichern beim Klettern (Marktüberblick)

Marktüberblick Klemmkeile


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Klemmkeile & Klemmgeräte fürs Klettern
Foto: Black Diamond

 

Klemmkeile & Klemmgeräte fürs Klettern
Foto: Volker Leuchsner

 

Klemmkeile & Klemmgeräte fürs Klettern
Foto: Volker Leuchsner

 

Klemmkeile & Klemmgeräte fürs Klettern
Foto: Volker Leuchsner

 

Klemmkeile & Klemmgeräte fürs Klettern
Foto: Volker Leuchsner
Ob beim Tradklettern oder zur zusätzlichen Absicherung: hier zeigen wir aktuelle Klemmkeile und was sie können.

Klemmkeile sind vom Prinzip her genial einfach. Doch bis zu den modernen Formen war es ein weiter Weg. Die ersten Keile benutzten britische Kletterer: Sie banden eine Schlinge durch Sechskantmuttern. Erste industriell gefertigte Klemmkeile vertrieb die britische Firma Troll ab den 60er-Jahren, in den Siebzigern kamen von Chouinard Equipment, heute Black Diamond, die ersten Hexentrics auf den Markt.

Anfang der 80er erfand Wild Country die konvex/konkav-gewölbte Keilform, die heute bei den meisten Keilen Standard ist. Mit dem Tricam tauchte eine Keilvariante auf, die durch die Drehmomentwirkung auch als Zwischending zwischen Keil und Klemmgerät betrachtet werden kann. Hinzu kamen schließlich noch die geschmiedeten Mikrokeile, bei denen das Kabel direkt im Keil befestigt ist.

Größe und Material
Klemmkeile kommen von winzig bis riesig daher. Auf einen vereinfachten Nenner gebracht, lässt sich sagen: Mikrokeile sowie teilweise auch die kleinsten Größen der Standardserien dienen vorwiegend Spezialanwendungen, in der Regel kommen sie beim technischen Klettern zum Einsatz. Die kleinsten Keile sind schon aufgrund ihrer geringen Haltekräfte von rund 2 kN nur als Fortbewegungsmittel brauchbar. Ab 4 kN halten sie kleinere Stürze und ab 8 bis 10 kN ist es dann richtig solide, sofern der Keil optimal gelegt ist.

 

technische Daten Klemmkeile
Foto: Magazin klettern Kenndaten der Klemmkeile im Überblick. Im Detail auch in obiger Fotostrecke zu finden.

Die meistgebrauchten Keile sind in der Regel mittlere Größen. Einige Hersteller bieten deshalb neben Komplettsets auch Auswahlsets mit den gängigsten mittleren Größen an. Diese eignen sich sowohl als Erstausstattung für den Einsteiger als auch als Zusatzausstattung für den Besuch in keilzehrenden Klettergebieten. Die normalen Drahtkabelklemmkeile in Stopperform decken Rissbreiten bis rund 3,5 Zentimeter ab. Bei breiteren Rissen lassen sich fast immer Friends, Camalots oder Klemmgeräte anderer Hersteller einsetzen.

Eine preiswerte, allerdings etwas weniger flexible Alternative sind Hexentrics, die bis neun Zentimeter Breite angeboten werden. Nur die Tricams sind noch größer. Alle vorgestellten Standardkeile und Hexentrics sind aus Aluminium gefertigt, das den besten Kompromiss zwischen Gewicht und Festigkeit bietet. Bei den Mikrokeilen kommen aber auch Messing-/Stahlmischungen zum Einsatz. Die ersten Mikrokeile waren aus Bronze, einem relativ weichen Metall, das zwar den Vorteil bot, dass sich kleine Unebenheiten am Fels in das Metall „bissen“, wodurch der Keil besser saß. Im Sturzfall bot er allerdings nicht genügend Haltefestigkeit.

Klemmkeile legen

Durch die konkav/konvexe Form liegt der Keil theoretisch an drei Punkten im Riss auf, einem an der konvexen Außenseite und zweien (oben und unten) an der konkaven Innenseite, was ihm stabilen Sitz verleiht. Auch Hexentrics werden deswegen teilweise mit gekrümmten Seitenflächen angeboten. Das Quer- zu Längsverhältnis des Keilgrundrisses hat verschiedene Auswirkungen: Ein eher rechteckiger, „breiter“ Grundriss führt dazu, dass sich mit quer- und längsgelegtem Keil zwei ziemlich verschiedene Rissbreiten bedienen lassen.

Allerdings neigt der quergelegte Keil zu einer etwas instabilen Lage. Durch einen eher quadratischen Grundriss lässt sich Material einsparen und der Keil passt besser in flache Placements. Mikrokeile fürs technische Klettern sollten generell asymmetrisch sein. Sitzen doch die sogenannten Offset-Modelle auch in den seichten und leicht nach außen offenen Hakenlöchern an El Cap und Co., wo ihre symmetrischen Vorfahren nur wackelten oder gar herausrutschten. Während heute die normalen Keilformen sowie alle Mikrokeile mit Drahtkabel geliefert werden, hat man bei den großen Hexentrics die Wahl zwischen Drahtkabel oder eingenähter Dyneema-Schlinge. Mit Schlingen versehene Keile haben den Vorteil, dass der nach oben gerichtete Seilzug beim Weiterklettern über die Schlinge weniger stark auf den Keil übertragen wird, wodurch die Schlingenkeile etwas stabiler liegen.

Sinnvoll im Set
Für die Erstausstattung lohnt sich auf jeden Fall der Kauf eines Keilsets, da hier die Größen aufeinander abgestimmt sind und es einfacher ist, sich an den Umgang mit nur einer Keilspezies zu gewöhnen. Die Farbkodierung der einzelnen Größen erleichtert ebenfalls den Umgang. Alle großen Hersteller bieten heute Sets mit unterschiedlichem Umfang an. Wer viel in Routen unterwegs ist, die das Sichern mit Keilen verlangen, wird sich nach und nach auch den einen oder anderen Spezial- oder Mikrokeil zulegen.

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Klemmkeile Rückruf Wild Country 2013 Foto: Wild Country
Klemmkeile Rückruf Wild Country 2013 Foto: Wild Country
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Karabiner Ausrüstung Klettern Foto: www.klettern.de
Karabiner Ausrüstung Klettern Foto: www.klettern.de
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31.10.2014
Autor: Volker Leuchsner
© klettern
Ausgabe 07 + 08/2014