Kletterbücher

Unterhaltung für Kletterer

Geschenk gesucht? Oder Unterhaltung für fanatische Kletter-Kumpel? Hier gibt's den Überblick zu aktuellen Kletterbüchern und -Filmen.

In diesem Überblick: Die spannendsten Neuerscheinungen der letzten Monate mit jeweiliger Kurzbeschreibung.

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Emil Zopfi: "Finale"

Showdown in Finale Ligure: Das Klettermekka wird zum Setting für Emil Zopfis Krimi.

Die Bergführerin Andrea Stamm stürzt während eines Kletterkurses ab und steht kurz vor dem Tod. War es ihr Fehler oder hat der seltsame Alte nicht richtig gesichert? Wo ist das kiffende Mädchen mit den Tätowierungen hin? Und warum bekommt ihr Freund diese unerklärliche SMS? „Andrea gestürzt. Das ist der Preis der Liebe. Il Silenzio“.

Was anfängt wie ein simpler Unfall, wird schnell zum Fall für Inspektor Milani. Gleich in drei Perspektiven macht sich der Leser auf. Und langsam fügt sich Stück für Stück das Krimipuzzle zusammen.

Das Buch ist genau das Richtige für all diejenigen, die sich ein Buch zum Kaffee in der Bar Centrale wünschen oder einen Ruhetag im Schatten der Bäume unter dem Monte Cucco verbringen. Und natürlich für jene, die vom kalten nordischen Winter aus an Finale denken. (Robert Steiner)

  • Emil Zopfi: Finale; Roman, gebunden, 240 Seiten; Limmat Verlag, 2010; www.limmatverlag.ch; Preis: 24,50 Euro

 

David Lama: "High"

Ich muss zugeben, der Untertitel machte mich stutzig. „Genial unterwegs an Berg und Fels“ – heißt das, dass David Lama genial ist? Das wäre wenig bescheiden für einen 20-Jährigen. Oder heißt es, dass es genial ist, an Fels und Berg unterwegs zu sein? Vermutlich beides ein bisschen, wobei Davids Erzählungen doch die zweite These stützen: Da berichtet einer, der voll im Saft und in der Sturm- und Drang-Phase seines Kletterlebens steht, von seiner unbändigen Lust am steilen Gelände, von Training und Abenteuer, von Wettkämpfen, von Sagwandspitze, Malaysia und Monte Brento. Das Buch ist flott geschrieben, kommt zur Sache, ist witzig. Und David Lama macht sich seine Gedanken, übers Wettkampfklettern, über den richtigen Stil am Berg und manches andere. In Summe ist das eine sehr lässige Lektüre, die heiß auf Fels und Berg macht. (Ralph Stöhr)

  • David Lama: High – Genial unterwegs an Berg und Fels; 224 Seiten, 24 Seiten Farbbilder; Knaus Verlag, 2010; ISBN 978-3-8135-0386-9; Preis: 19,95 Euro

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Ueli Steck: "Speed"

Mit seinen Speedrekorden an den Nordwänden von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn schrieb Ueli Steck ein Stück Alpingeschichte. In Gesprächen unter anderem mit Reinhold Messner und Walter Bonatti gibt Steck Einblicke in die akribische Vorbereitung, spricht über Beweggründe und seine Einstellung zum Risiko. Interessant!

  • Ueli Steck: Speed; Taschenbuch, 282 Seiten; National Geographic / Malik, 2010; www.malik.de; Preis: 13,95 Euro

 

Steve House: "Jenseits des Berges"

Er gehört fraglos zu den allerbesten Höhenbergsteigern der Gegenwart, seine Begehung der 4500 Meter hohen Rupalwand am Nanga Parbat im Alpinstil gemeinsam mit Vince Anderson im Jahr 2005 ist wohl die bedeutendste Leistung an Achttausendern im letzten Jahrzehnt. Jetzt liegt Steve Houses Buch in der deutschen Übersetzung vor. Darin nimmt er den Leser mit zu haarsträubenden Abenteuern, erzählt von extrem schwierigen Kletterstellen, von Spannungen zwischen ihm und Seilpartnern, von Stunden zwischen Leben und Tod und von Freunden, die letzteren fanden. Beim Lesen wird einem klar, dass House ein Getriebener ist, der sein Leben bedingungslos dem Alpinismus verschrieben hat – für Gefühle und Freundschaften abseits der Berge bleibt offensichtlich kaum Platz. Die Übersetzung ist gut, nur die Beschreibung von Kletterpassagen ist teils verwirrend. (Steffen Kern)

  • Steve House: Jenseits des Berges. Expeditionen eines Suchenden; gebunden, 336 Seiten, 16 Seiten Farbfotos; Malik/Piper Verlag, München, 2010; www.malik.de; Preis: 21,95 Euro

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© klettern