Die Erfolge der Sasha DiGiulian lassen sich so langsam nicht mehr an den Fingern abzählen. Deshalb: Eine Fotostrecke mehr ...
Hoch oben
Geräusche im Wald
Damit das gleich klar ist: Ich bin nicht der Klettervideo-Fanatiker. Um ehrlich zu sein – Klettervideos langweilen mich eigentlich. Um so erfreulicher, was mir da jetzt in schlichter Verpackung in den Briefkasten plumpste: „Hoch oben. Klettern in Deutschlands Norden.“ Die vier Macher Tim Bartzik, Ole Radach, Axel Kaske und Leif Büttner wissen, wovon sie reden. Sie kommen von da oben, sie lieben ihre Klettergebiete und lassen es den Zuschauer spüren. Herzblut tropft aus jeder Szene. Aber da ist auch immer ein kleines, ironisches Augenzwinkern, das uns sagen will: „Hey, es ist supertoll hier, aber ist das nicht eigentlich ziemlicher Quatsch, was wir da machen?“ Die Anfangsszene zum Beispiel: Malte Roeper steigt aus einem Auto, küsst den Schotter des Ith-Zeltplatzes, soliert in Straßenschuhen die patschnasse Teufelstrichter-Südwand und öffnet auf dem Gipfel im Sonnenuntergang eine Flasche Einbecker. Um festzustellen, dass es vor allem die Leute sind, die ihn hier begeistern – weil sie „einfach netter sind“ in den Gebieten, wo noch nicht so viele Haken stecken. Und die werden einem dann auch gezeigt, kletternd und in Interviews: Nette, normale, teils auch skurrile Typen, denen die Kalkfelsen an Ith, Kanstein, Selter und Hohenstein Heimat sind. Kletterer wie du und ich. Die Menschen und die überaus vitale und facettenreiche norddeutsche Kletterszene sind die eigentlichen, leisen Stars dieses Films, der sich wohltuend vom derzeit auf dem Markt befindlichen Popklettermatsch abhebt.
Peter Brunnert
Tim Bartzik et al
Hoch oben. Klettern in Deutschlands Norden
DVD, ca. 70 Minuten plus reichlich Bonusmaterial
iClimb 2006
erhältlich im klettern-shop für 25,90 Euro


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