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Traditionell zu sichernder Riss (8b+) erstmals wiederholt
Anfang Mai war der Belgier Nicolas Favresse für 10 Tage im italienischen Orco-Tal klettern: Highlight seiner Reise war die zweite Begehung von "Greenspit" (8b+).
Nach zwei Tagen des Ausboulderns und Probierens gelang dem Belgier Nicolas Favresse im siebten Versuch der Durchstieg von Greenspit (8b+). Er legte das komplette Absicherungsmaterial bei der Begehung. Die Route durchläuft einen 12-Meter-langen Riss durch ein Dach und erfordert trickreiches Rissklettern mit Hand, Faust und Fingern. Erstbegangen hatte Greenspit der Schweizer Riss-Spezialist Didier Berthod. Nico Favresse hält die Route für eine der schwersten Trad-Klettereien Europas. "Die Route ist echt fantastisch und einzigartig in Europa. Ich kann nicht fassen, dass ich die erste Person bin, die sie wiederholt - so ein Klassiker!"
"Es war eine gelungene Begehung. Der Tag neigte sich und das Licht reichte gerade noch für einen letzten Versuch aus. Ich fühlte mich schon ein bisschen erschöpft, wollte aber noch einen Versuch machen. An der Schlüsselstelle fiel mir das Klemmgerät aus der Hand auf den Boden. Für einen Moment dachte ich es sei vorbei. Dann schaute ich auf meinen Gurt, sah mein letztes Gerät - zögerte kurz und drehte mich dann zu meinem Sicherungspartner: “I ‘ll just go for it!” - Ich legte also mein letztes Piece, das eigentlich das Ende der Route hätte absichern sollen. Ich sah nicht mehr, wie es lag, weil es dunkel wurde. Mit meinen letzten Reserven kletterte ich weiter, mit der Möglichkeit, auf den Boden zu stürzen, sollte ich am Ende der Schlüsselstelle fallen. Wobei die Route normalerweise gut abzusichern ist. Doch es gelang."
Einige Tage später gelang ihm im Team mit Sean Villanueva die erste freie Wiederholung von Itaca nel sole (5 Seillängen, 8b), die von Christian Brenna erstbegangen worden war. Die Schwierigkeiten sind 5, 6a+, 6c, 8a, 8b. "Eine technisch anspruchsvolle und schöne Kletterei, wobei die Sicherungen in den schweren Längen bereits liegen - also ist es keine richtige Trad-Route."
Quelle: Nicolas Favresse
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