Kletter- und Boulderlehrbuch

Die 4. Dimension

Von Bewegungsgrundsätzen bis Rotpunktplanung und Training: Das neue Kletterlehrbuch von Gerald Krug beeindruckt mit Quantität und Qualität.

 

Die vierte Dimension Kletterlehrbuch Gerald Krug
Foto: Geoquest

Keine Frage: Noch nie wurde in deutscher Sprache das Thema Kletter- und Bouldertechnik so grundlegend und umfassend behandelt wie in diesem 416 Seiten starken, üppig bebilderten Schmöker. Auch der didaktische Ansatz überzeugt. In Kapitel Eins geht es erstmal um Grundsätze der Bewegung in der Vertikalen, bevor alle erdenklichen Tritt- und Griffarten ausführlich und auch für Laien verständlich erklärt werden. In Kapitel Zwei werden dann die unterschiedlichen Klettertechniken und -prinzipien in allen Wandneigungen von Reibungsplatte bis Volldach beschrieben, bevor es im dritten und umfangreichsten Kapitel um die Technik an diversen Felsstrukturen geht.

Da fehlt wirklich nichts, allein die verschiedenen Risskletter- und Klemmtechniken werden auf über 40 Seiten gründlich erklärt. Es folgen Kapitel zum Bouldern und zum Routenklettern, wobei es bei letzterem hauptsächlich um taktische Gesichtspunkte geht. Weitere knapp 60 Seiten sind dem Training gewidmet, bevor ein kurzer Einblick in Arten und Abläufe von Kletterwettkämpfen den Abschluss bildet.

Stärke des Buches ist das systematische Herangehen an jede Bewegungsform: erst die Fuß- und Beinarbeit, dann Arme und Hände, dann die Verlagerung des Körperschwerpunkts, dann taktische und psychische Belange – die „vierte Dimension“. Alle Techniken werden mittels Text, Fotos und Grafiken erläutert, und jeweils zum Abschluss sind einige Paraderouten für die jeweilige Technik in Mitteleuropa aufgezählt.

Fazit: Ein tolles Standardwerk für Einsteiger, aber auch Cracks können hier noch was lernen.

Gerald Krug: Die 4. Dimension. Kletter- und Boulderlehrbuch; A5-Querformat, 416 Seiten, komplett farbig; Geoquest Verlag, Halle, 2009; erhältlich unter www.geoquest-verlag.de und im klettern-shop; Preis: 29,00 Euro

02.02.2010
Autor: Steffen Kern
© klettern
Ausgabe 2+3/2010/2010