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Robert Hahn beantwortet Fragen zum Red Bull Steinkönig
09.05.2008 von Ralph Stöhr
Robert Hahn ist Autor des Kompakt-Kletterführers Sächsische Schweiz und Elbsandsteinkenner. Beim Red Bull Steinkönig ist er sportlicher Leiter - hier erklärt er das Wie und Warum.
Robert Hahn ist sportlichen Leiter beim Red Bull Steinkönig. Er kennt sich im Elbsandstein und der sächsischen Kletterszene sehr gut aus und ist Autor des Kompakt-Kletterführers Sächsische Schweiz.
Wie entstand die Idee zum Red Bull Steinkönig?
Red Bull begleitet seit Jahren Spitzenkletterer und es bestand schon länger der Wunsch, auch mal für sie ein Red Bull Event zu organisieren. Stefan Glowacz brachte das Elbsandsteingebirge ins Spiel, David und Kilian (Lama und Fischhuber, Anm. d. Red.) waren gleich begeistert. Das Konzept sollte von Sachsen erstellt werden und lokale Besonderheiten berücksichtigen, das war dann mein Part.
Geschichte: Elbsandstein - Wiege des Freikletterns
Was ist das Ziel des Red Bull Steinkönig?
Im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts Kletterer aus Deutschland, Österreich sowie Schweiz am Ursprungsort des Freikletterns für drei Tage zusammenzubringen. Wir wollen die Möglichkeit bieten, die Herausforderungen des traditionellen Sächsischen Kletterns als Alternative zum Sportklettern zu erleben. Also Klettertreffen und Kräftemessen.
Was ist das Besondere am Red Bull Steinkönig?
Ganz klar: die Wettkampfelemente in Form traditioneller Elbsandsteinrouten. Die Teilnehmer können mit verschiedensten Fähigkeiten oder Strategien zum Erfolg gelangen. Also nicht nur durch Athletik, sondern auch durch den geschicktem Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln (im Elbsandstein mittels Knotenschlingen), oder durch mentale Stärke, oder vielleicht beherrschen sie auch spezielle Klettertechniken (z.B. Risse aller Breiten), die höhere Punktzahlen als normale Wandwege einbringen.
Ist das nicht zu gefährlich?
Sicherheit ist nicht zwingend abhängig von fixer Sicherung, sondern kann auch durch richtige Selbsteinschätzung erreicht werden. Beim alpinen Bergsteigen ist das Standard. Außerdem werden die Teams vorher zu einem Workshop eingeladen und von Locals betreut. Dabei wird man sehen, was sie im Elbsandstein von ihrem Leistungsniveau umsetzen können und ich wähle anschließend die entsprechenden Routen für den Steinkönig aus. Die Teilnehmer sollen keinesfalls „verheizt“ werden. Aber sich auch nicht langweilen - denn ich bin mir sicher, auch anderswo wird schwer und mutig geklettert.
Wie wird der Wettbewerb in Sachsen aufgenommen?
Die Ankündigung Anfang März 2008 sorgte für großes Aufsehen. Ein Projekt, traditionelles Klettern in einem Sponsoring-Event mit Wettkampfcharakter so kompromisslos umzusetzen, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Und wie bei allem Neuen, gab und gibt es genügend Skeptiker. Besonders unter jenen Bergfreunden, die bisher nur die Stichworte „Red Bull“ und „Wettkampf“ sahen oder sehen wollen. Wer sich mit dem Konzept vertraut gemacht hatte, reagierte meist positiv. Nicht wenige der traditionellen Kletterer sind begeistert und wollen als Gastgeber ihre Leidenschaft für das klassische Elbsandsteinklettern den auswärtigen Seilschaften vermitteln. Selbst die sächsische Sportkletterszene freut sich auf den Red Bull Steinkönig wegen des Besuchs von Spitzenleuten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.
Der Sächsische Bergsteigerbund war sehr früh informiert und erklärte bereits im Sommer 2007, dass er dem Projekt keine Steine in den Weg legen werde.
Wie funktioniert der Modus?
Erst einmal werden die Seilschaften beim Workshop Gelegenheit bekommen, Gefühl für den Sandstein zu entwickeln und sich auf die Besonderheiten des sächsischen Kletterns einzustellen. Der Wettkampf selbst orientiert sich in erster Linie an der sächsischen Idee, in eine unbekannte Route einzusteigen, und sie ohne vorheriges Üben oder Ausbouldern zu bezwingen. Für die Absicherung selbst zu sorgen, gehört auch dazu. Es werden keine Versuche o.ä. gezählt, abgebrochene Versuch werden unabhängig von der erreichten Höhe nicht angerechnet. Es wird eine Routenliste geben. Wer eine Route bis oben klettert, bekommt Punkte, und wer es nicht schafft, bekommt keine. Man sollte also nicht zu hoch pokern. Besonders viele Punkte können mit dem Klettern von Rissen erreicht werden. Weitere Details zum Modus gibt es unter blog.redbullsteinkoenig.de.
Geschichte: Elbsandstein - Wiege des Freikletterns
Bis 15. Mai kann man sich noch anmelden für den Red Bull Steinkönig unter www.redbullsteinkoenig.de.
Weiterlesen:
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09.05.2008
© klettern
Autor: Ralph Stöhr
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