Seilreibung vermeiden

Gute Führung

Ob mit einem oder mit zwei Seilen: Gute Seilführung erleichtert nicht nur das Klettern, sondern verhindert auch unkontrollierte Stürze und Verletzungen.

 

Jim "Big Guns" climbing "Lord of the Flies" (E6 6a)
Foto: Jack Geldard Beim Tradklettern sind Doppelseile nützlich - findet auch Jim "Jimmy Big Guns" McCormack in "Lord of the Flies" (E6, 6a) in Wales.

Alpinkletterer kennen das: Da steht man kurz vor dem nächsten Standplatz in der Wand, hat nur noch wenige Meter zu klettern. Doch es geht kaum noch voran. Vor jeder Bewegung nach oben muss erst mal das nach unten laufende Seil mit aller Gewalt ein Stück hochgezogen werden. Dann schnell einen Schritt nach oben, ehe das Seil wieder nach unten rutscht.

Ein derartiger Seilzug entsteht in langen Seilängen, die nicht kerzengerade nach oben führen. Ein paar Knicke im Seilverlauf, vielleicht eine Kante, an der das Seil reibt, dazu noch das Eigengewicht des Seils, und schon geht kaum noch was. Im schlimms­ten Fall wird das richtig gefährlich, denn selbst leichte Passagen verwandeln sich mit genug Seilzug in kleine Schlüsselstellen.

Mit der richtigen Taktik beim Einhängen der Sicherungen lassen sich Reibungspunkte entschärfen. Beim Alpinklettern und beim Klettern von Keil-gesicherten Routen hilft außerdem der Einsatz von Halbseiltechnik, bei der die Stränge einzeln in die Sicherungen eingehängt werden.

Wir zeigen euch, wie‘s geht.

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12.03.2011
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 07+08/2010