Lexikon

Der große Rockhaus Q bis S

Quergang bis subjektive Gefahren

Quergang horizontal (seitwärts) verlaufende Kletterpassage

Rack sämtliche Metallwaren, die ein Kletterer mit sich trägt.

Rampe steil ansteigendes Band.

Randkluft Spalt zwischen Gletscher und Fels am Fuß einer Wand.

Reepschnur dünnes Seilmaterial (ca. 4 bis 8 Millimeter). Die Festigkeit muss laut CE-Norm Durchmesser2 x 20 betragen.

Reibungsplatte quasi grifflose, geneigte Platte, bei der mit möglichst viel Sohlenfläche „auf Reibung“ gestanden wird.

Reihenschaltung Methode zum Standplatzbau bei guten >Haken. Partner- und >Selbstsicherung werden direkt in einen Haken eingehängt und dieser mit weiteren „in Reihe“ verbunden.

Rinne vertikale, schmale und langgezogene Einbuchtung die durch Erosion entsteht.

Rippe stumpfer Grat, der zwei >Rinnen voneinander trennt.

Riss Felsspalt, vom Finger- über Hand-, Faust-, Schulter- bis zum Körperriss.

Rissklettern erfordert spezielle Techniken wie >klemmen, >piazen etc. Häufig im Granit oder Sandstein.
Rocks gebräuchlichste, vierkantige >Klemmkeile.

rotpunkt gängiger Freikletterstil, bei dem eine Route im Vorstieg von unten nur an Griffen und Tritten und ohne Ruhen in Zwischensicherungen sowie sturzfrei geklettert wird. Nach strenger Definition sind die Zwischensicherungen im Vorstieg einzuhängen.

Route (auch: Tour) gängigste Bezeichnung für alle Kletterwege, die mit Seil begangen werden – von zehn Meter bis zur 1000-Meter-Wand.

Runout weiter Abstand zwischen zwei >Zwischensicherungen.

Rurp kleiner Winkelhaken für schmalste >Risse beim >technischen Klettern.

Sanduhr zwei Löcher im Fels, die in dessen Innern verbunden sind.

Sanduhrschlinge bei ausreichender Festigkeit des Stegs einer >Sanduhr Möglichkeit, eine zuverlässige Sicherung zu basteln.

Sanierung Nachrüstung von >Routen mit neuen (Bohr-) Haken.

Sauschwanz (auch: Schweineohr) kringelförmiger >Umlenker, in den das Seil direkt eingelegt wird.

Scharte schmale Einbuchtung zwischen zwei Gipfeln.

Schlüssellänge schwierigste Länge einer >Route mit mehreren >Seillängen.

Schlüsselstelle schwierigste Stelle oder Passage einer >Route (>Crux).

Schnapper Schenkel eines >Karabiners, der sich mittels eines Scharniers öffnen lässt.

Schwierigkeitsgrade abgestuftes Bewertungssystem, um die ungefähre Schwierigkeit einer >Route oder eines >Boulders zu definieren.

Seillänge Längenmaß beim Klettern. Distanz zwischen zwei >Standplätzen respektive zwischen Boden und >Umlenker.

Seilschaft das Team beim Klettern besteht in der Regel aus zwei, öfter auch aus drei, selten aus vier oder gar mehr Personen.

Seitgriff wird auf seitlichen Zug gehalten.

Selbstsicherung Befestigung des Sichernden am >Standplatz.

Serac Gletscherabbruch in steilem Gelände. Oberhalb von >Routen sehr gefährlich, da weiteres Abbrechen kaum zu berechnen ist.

sichern die Tätigkeit des Seilausgebens und Einholens und im Falle eines Sturzes das Halten des Stürzenden mit Hilfe eines >Seils und eines >Sicherungsgeräts.

Sicherungsgeräte helfen dem >Sicherer, den Kletterer im Sturzfall mit Hilfe des Seils vor dem Boden zu bremsen und zu halten.

Sicherungsmethode Art und Weise, den Kletterer per Seil und Gerät vor dem Abstürzen zu bewahren. Siehe auch: >Achter, >HMS, >Stichtprinzip, >Grigri

Sicherungskette alle mechanischen Bestandteile wie >Gurt, >Seil, >Standplatz, >Zwischensicherungen, die den Kletterer vom Boden trennen.

Sicherungsplatte >Sicherungsgerät, mit dem zwei >Nachsteiger parallel gesichert werden können, und das einen „Nachstiegssturz“ selbsttätig blockiert.

Sika spezieller Kleber für Stein und Beton.

Sinter (-Säulen) längliche, vertikale Felsstrukturen, die durch Kalkablagerungen (Tropfsteinprinzip) entstehen.

Sitzgurt feste Textilkonstruktion aus zwei Beinschlaufen, mit einem Gurt um die Hüfte verbunden. In diese Verbindung wird das Seil eingebunden (>Gurt, >Hüftgurt).

Sitzstart tiefer Beginn der Kletterstrecke von Bouldern. Das Gesäß verlässt dabei den Boden zuletzt.

Skyhook >Cliff, >Hook.

Sloper (engl.: slope = Hügel) Griffart: flache, mehr oder minder gewölbte Felsstruktur, die meist mit offener oder halboffener Hand auf Reibung gehalten wird (auch: Aufleger)

Softshell denglisch für Kleidungsschicht, die einen weichen, textilen Grip besitzt und Wetterschutz mit Isolation bei gleichzeitiger Atmungsaktivität verbindet.

solo Durchstieg einer Sportkletter- oder Alpinroute ohne Partner. Seilsicherung ist dennoch möglich, im Gegensatz zum >free solo.

Speedklettern Wettkampfdisziplin, bei der einzig die Klettergeschwindigkeit zählt und zwei Starter parallel zum Ausstieg sprinten.

Spindrift in der Wand befindlicher Schnee, der vom Wind aufgewirbelt wird und durch Bekleidungsöffnungen eindringt.

Sportklettern >Freiklettern in gehobenen Schwierigkeitsgraden mit meist guter Absicherung.

spotten aktives Aufpassen auf den Boulderer, wobei der Spotter den Kletterer bei einem Sturz so abfängt, das dessen Füße zuerst den Boden oder die Matte erreichen.

Spreiztechnik vor allem in >Verschneidungen und >Kaminen zum Einsatz kommende >Klettertechnik, bei der die Beine weit ausgespreizt werden (oft auf Gegendruck).

Standplatz Ort, an dem bei Routen mit mehreren >Seillängen der >Vorsteiger den >Nachsteiger sichert und von wo aus der Vorsteiger in die nächste Länge startet.

Steigeisen gezackter Schuhuntersatz zum sicheren Fortbewegen in flachem ebenso wie in steilem Eis. Man unterscheidet zwischen Leichtsteigeisen für Gletscherwanderungen und Skitouren, Allroundsteigeisen, die robuster sind, und Extremsteigeisen fürs Wasserfallklettern oder steiles alpines Eis.

Steigklemme in eine Richtung selbsttätig blockierende Metallkonstruktion für den Aufstieg am Seil (siehe auch >jumarn).

Stemmtechnik Klettertechnik für >Kamine, bei man sich mit Füßen und Rücken auf Gegendruck höherarbeitet.

Stichtprinzip nach dem Prinzip der Stichtbremse (Knicksicherung) funktionieren viele Sicherungsplatten sowie sogenannte Tubes und >ATCs.

Stopper >Rocks.

Sturzfaktor physikalische Größe, welche die Härte eines Sturzes angibt (Sturzhöhe dividiert durch Länge des ausgegebenen Seils gleich Sturzfaktor).

subjektive Gefahren Risiken, die aus mangelndem Können oder individuellen Fehlern resultieren.

07.12.2007
Autor: Redaktion klettern
© klettern