12 Softshells im Test

Test: Softshelljacken fürs Klettern


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Softshelljackentest

 

Sommer-Softshells im klettern-Test
Foto: Hersteller

 

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In den Bergen oder in der Übergangszeit: Neben der Daunenjacke ist die Softshell die wichtigste Funktionsjacke fürs Klettern. Wir haben 12 Softshelljacken für euch getestet.
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Softshelljacken sind nichts Neues - aber beim Klettern das vielleicht wichtigste Funktionsteil überhaupt. Denn ob Hardshells, innovative Isolations-Jacke oder Superleicht-Regenjacke: Sie alle versagen, wenn beim alpinen Klettern rauer Felskontakt droht und eine optimale Kombination aus einem gewissen Wetterschutz und möglichst großer Atmungsaktivität und Dampfdurchlässigkeit gefragt ist. Dann schlägt die Stunde der Softshells, den Vielseitern unter den Outdoor-Jacken.

Softshells are not dead

Dass die Existenzberechtigung der Softshelljacken nach wie vor unbestritten ist, beweist unser Test: Selten hatten wir ein ein derart vielfältiges und hochwertiges Testfeld – von soliden, unzerstörbar wirkenden Textilien bis zu pfiffigen Leichtjacken, von mäßig windabweisend bis absolut winddicht, von gewebten Softshells bis zu Hybrid-Modellen mit Drei-Lagen-Konstruktion an besonders exponierten Stellen.

Klettern heißt frei sein

Hinsichtlich der Performance beim Klettern gab es aber doch deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Während man bei einigen Jacken auch bei raumgreifenden Kletterbewegungen kaum merkt, dass man sie an hat, schränken andere die Beweglichkeit spürbar ein; oder erfordern einen höheren Kraftaufwand, weil es beim Tragen eines Klettergurts darüber ordentlich an den Schultern spannt.

Unter die Rubrik „unauffälliger Begleiter“ fallen vor allem die Jacken von Arc‘teryx, Black Diamond, Mountain Equipment und Outdoor Research, aber auch die Modelle von Millet, Rab und The North Face schränken den Bewegungsradius ihrer Träger kaum ein.

Gewicht versus Robustheit

Die 502 Gramm des Purgatory Jackets von The North Face belasten aber natürlich mehr als die 210 Gramm des Fliegengewichts Alpine Start Hoody von Black Diamond. Dafür zählt die Jacke von The North Face mit der Ducan Softshell von Vaude, dem Ultimate Light Hoody von Mammut und dem LTK Hybrid Neo Jacket von Millet zu den robustesten Modellen im Feld.

Wetterschutz und Klimakomfort

In Sachen Nässeschutz beweisen alle Hersteller, dass moderne Imprägnierungen selbst gewebte Softshells einige Zeit gegen mäßigen Regen abdichten können. Die Unterschiede im Testfeld waren in dieser Hinsicht nicht allzu groß – auch nachdem wir alle Modelle dreimal auf rechts gewaschen hatten, boten alle zwölf Jacken schwachem Regen eine Weile Paroli.

Besonders wind- und wetterfest zeigten sich die Gore-Windstopper-Modelle von Adidas und Mammut sowie die Jacken von Millet, Rab, The North Face und Vaude. Letztere benötigte jedoch ziemlich lang zum Trocknen. Neben einem möglichst wetterresistenten Textil spielt der Schnitt von Kragen und Kapuze eine wichtige Rolle beim Wetterschutz, da diese den kälteempfindlichen Kopf schützen sollen – mit oder ohne Helm darunter.

Natürlich kann man den Helm auch über der Kapuze tragen, aber wer will schon beim Wechsel zwischen kühlem Standplatz und schweißtreibender Kletterei ständig den Helm abnehmen und ihn womöglich in der Tiefe verschwinden sehen? Wirklich helmtaugliche Kapuzen bieten die Jacken von Arc‘teryx, The North Face und Mountain Equipment, letztere sogar in Perfektion.

Möglichst wetterfest zu sein und trotzdem viel Luftzirkulation und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement zu gewährleisten – das ist die große Herausforderung bei der Konstruktion von Softshells. In Sachen Klimakomfort profilierten sich vor allem die Jacken von Arc‘teryx, Black Diamond, Mountain Equipment und Outdoor Research. Bei diesen sowie bei den Modellen von Rab und Vaude lassen sich auch die Ärmel über die Ellbogen hochschieben. Bei den anderen sechs Jacken ist dies leider nicht möglich.

Fazit und Empfehlungen

Ob ihr mehr Wert auf Wetterschutz, Klimakomfort oder Kletterperformance legt, hängt von eurer Verwendung ab. Für den alpinen Klettereinsatz sollte das Gesamtpaket aber möglichst ausgewogen sein. In dieser Hinsicht überzeugten uns das Arc‘teryx Gamma SL Hybrid Hoody und das Alpine Start Hoody von Black Diamond sowie das Mountain Equipment Squall Hooded Jacket als luftigleichte Lösungen am meisten.

Wer‘s etwas wetterfester haben, bei Kletterperformance und Klima aber möglichst wenig Abstriche machen will, der liegt beim Millet LTK Hybrid Neo Jacket von Millet und dem Rab Vapourrise Lite Alpine Jacket richtig.


13.10.2015
Autor: Steffen Kern
© klettern
Ausgabe 06/2015