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Die weitverbreitesten Irrtümer zum Klettern

Free-Climbing, das ist doch für Lebensmüde, solche Extremsportarten sind doch viel zu gefährlich! Hier klären wir ein paar Irrtümer.

 

Klettern auf Teneriffa
Foto: Ralph Stöhr / klettern.de Free-Climbing auf Teneriffa: gesichert mit Seil, aber aus eigener Kraft.

IRRTUM NR.1: Free-Climbing? Das ist doch was für Lebensmüde!
Falsch: Free-Climbing heißt nicht "Klettern frei von Sicherung" sondern "Klettern frei von technischen Hilfsmitteln zur Fortbewegung". Das heißt, dass beim Freiklettern oder Free-Climbing keine Haken, Ösen oder Leitern zum Aufsteigen am Fels benutzt werden. Zum Sichern vor dem Sturz werden Sicherungsmittel wie Haken und Seil aber durchaus benutzt. Seil- und sicherungsfreies Klettern nennt man hingegen Free Solo.

 

Klimmzug
Foto: Jonathan Groß Die spezielle Kraft fürs Klettern bekommt man auch am besten beim Klettern - Klimmzüge helfen nicht viel.

IRRTUM NR.2: Zum Klettern bin ich viel zu schwach!
Falsch: Jeder, der eine Leiter besteigen kann, kann auch klettern. Die Annahme, man müsste mindestens Muskeln wie Tarzan bereithalten, um Spaß zu haben, ist schlichtweg Unsinn. Sportlichkeit hilft natürlich, allerdings kann man auch mit ein bisschen Entschlossenheit, Gelenkigkeit und Gleichgewichtsgefühl schon einiges herausholen. Und das Beste: Wer öfter klettert, bekommt die Muskeln dann eh!

 

Huberbuam in Antarktis
Foto: www.huberbuam.de Man muss ja nicht gleich in die Arktis ziehen, wie die Huberbrüder. In Südfrankreich kann man völlig un-extrem klettern.

IRRTUM NR.3: Klettern ist Extremsport!
Falsch: Heiner Geißler hat es schön formuliert: "Extrem ist ein Sport nur für denjenigen, der ihn nicht beherrscht." Aber Spaß beiseite: Es gibt in der Tat extreme Aspekte beim Klettern. Zum Beispiel bewegen sich Alpinkletterer und Bergsteiger in großen Höhen und gehen auch gewisse Risiken ein (Steinschlag, Wetterumschwung, Höhenkrankheit). Das Sportklettern allerdings - sozusagen der Spaziergang unter den Wanderungen - kann trotz manchmal abenteuerlicher Positionen in der Wand nicht als extrem bezeichnet werden. Die Haken, an denen sich Kletterer sichern, sind in der Regel solide und bilden gemeinsam mit dem Sicherungspartner eine Sicherungskette, die schwere Stürze abfängt. Tatsächlich scheint das Verletzungsrisiko bei Ballsportarten deutlich höher zu liegen als beim Klettern. Dann gibt es natürlich noch den Aspekt der Professionalität: Wer einen Sport ambitioniert oder auf Wettkampfniveau betreibt, den kann man natürlich als Extremsportler bezeichnen. Letztendlich sind allerdings extrem versierte Kletterer auch nichts anderes als Leistungssportler.

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