Offwidth-Helden: Pete Whittaker & Tom Randall befreien "Century Crack"


Zur Fotostrecke (21 Bilder)

Tom Randall klettert Century Crack 5.14b
Foto: Archiv Randall & Whittaker

 

Rissklettern: Pete Whittaker + Tom Randall
Foto: Archiv Randall & Whittaker

 

Rissklettern: Pete Whittaker + Tom Randall
Foto: Archiv Randall & Whittaker

 

Rissklettern: Pete Whittaker + Tom Randall
Foto: Archiv Randall & Whittaker

 

Rissklettern: Pete Whittaker + Tom Randall
Foto: Archiv Randall & Whittaker
Unter dem Namen "Wideboyz" haben sich zwei Briten den Auftrag erteilt, die fiesesten und weitesten Risse der USA zu erklimmen. Mission erfolgreich: mit "Century Crack" haben sie eine harte Nummer als erste frei klettern können.

Auf der Insel sind sie keine Unbekannten: Tom Randall (31) und Pete Whittaker (20) aus Sheffield gehören zu den britischen Topkletterern. Als Freunde des gepflegten Ungemachs haben sie beschlossen, die weiten Risse der USA zu probieren. Offwidths und andere fiese Spezialitäten finden sich in Großbritannien zwar ein paar, doch um sich richtig ordentlich vorzubereiten, haben die beiden sogar an einer Balkenkonstruktion im Keller von Tom trainiert. Zum Glück, denn wie sich nun herausstellte, bot das Folterinstrument im Keller ebenjene Rissbreite, die auch Century Crack aufweist. Praktisch, denn so waren die Wideboyz in der Lage, den Riss in Moab (Utah) als erste frei durchzusteigen.

Doch bevor sie zu dem Highlight der Reise gelangten, steuerten sie noch andere berüchtigte weite Risse an. In Vedauwoo, Wyoming, kletterten sie unter anderem What the Big Boys Eat (5.12c), Lucille (5.13a), Monsters Inc (5.13a), Spatial Relations (5.13a) und noch einige mehr (siehe Ticklist in der Fotostrecke). Danach steuerten sie nach Little Cotton Wood in Utah, wo sie in erster Linie den ordentlich überhängenden Riesenriss Trench Warfare (5.12d) klettern wollten. Dies funktionierte so gut - beide flashten ihn - dass Tom noch ein schnelles Free Solo des Risses anhängte (siehe Fotostrecke).

Vielleicht war es das so gestärkte Selbstbewusstsein, das ihnen schließlich den kurzen Prozess mit Century Crack erlaubte. Die Dachlinie war von Crusher Bartlett 2001 als Chocolate Starfish technisch erstbegangen worden (A1). Dann hatte sich der britische Altmeister Stevie Haston daran versucht, gab seinem Projekt den Arbeitstitel Century Crack und bezwang das Monster aber nicht.

 

Rissklettern: Pete Whittaker + Tom Randall
Foto: Archiv Randall & Whittaker Tom klettert "Century Crack" (5.14b).

Die "Wideboyz" hatten nur zwei Tage Zeit in Moab; ein sehr kleines Zeitfenster für eine noch nicht frei gekletterte Route... Doch am zweiten Tag, nach dem Ausbouldern am ersten, stiegen sowohl Pete als auch Tom beide den Riss im ersten Versuch durch. Beide kletterten den überhängenden Riss an schon gelegten Klemmgeräten: "Wir haben beide die Route an den 5er und 6er Friends geklettert, die wir beim Ausbouldern gelegt hatten. Es wäre zwar ideal gewesen, das Gear im Vorstieg beim Versuch zu legen, aber die Umstände machten das fast unmöglich. Alleine das Entfernen der Geräte würde eine Person so verausgaben, dass sie auf einen Tag schwer klettern verzichten müsste, und das war nicht möglich, weil wir nur zwei Tage Zeit hatten. (...) Außerdem hat das gelegte Gear die Schwierigkeit nicht verringert. Jedes Gerät stellte eine Crux dar, weil das Darum-herum-Klettern so knifflig war."

Nach der Begehung kam die eigentliche Schwierigkeit: das Bewerten. Um eine bessere Vergleichsbasis zu haben, gaben sich die Wideboyz dann noch die schwersten Offwidth-Risse von Utah, die sie finden konnten: Gabriel (5.13b) in Zion, Belly Full of Bad Berries (5.13a) und Price of Evil (5.13b), beide in Indian Creek. Die von Pamela Pack befreite Route Gabriel konnte Pete am ersten Tag und Tom am zweiten Tag klettern. Belly Full of Bad Berries ist der famose Riss, in dem schon Alex Honnold beim Onsight-Versuch stecken geblieben ist - Pete Whittaker flashte das Ungetüm einfach weg. Tom kommentierte die Begehung auf UKClimbing.com lapidar: "...he'd sandbagged himself by only taking one Friend 5! In his usual youthful style he ignored the monster fall and after 16 minutes of effort he has made the first flash of the route..." Tom selbst kletterte Belly Full of Bad Berries im zweiten Versuch. Mit der erst 2010 von Mason Earl eröffneten Price of Evil kletterten die beiden dann noch flugs, was sie als "zweithärtesten Offwidth der USA" betitelten. Doch im Gegensatz zum Century Crack forderte keiner dieser schweren Risse die beiden über Gebühr - weshalb sie für den Century Crack als Bewertung 5.14b (französisch 8c) vorschlagen. Enthusiastisch kommentiert Pete auf ihrem Blog Wideboyz: "Ob es 6c oder 8c ist, vermittelt nicht wie es ist, das Ding zu klettern. Um das Gefühl zu bekommen, worum es wirklich geht, musst du hin und es probieren. Nur so lässt sich die Monstrosität des Ungeheuers erleben..." Well done, Wideboyz.

Mehr zur Reise der beiden gibt es auf ihrem Blog wideboyz.blogspot.com oder in den ausführlichen Exklusiv-Reports auf UKClimbing.com. Und natürlich in der Fotostrecke. Auf der nächsten Seite: Videos der Wideboyz.

  • 1
  • 2

Inhaltsverzeichnis