Sicherheit am Fels

Unfallstatistik des DAV

Seit vielen Jahren wertet der Deutsche Alpenverein die Unfälle seiner Mitglieder auch statistisch aus. Und hat auf diese Weise interessante Zahlen parat.

Die DAV-Unfallstatistik erfasst die Unfälle, die dem Versicherungsservice des DAV gemeldet werden. Alpine Unfälle mit hohen Bergungskosten werden sehr umfassend gemeldet, bei den Sportkletterunfällen ist von einer Dunkelziffer auszugehen.

 

Die DAV-Unfallstatistik erfasst alle dem DAV gemeldeten Unfälle. Man geht davon aus, dass Sportkletter- und Boulder-Unfälle seltener gemeldet werden und deshalb in der Statistik schwächer ausfallen.

Bis 2005 wurde die Verteilung der Unfälle auf die Spielarten des Kletterns ausgewiesen und zeigte das alpine Felsklettern weit vorn. Die statistische Basis dieser Aussage ist wegen der genannten Dunkelziffer schwach.

Die Unfallstatistik des DAV erscheint alle zwei Jahre, die Zahlen für 2008 und 2009 liegen noch nicht komplett vor. In den letzten Jahren kamen beim Klettern pro Jahr ungefähr acht Personen ums Leben. Die häufigste Unfallursache ist der Sturz ins Seil oder auf den Boden, wobei bei den links angezeigten Werten auch die Stürze von Alleingängern und beim seilfreien Gehen beinhaltet sind.

Fehler bei der Seil- und Sicherungstechnik liegen als Unfallursache an zweiter Stelle, wobei hier meist ein Sturz die Folge ist (zum Beispiel Fehlbedienung des Sicherungsgeräts, Ablassen mit zu kurzem Seil, Abseilen über Seilenden, falscher Knoten).

 

DAV-Zahlen der Kletterunfälle im Alpinen von 2000 bis 2007: diese schließen allerdings Alleingänger und Stürze beim seilfreien Gehen mit ein (Legende siehe Bild unten).

Solche Fehler weisen bei den Sportkletterunfällen im Mittelgebirge einen höheren Anteil auf als beim Alpinklettern. Das dürfte aber auch daran liegen, dass tödliche Stürze beim Sportklettern ohne solche Fehlbedienungen unwahrscheinlicher sind als im Gebirge. Relativ gering ist statistisch gesehen die Gefahr, durch Stein- oder Eisschlag ums Leben zu kommen. Dennoch sollte man sich auch dieses Risikos bewusst sein.

 


14.07.2010
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 05 /2011