Softshells im Test

Für Wind und Wetter

Weich, warm und winterfest: acht aktuelle Hightech-Kapuzenjacken für die kalte Jahreszeit im Test
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Eisklettern Ouray Colorado
Foto: Arc'teryx Außen kalt, innen warm: Ein Fall für Frau Softshell.

Kein anderes Kleidungsstück hat eine derart steile Karriere hingelegt wie die sogenannte Softshell. Knapp acht Jahre nach ihrer Einführung auf den Markt gehören sie bei Alpin- und Sportkletterern genauso wie bei Boulderern zur Standardausrüstung und haben die traditionellen Fleece-Jacken weitgehend verdrängt. Denn anders als diese spenden sie nicht nur Wärme, sondern schützen auch vor Wind, Schnee oder Nieselregen und erübrigen so bei wechselhaftem Wetter ein ständiges An- und Ausziehen der Funktionsjacke – zumindest solange es nicht in Strömen regnet oder arktische Temperaturen herrschen. Hinzu kommt der weiche Griff des Materials, ein hoher Tragekomfort und idealerweise eine hohe Dampfdurchlässigkeit.

Gemeinsam mit unseren Kollegen von der Zeitschrift outdoor haben wir eine Reihe aktueller Soft­shells zwischen 180 und 375 Euro im winterlichen Einsatz in der Praxis und im Labor getestet.

Passend zur kalten Jahreszeit kamen dabei nur gefütterte und winddichte Modelle zum Einsatz, die zudem alle über eine Kapuze verfügen. Vier der acht Jacken sind komplett aus Gore Windstopper Softshell gefertigt, beim Modell von Mountain Equipment wird das Gore-Material durch Einsätze aus sehr atmungsaktivem Polartec Powershield an der Seite ergänzt, Bergans, Mountain Hardwear und The North Face setzen ganz auf Gewebe aus eigener Produktion.

Ob eine Softshell-Jacke auch Nieselregen möglichst lange abhält, hängt dagegen weniger vom Gewebe als von der Qualität und Langlebigkeit der Imprägnierung ab. Hier zeigten sich bei den acht Jacken deutliche Unterschiede: Hielten manche Modelle wie die von Arc‘teryx, Mountain Hardwear oder The North Face auch stundenlangem Nieselregen problemlos stand, drang bei anderen Jacken die Feuchtigkeit schnell über Nähte oder Logos ein. Wetterschutz bedeutet aber auch, dass sich Ärmelbündchen gut verschließen lassen und Kapuze und Kragen Hals und Kopf zuverlässig schützen. Vorbildlich geschieht dies beispielsweise bei der Stranda von Bergans.
Da komplett winddichte Softshells in Sachen Dampfdurchlässigkeit mit ihren nur windabweisenden Pendants nicht mithalten können, sollen bei sieben der acht Jacken Ventilationsreißverschlüsse unter den Achseln, sogenannte "Pitzips", für Luftaustausch bei starker körperlicher Anstrengung sorgen. Nur Mountain Equipment verzichtet beim Shield Jacket ganz auf solche Belüftungsschlitze.

Neben Wetterschutz, Trage- und Klimakomfort floss noch die Bedienbarkeit von Reißverschlüssen und Regulierungen in die Bewertung ein und ob die Taschen auch mit Rucksack oder Klettergurt darüber zugänglich sind. Das Ergebnis überrascht. Vor allem weil einige der günstigen Jacken besser abschnitten als ihre hochpreisigen Kollegen. Insbesondere die Stranda von Bergans überzeugte mit rundum guter Performance und dies zu einem wirklich fairen Preis. Auch die beiden anderen Modelle unter 300 Euro, das Mercurial Jacket von Mountain Hardwear und die Adidas Terrex Windstopper, hinterließen einen ordentlichen Eindruck. Von den teureren Modellen schnitt die Venta SV von Arc‘teryx am besten ab.

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Ausgabe 2+3/2010/2010