Diese drei jungen starken Kletterinnen stehen für eine ganze Generation - hier gibt's viele Bilder, Infos und Hintergründe. mehr ...
Teuflischer Punsch in Grönland: Favresse & Co suchen Abenteuer
Nicolas und Olivier Favresse, Ben Ditto und Sean Villanueva suchen per Segelboot unbekletterte Big Walls in Grönland. Sie sind fündig geworden.
Der Skipper Bob Shepton ist 75 Jahre alt und Priester in Rente. Er hat elf mal den Atlantik durchquert und die ganze Welt besegelt. Er steuert das zehn Meter lange Segelboot, mit dem die belgischen Spitzen-Kletterer Nico und Olivier Favresse, Sean Villanueva und der Amerikaner Ben Ditto gerade Grönlands Wände erforschen. Außerdem, so die Kletterer, sei Bob der perfekte Mann für den Job: "Er scheint noch weniger organisiert als wir. (...) Er hat in all den Jahren nur ein Boot versenkt!" Außerdem war Bob Kletterer, bevor er Segler geworden ist.
Auf einem Schiff mit einem pensionierten Priester, einem Haufen Instrumente und vier durchgedrehten Kletterern bleiben die Abenteuer nicht aus. Doch sie haben sich nicht nur an Deck gesonnt, sondern auch schon eine große Linie Grönlands befreit. Hier kommt ein kleiner Überblick, für detailliertere Infos lohnt sich ein Blick auf die Webseite xpedition.be (englisch).
"Unmöglich aber letztendlich möglich"
"Unmöglich aber letztendlich möglich". "Zwölf Jahre habe ich diese Wand beäugt, aber nie habe ich ein Team gefunden, das gut genug gewesen wäre", so Bob Shepton, Gewinner der Tilman-Medaille 2009.
"Am 12. Juli stiegen wir ein in die unmögliche Wand. Nach acht Tagen fanden wir uns am 22. Juli am Gipfel." Keine falsche Zählung - bei steter Helligkeit kletterte das Team durch einige 30-Stunden-Tage. "Unsere Anstrengungen in der Wand und die Instrumente zusammen ergaben die vermutlich abenteuerlichste Route, die wir je geklettert haben. Sie hat alles: grasige Risse, schwammige moosige Risse, Flechten-überzogene Wände, Katzenstreu-Offwiths und eine eingebaute Dusche. Wir haben Regen, Scheiße und Kotze abbekommen - wir verstehen jetzt, warum die Locals die Wand "Möwenwand" nennen. Jede Länge der 850 Meter hohen Wand bot unglaubliche, wunderschöne und andauernde Kletterei, immer anstrengend, in spitzenmäßigem Granit. Wir sind sehr froh, das ganze Ding frei geklettert zu haben (wenn Gras festhalten als Freiklettern zählt).
Wir nannten die Linie “The Devil’s Brew”, nach dem kleinen Geschenk, das wir Bob zum Einstand gaben und das er "The Devil's Brew" nennt. Außerdem ähnelt es dem Wasser, das aus einem schwarzen Loch in der Wand lief, sowohl in Farbe als auch in Geschmack.
Wir sind besonders stolz, dass wir nichts hinterlassen haben: Keine Haken, keine Pitons, keine Schlingen." Sie stiegen mit allem Material wieder ab zur Küste und feierten ihr Abenteuer - um nur kurz darauf von einem bösen Sturm erwischt zu werden. Glück haben die Abenteurer eben auch gehabt, dass sie just zum Sturm wieder am Boden angelangt waren.
Mehr unter www.xpedition.be.
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