Klettertechnik

Adieu Längenzüge

Foto: Archiv Zangerl
Der nächste Griff ist einfach viel zu weit weg! - Hier erklären wir, mit welchen Techniken der gemeine Längenzug seinen Schrecken verliert.

Längenzüge gibt es nicht? Nun ja, das vielleicht nicht gerade, aber trotzdem solltet ihr euch nicht zu schnell geschlagen geben, wenn der nächste Griff mal wieder unendlich weit entfernt scheint. Denn auch wenn der Halte­arm schon maximal blockiert ist und beide Beine gestreckt sind, heißt das nicht, dass ihr eure Reichweite gänzlich ausgeschöpft habt.

Auf den folgenden Seiten stellen wir einige Techniken vor, die helfen, weite Griffabstände zu überbrücken: vom frontalen Anblockieren über Eindrehen und Stützen bis zu dynamischen Zügen und Weitergreifen im „toten Punkt“.

Augen auf und durch

Oft ist der Griff in die technische Trickkiste nötig, um die gegebenen Tritte und Griffe optimal zu nutzen. Beim Treten auf großen Hallengriffen macht es einige Zentimeter Unterschied aus, ob man mit den Zehenspitzen auf dem äußeren Rand des Griffs steht, oder diesen mittig mit dem ganzen Vorderfuß belastet. Und ob drinnen oder draußen: Oft finden sich noch weitere Zwischentritte, die ein höheres Antreten ermöglichen – und so unter Umständen „unmögliche“ Griffabstände ins Mögliche befördern.

Augen auf heißt es auch bei den Griffen. Schaut nach möglichen Zwischengriffen – manch' Käntchen mag vielleicht zu klein sein, um daran weiterzuziehen, aber vielleicht reicht es aus, um sich anders zu positionieren und dann mit derselben Hand weiterzugreifen. Habt ihr alle Griffe und Tritte auf dem Radar, bleibt immer noch die Frage: „Wie klettere ich das und welche Methode ist die kraftsparendste“?

Darum geht es hier: Wir stellen fünf Techniken vor, mit denen sich weite Züge überwinden lassen und sagen euch, wann sich welche Methode anbietet. Beobachtet aber auch mal die Cracks in eurer Halle: Wann setzen diese welche Techniken ein, um weite Griffabstände zu überbrücken, wann ziehen sie statisch, wann dynamisch?

Doch letztlich gilt: Probieren geht über studieren. Viel Spaß dabei!

26.10.2009
Autor: Steffen Kern
© klettern
Ausgabe 9 / 2009/2009