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Jonas Baumann gewinnt Boulderworldcup in Vail (+ Video)
Am 5. und 6. Juni fand in Vail, USA, der vierte Bouldercup der Saison statt. Ein großer Erfolg für Deutschland: Der Dortmunder Jonas Baumann zeigte seine Weltklasse und trug den Sieg davon.
Zum zweiten Mal fand ein Boulderworldcup in Vail statt, und aus den organisatorischen Schlappen vom letzten Jahr (kein Regenschutz für die Boulder, keine Isolationszone, die Boulder zu schwer) hatten die Veranstalter gelernt. Weil die US-Kletterer bei den Weltcups in Europa selten teilnehmen, war es schwer, ihre Chancen einzuschätzen. Ob Heimvorteil oder tatsächliche Überlegenheit: sehr viele US-Starter qualifizierten sich fürs Halbfinale.
Die Deutschen Peter Würth und Markus Hoppe hatten hier das Nachsehen – beide mussten schon nach der Qualifikation die Segel streichen. Dabei konnte Markus Hoppe sogar noch vier der fünf Qualiboulder klettern – allerdings benötigte er dafür zu viele Versuche und landete schließlich auf dem 25. Platz. Peter Würth kam nicht ganz so gut zurecht in der Qualifikation: Nur zwei gekletterte Boulder waren seine Ausbeute – damit Platz 33 für den Ludwigshafener. Doch Jonas Baumann überstand die Qualifikation mit vier geflashten Bouldern und gelangte mit drei Flashs von vier Bouldern ins Finale. Dort landete er hinter den US-Boys Paul Robinson, Kyle Owen und Daniel Woods. Hinter Baumann zogen noch die derzeit stärksten im Weltcup, Kilian Fischuber (AUT) und Rustam Gelmnanov (RUS) ins Finale ein.
Jonas zeigte Nerven wie Drahtseile
Hier schlug dann die große Stunde von Jonas Baumann: Waren bis auf Kyle Owen und Rustam Gelmanov, die bereits am ersten Problem gescheitert waren, die vier restlichen Finalisten zumindest noch theoretisch mit Siegchancen unterwegs, da sie alle die ersten drei Finalboulder klettern konnten, zeigte Baumann an Boulder Nummer vier Nerven wie Drahtseile: Mit drei Flashs vor dem letzten Problem in Führung liegend, knackte er in zwei Versuchen auch den letzten Finalboulder.
Damit hatte er den einzigen Starter, der ihm noch hätte gefährlich werden können – Daniel Woods – abgehängt und konnte sich über den größten Erfolg seiner Wettkampfkarriere freuen. Alle anderen Finalisten hatten keinen Auftrag am letzten Boulder – Gelmanov verletzte sich sogar noch an Boulder Nr. 4. Hinter Baumann und Woods landeten Kilian Fischhuber, Paul Robinson, Kyle Owen und Rustam Gelmanov auf den Plätzen. Mit dieser Wahnsinnsleistung konnte Baumann nicht nur seine konstant aufsteigende Form in diesem Jahr unter Beweis stellen, sondern er liegt nun auch hinter Gelmanov (241.50) und Fischhuber (237.50) mit 189 Punkten auf Rang drei der Weltcup-Gesamtwertung – eine sensationell gute Leistung.
Die Damenkonkurrenz in Vail lief ohne deutsche Beteiligung ab: Hier konnte die Lokalmatadorin Alex Puccio (USA) vor der Vorjahressiegerin Alex Johnson (USA) ihren ersten Weltcupsieg verbuchen und die Zuschauermassen entsprechend begeistern. Auf Rang drei folgte die Japanerin Akiyo Noguchi, die damit auch weiterhin die Weltcup-Gesamtwertung vor Anna Stöhr (AUT) und der Koreanerin Jain Kim anführt.
Video vom Finalboulder1 der Herren:
Ergebnisse im Überblick
Damen
1. Puccio Alex USA
2. Johnson Alex USA
3. Noguchi Akiyo JPN
4. Stöhr Anna AUT
5. Kim Jain KOR
6. Gros Natalija SLO
7. Ansade Maud FRA
8. Hensley Tiffany USA
Herren
1. Baumann Jonas GER
2. Woods Daniel USA
3. Fischhuber Kilian AUT
4. Robinson Paul USA
5. Owen Kyle USA
6. Gelmanov Rustam RUS
7. Glairon Mondet Guillaume FRA
8. Hori Tsukuru JPN
Quellen: Deutscher Alpenverein, IFSC
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