Kletterhosen 2016

26 Kletterhosen auf einen Blick (+ Kaufberatung)


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Klettern in der Boulderhalle
Foto: Ralph Stöhr

 

Kletterhosen fürs Training, Bouldern und die Kletterhalle
Foto: Salewa

 

Kletterhosen fürs Training, Bouldern und die Kletterhalle
Foto: Red Chili

 

Kletterhosen fürs Training, Bouldern und die Kletterhalle
Foto: Prana

 

Kletterhosen fürs Training, Bouldern und die Kletterhalle
Foto: Patagonia
Ob Klettern oder Bouldern, welche Kletterhose was am besten kann, haben wir geprüft. Plus: Worauf man beim Kauf einer Kletterhose bei Form und Funktion noch achten sollte.

Wer klettert oder bouldert, will auch artgerecht gekleidet sein. Bei Kletterhosen ist neben der individuellen Passform vor allem die Funktion wichtig. Die von uns getesteten Hosen sind fürs Bouldern und Klettern in der Halle und am Fels ausgelegt, weniger fürs alpine Gelände.

Alle im Test verglichenen Kletterhosen bestehen zum Großteil aus Baumwolle, fast alle sorgen mit etwas Elastan für eine gewisse Dehnbarkeit des Stoffes. Nässe und Wind widerstehen sie aber nur in geringem Maß. Immerhin lassen sich die meisten Hosen dank des Stretch-Anteils auch in feuchtem Zustand noch einigermaßen klettern. Einige Hosen haben Polyester im Gewebe, das dadurch leichter ausfällt und etwas schneller trocknet.

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Klettern in der Boulderhalle
Foto: Ralph Stöhr Bewegungsfreiheit ist das vielleicht wichtigste Merkmal einer guten Kletterhose.

Was braucht eine gute Kletterhose?

Sinnvolle Features in der Ausstattung von Kletterhosen - ja, auch beim Sportklettern und Bouldern - sind regulierbare Bünde an der Hüfte und an den Beinabschlüssen. Die einen, damit die Hose nicht rutscht, die anderen, damit man beim Klettern die Tritte besser sieht. Der Hosenbund oben sollte möglichst nicht auftragen, damit er gut unter den Klettergurt passt. Hier geben sich die Hosen im Test keine Blöße.

Eine kleine, verschließbare Tasche macht Sinn, um darin – zum Beispiel – den Spindschlüssel für die Hallenumkleide aufzubewahren. Ansonsten sind Hosentaschen eher fürs Après-Climbing nützlich. Das Aussehen dürfte zwar in vielen Fällen eines der wichtigsten Kaufkriterien sein. Da hier die Geschmäcker – und die Körperformen – aber doch sehr auseinandergehen, haben wir uns eine Bewertung von Style und Look verkniffen. Hier hilft nur: selbst anschauen und anprobieren.

Kletterhosen-Test: unser Fazit

Da Kletterhosen auch sonst stark individuellen Vorlieben unterliegen, vergeben wir dieses Mal keine einzelnen Empfehlungen. Damit ihr euch im Dschungel der Hosenbeine dennoch orientieren könnt, gibt es stattdessen eine kleine Einordnung der Testhosen. Optimale Beweglichkeit garantieren die Hosen von Chillaz, Marmot, Prana, Ocún, Red Chili (zumindest die Männerhose Loe) und Salewa. Wobei Ocún mit Abstand den meisten Stretch aufweist.

Richtig leicht und gut für wärmere Tage (und Boulderhallen) sind die Modelle von adidas, Chillaz, La Sportiva, Marmot und Ocun. Wer es gerne fest und robust mag, ist mit den Credo Pants von Black Diamond und vor allem der Texada Pant von Arc‘teryx gut bedient. Von E9, Kraxl und Jung kommen prima Allrounder und von Red Chili Rocknroll-Style.

 

OutDoor-Messe 2015: Kletter-Ausrüstung, Outdoorbedarf und mehr
Foto: Sarah Burmester Zwar gibt es kreative Hosenmodelle, aber in diesem Test haben wir uns auf herkömmliche Schnitte beschränkt.

Welche Hose kann was am besten?

Natürlich kann man auch mit einer Jeans oder einer Jogginghose klettern. Doch gibt es spezielle Kletterhosen nicht umsonst: Schnitt, Material und Ausstattung orientieren sich natürlich an den Bedürfnissen von Kletterern. Hier gibt es vorweg den großen Überblick, ob eine Hose sich generell besser zum Bouldern oder zum Seilklettern eignet. Beim Seilklettern spielt die Art des Hosenbunds logischerweise eine größere Rolle als beim Bouldern, wo ob der intensiveren Kletterzüge eher große Bewegungsfreiheit nötig ist.

Kletterhosen ideal fürs Seilklettern:

  • Ocun Mania (m) und Noya (w)
  • Marmot Mono (m) und Leah (w)
  • Prana Zander (m) und Avril (w)
  • Kraxl Sepp (m) und Conny (w)
  • Black Diamond Credo Pant (m + w)
  • Jung Emil (m) und Fritzi (w)
  • Adidas Felsblock (m + w)
  • E9 Rondo slim (m) und Hit (w)

Kletterhosen ideal fürs Bouldern:

  • Salewa Frea Stretch (m + w)
  • Prana Zander (m) und Avril (w)
  • La Sportiva Todra (m) und Chorro (w)
  • Kraxl Sepp (m) und Conny (w)
  • Black Diamond Credo Pant (m + w)
  • Jung Emil (m) und Fritzi (w)
  • E9 Rondo slim (m) und Hit (w)
  • Chillaz Dani's Hose (m)



Weitere Details zu den einzelnen Hosen gibt's in der obenstehenden Fotostrecke.

 

Kletter-Hosen Solution Pants und Chironico Short von La Sportiva
Foto: La Sportiva Kurze oder lange Hose? Da Kletterwände eher rauh sind, tendieren wir zu Hosen, die zumindest übers Knie gehen. Oder sind wir nur zu ungeschickt?

Kletterhose kaufen: Worauf muss ich achten?

  • Individuelle Passform / Schnitt

Beim Kauf einer Kletterhose ist natürlich die Passform auf die eigene Figur das allerwichtigste. Das lässt sich meistens nur mit Anprobieren herausfinden. Tendenziell neigen die Hosen von europäischen Herstellern zu einem schmaleren Schnitt (vor allem E9, Jung, Kraxl und Red Chili sind relativ schmal geschnitten); bei den US-Herstellern bildet Prana eine Ausnahme, zumindest die Avril kommt relativ schmal daher. Eher für kräftige Körpertypen empfehlen sich die Kletterhosen von Marmot, Arc'teryx, Black Diamond, Patagonia und (die Ausnahmen:) Adidas und La Sportiva.

  • Anwendungsgebiet

Wofür brauche ich die Hose? Ob ich hauptsächlich in einer geheizten Kletterhalle, im Sommer an Südwänden oder eher im Herbst und Winter draußen bouldern gehen will, entscheidet natürlich maßgeblich darüber, wie warm und fest meine Kletterhose sein sollte. Auf jeden Fall sollte man sich vor dem Kauf überlegen, wofür genau man die Hose braucht.

  • Ausstattung

Für manche ist eine verschließbare Tasche wichtig, für andere nicht relevant - auch hier gilt es, sich zu überlegen, worauf man Wert legt. In jedem Fall sollte sich die Hose am Bund regulieren lassen, damit der Klettergurt auch voll beladen keine Chance hat, den Hosenbund nach unten zu schieben. Außerdem gilt zu bedenken, dass je weiter das Hosenbein geschnitten ist, desto eher kann sich der Fuß bei delikaten Steh-Manövern darin verfangen.

  • Dehnbarkeit

Wer nicht besonders beweglich ist, braucht auch keine dehnbare Hose? So einfach ist die Rechnung nicht. Denn selbst wenn man steif wie ein Baumstamm ist, kann es sein, dass ein leicht schwitzendes Bein beim Fuß-hochsetzen am Stoff der Hose kleben bleibt - wer den Effekt schon einmal erlebt hat, weiß wie hinderlich das ist. Wie Seilreibung, nur am Bein halt. Deshalb: In der Umkleidekabine ruhig mal "Hoch das Bein" ausprobieren.

  • Sonnenschutz

Manche Hersteller werben mit Sonnenschutz (UVP) im Material. Wir konnten auch bei den Hosen ohne Sonnenschutzfunktion keine Spur von erhöhter UVA- oder UVB-Gefahr feststellen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass die Tester dieser Kletterhosen hauptsächlich in dunklen Boulderkellern und an Nordwänden rumgehangen haben. Wer nach Australien reist, ist mit UVP vermutlich gut beraten.

  • Style

Tja.

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Test Sicherungsgeräte fürs Klettern Foto: Hersteller | klettern.de
Test Sicherungsgeräte fürs Klettern Foto: Hersteller | klettern.de
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04.05.2016
Autor: Stöhr / Burmester
© klettern
Ausgabe 03/2016