Kletter-Verletzungen & Prävention Wie erkennt und behandelt man VerÂletzungen und Überlastungsschäden? Und wie vermeidet man sie? mehr ...
Weltcup 2008 – ein Rückblick auf die Saison
Was ist passiert an den Wettkampfwänden in diesem Jahr? Matthias Keller vom Ressort Spitzenbergsport beim Alpenverein blickt zurück. Plus: Die besten Bilder der diesjährigen Wettkämpfe.
Es war das Jahr der Österreicher: Kaum eine andere Nation dominiert derzeit so stark das internationale Wettkampfgeschehen wie die Alpenrepublik – noch nicht einmal die Franzosen in ihren stärksten Zeiten Anfang der neunziger Jahre können auf einen derartige Liste an Erfolgen zurückblicken. Das Team Austria stellt 2008 wieder zahlreiche Weltcupsieger, Weltcup-Gesamtsieger, und Jugendweltmeister und lehrt die Konkurrenz das Fürchten. Doch auch Deutschland kann zufrieden zurück- und optimistisch nach vorne schauen.
Lead: Johanna macht Ernst
Zweifelsohne am Beeindruckendsten im Seilkletterzirkus 2008 war das Auftreten der jungen Österreicherin Johanna Ernst: Sie hatte bei den Jugendwettbewerben, die sie in Serie mit Leichtigkeit gewann, schon angedeutet, dass sie auch den Damen kräftig einheizen würde. Was folgte, war überragend: Sie stand bei allen sechs Weltcups der Saison auf dem Treppchen. Drei gewann sie, zweimal wurde sie Zweite und einmal Dritte. Damit holte sie sich souverän die Weltcup-Gesamtwertung, wurde Europameisterin, Rockmaster und nebenbei noch Jugend-A-Weltmeisterin. Fehlen nur noch World-Games- und Weltmeistertitel, nach denen sie im nächsten Jahr greifen wird. Hinter ihr reihten sich die starken Sloweninnen Maja Vidmar, die nach einer längeren Verletzungspause sichtlich ausgedünnt wieder an die Spitze zurückgekehrt ist, und Mina Markovic in der Gesamtwertung des Weltcups ein. Dieses Trio bildete auch bei den meisten Wettkämpfen 2008 in wechselnder Besetzung das Podium.
Spannung bei den Herren
Anders – man könnte auch: spannender sagen – das Geschehen bei den Herren. Hier wechselten sich die Podiumskandidaten doch häufiger ab und bis zum abschließenden Weltcup in Kranj (SLO) im November war in der Gesamtwertung noch alles offen. Hier machte dann der Wahl-Österreicher Jorg Verhoeven (NL) den Sack zu und holte sich die Weltcup-Krone knapp vor Tomas Mrazek (CZE) und Ramon Julian Piugblanque (E). Jeder der drei konnte jeweils einen Weltcup für sich entscheiden. Weitere Erfolge „echter“ Österreicher wurden 2008 nur dadurch verhindert, dass sich David Lama zum einen mehr auf das Bouldern konzentrieren wollte und zum anderen die zweite Hälfte der Saison nach einem Virus pausieren musste. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, im September den Weltcup vor seiner Haustüre in Imst zu gewinnen.
Neuer Europameister ist der Spanier Patxi Usobiaga, der damit einen weiteren großen Titel seiner beachtlichen Sammlung hinzufügen konnte.
Deutschland findet Anschluss an die Weltspitze
Erfreulich aus deutscher Sicht: Mit den Achtungserfolgen der beiden Jugend-Vizeweltmeister Juliane Wurm (11.) und Thomas Tauporn (10.) bei der EM in Paris sowie den beiden neunten Plätzen von Juliane Wurm und Jan Hojer beim abschließenden Weltcup in Kranj haben deutsche Kletterer endlich einmal wieder bei den Senioren Anschluss an die Weltspitze gefunden.

