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Adam Ondra und "Open Air" (9a+) – Fotos und mehr
Vojtech Vrzba hat den jungen Tschechen bei seinem Durchstieg des Huber-Hammers am Schleierwasserfall begleitet und uns einige grandiose Fotos sowie einen ausführlichen Bericht zukommen lassen.
Die erste Wiederholung von Alexander Hubers "Open Air" nach 12 Jahren durch den 15-jährigen Tschechen Adam Ondra haben wir schon vor zwei Tagen vermeldet. Jetzt gibt's einen deftigen Nachschlag in Wort und Bild vom tschechischen Fotografen Vojtech Vrzba, den Adams Mutter kurzfristig eingeladen hatte, sie bei ihrem Wochenendausflug an den Schleierwasserfall zu begleiten:
"Nachdem sich der Nebel am Samstag Morgen aufgelöst hat, klettert Adam einige 7bs zum Aufwärmen. Danach begibt er sich direkt in sein 'Wochenend-Projekt'. Die erste Seillänge Ziag oder Fliag (8a+) sieht bei ihm aus wie ein gemütliches Intro zu Open Air (zweite Seillänge). Nach einer halbstündigen Pause auf dem Band macht sich Adam daran, die beste Lösung für die Schlüsselpassage zu finden und Griffe und Tritte zu ticken. Nach einer Stunde Pause folgt der erste echte Versuch: präzise Arbeit im Dach, Arme-Schütteln an der großen Tasche unterhalb der Crux. Doch dann erwischt er eine kleine Leiste nicht richtig, ein 15-Meter-Flug folgt. Als er danach an der nächsten Expressschlinge ausruht, frage ich ihn, warum er diese nicht schon klippt, bevor er in die Crux klettert – sie wäre von der großen Tasche leicht einzuhängen. Seine Antwort: "Wenn ich sie schon von unten klippe, werden mir an der Crux durch die Seilreibung im Karabiner zehn Kilo abgenommen, das wäre nicht in Ordnung."
Im Anschluss putzt Adam alle Griffe und tüftelt nochmals an der perfekten Sequenz für dieses Boulderproblem, das er auf Fb 8a+ schätzt. Zwei Stunden später der zweite Versuch: Alles läuft bestens bis zur Crux – Adam erwischt einen Griff schlecht und darf den Namen der Route erneut hautnah erleben.
Ein wahrer Überflieger
Am nächsten Tag scheitert Adam erneut zweimal knapp – beim zweiten Versuch fehlen ihm nur Zentimeter zum Zweifingerloch am Ende der Schlüsselpassage. Abends lernt er dann auf eine Geographie-Klassenarbeit, die er am Dienstag schreiben muss, während ich mich mit seinen Eltern unterhalte. Dann beginnt es zu regnen, und wir sind skeptisch, wie die Verhältnisse am Ausstieg am nächsten Tag wohl sein werden. Nachdem es fast die ganze Nacht geregnet hat, scheint am Morgen wieder die Sonne.
Adam wirkt noch motivierter als die Tage zuvor – heute ist der Tag! Auf dem Band nach der ersten Seillänge zieht er seine Daunenjacke an, um sich während der Pause warm zu halten. Dann geht's los. Geschmeidige Bewegungen bis zur Schlüsselpassage – jetzt zählt's: linke Hand auf einen Sloper, rechte an einen kleinen Untergriff, mit dem rechten Fuß hooken, rechte Hand an einen kaum sichtbaren Seitgriff. Nun Körperspannung aufbauen, Heelhook lösen und auf Hüfthöhe antreten, mit links an einen seichten Riss, mit rechts ein wenig höher an einen weiteren Seitgriff – und dann der letzte entscheidende Zug mit links an das Zweifingerloch … Geschafft! Den Rest lässt Adam sich nicht mehr nehmen: Die letzte Expressschlinge klippt er gar nicht mehr und klettert die verbleibenden fünf Meter über nassen Fels zur Kette. Wir hören ihn vor Freude schreien. Einen weiteren Versuch hätte er auch nicht gehabt, denn er hat sich beim Durchstieg einen Cut an einem Finger zugezogen. Dieser hält ihn aber nicht davon ab, zum "Abkühlen" noch Überflieger (8a+) und Long Island Icetea (8b) zu onsighten."
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