Kletterhosen im Test

Hosen zum Klettern und Bergsteigen im Test

Matthias Trottmann klettert am Titlis
Foto: Klaus Kranebitter
Ob sie nun wärmen oder Wind und leichten Regen abhalten sollen oder nicht, hängt vom Einsatzgebiet ab. Die Bewegungsfreiheit einengen dürfen Kletterhosen aber auf keinen Fall.
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Zehn aktuelle Kletterhosen im Test

Wenn es beim Ausspreizen spannt, und das zweite Bein partout nicht auf die andere Seite will oder beim Bouldern der Foothook nicht über den Kopf, dann kann das zwei Ursachen haben: zum einen mangelnde Beweglichkeit, zum anderen ein ungeeignetes Beinkleid. An den hier vorgestellten Hosen liegt es definitiv nicht. Denn, so viel vorweg, alle zehn Modelle machen jede noch so abgefahrene Bewegung mit.

Unsere Auswahl reicht von Modellen für alpine Unternehmungen wie die Hosen von Salewa, Berghaus oder Millet, über luftig leichte Allrounder, die mit ihrer Imprägnierung auch noch ein gewisses Maß an Wetterschutz bieten, bis hin zu reinen Kletterhosen für trockene Bedingungen wie die Modelle von Vaude, The North Face oder Directalpine. Von sehr robust wie die Hosen von Salewa, Directalpine oder Millet bis zu den Federgewichten von Patagonia, Marmot oder Vaude.

Bauch, Beine, Po
Mit Kletterhosen ist es wie mit Kletterschuhen, sie sollten vor dem Kauf anprobiert werden. Denn die Hersteller arbeiten mit einer Reihe unterschiedlicher Größensysteme und Tabellen, Bundweiten und Beinlängen. Der Schnitt reicht von eng anliegend wie bei der Vintanido Pant von Salewa über sehr schlank wie bei der Rock Guide Pant von Patagonia bis zu modisch weit wie bei der Verdon Pant von Vaude. Letztere macht durch den weiten Schnitt die fehlende Elastizität des Materials wett und kann so in Sachen Bewegungskomfort mit den Stretchhosen mithalten.

Besonders breit und flach fällt der Bund bei den Hosen von Berghaus und Mammut aus. Beide sitzen hoch auf der Hüfte. Da rutscht auch mit Rucksack nichts. Ob man einen geschlossenen Bund wie bei den Modellen von Adidas oder Salewa oder einen offenen vorzieht, ist Geschmacksache. Ein elastischer Bund macht die Hose flexibler und die Größenauswahl etwas leichter. Ist dies, wie bei der Rockstar Pant von Marmot oder der Hose von Patagonia nicht der Fall, muss die Hose genau passen oder es muss ein Gürtel zur Regulierung her.

Wind und Wetter
Die Bewertung des Wetterschutzes ist eine Kombination aus Winddichtigkeit und Empfindlichkeit gegen Nässe, denn keine dieser Hosen ist wasserdicht und sie sollen es auch nicht sein. Winddicht sind dagegen alle. Nur der Materialmix der Vintanido Pant von Salewa lässt an manchen Stellen etwas Wind durch. Dafür isoliert die Hose aber ausgesprochen gut. Erstaunlich ist, wie gut der größte Teil der Hosen imprägniert ist und Nieselregen oder selbst kurze, leichte Schauer abhält. Keinen Nässeschutz bieten die Modelle von Directalpine, The North Face und Vaude. Bei der Nobu Pant von Mammut hält nur eines der beiden verwendeten Materialien Nässe ab. Wer trotz Blick auf die Wetterkarte nass wird, freut sich, wenn die Hose anschließend in möglichst kurzer Zeit wieder trocknet. Bei den Modellen von Directalpine, Mammut, Marmot, Millet und Patagonia geht das besonders schnell.

Hosen für jeden Zweck
Vom Alpinisten über den Genießer am Fels bis zum Blockfan dürfte in unserer Auswahl jeder eine passende Hose finden. Dabei sind viele der Modelle nicht auf einen Einsatzzweck begrenzt. Und wenn es dann im Kamin oder beim Bouldern trotzdem an den Beinen spannt, wird es eventuell Zeit, Dehnübungen ins Training einzubauen.


Kletterhosen im Test:

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Inhaltsverzeichnis

08.09.2011
Autor: Volker Leuchsner
© klettern