UIAA veröffentlicht Tipps zur Verhütung in großer Höhe

Sex auf einem 4000er ist vielleicht nicht das erste, was einem zum Thema Bergsteigen einfällt. Doch die UIAA hat daran gedacht und einen Leitfaden veröffentlicht.

 

Kondome
Foto: © Tomizak / Pixelio Kondome verhüten nicht nur Schwangerschaft, sondern auch die Übertragung von Krankheiten.

Die Union Internationale des Associations d'Alpinisme (UIAA), ihres Zeichens Dachverband der nationalen Bergsportvereinigungen, hat kürzlich Empfehlungen zum Thema Empfängnisverhütung in der Höhe veröffentlicht.

In dem Leitfaden geht es im Wesentlichen darum, inwiefern sich verschiedene Verhütungsmethoden und die Auswirkungen der Höhe den menschlichen Organismus beeinträchtigen.

Der wichtigste Tipp des Dokuments - und der einzige, der sich ausdrücklich auch an Männer richtet: "Jeder Reisende sollte Kondome dabei haben, und sei es nur, um 'sie im Zweifelsfall einem Freund zu leihen'."

 

Zinnen Dolomiten
Foto: © Thommy Weiss / Pixelio Berge und Romantik gehören ja doch zusammen.

Die gute Nachricht

Von diesem allgemeingültig guten Ratschlag einmal abgesehen, lassen sich in den Empfehlungen der UIAA allerdings auch detailliertere Tipps und Angaben zu spezifischen Verhütungsmethoden finden. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Verhütungsmittel "keine belegbaren Vor- oder Nachteile für die Höhenakklimatisation" mit sich brächten.

Die schlechte Nachricht ist, dass die tendenziell "unsichereren" Verhütungsmethoden (wie z.B. Temperatur- oder Kalendermethode) in großer Höhe noch unsicherer werden.

 

Gib Aids keine Chance - rund um die Welt
Rund um die Welt, am Berg und in der Höhe - dieser Tipp gilt überall.

Pille und Co.

Grundsätzlich als angemessenes Verhütungsmittel wird die "Pille" angesehen, wobei bei den konventionellen Präparaten (die Östrogene und Gestagene enthalten) auf ein erhöhtes Thrombosen-Risiko hingewiesen wird: "während langer Höhenaufenthalte, insbesondere in Kombination mit Polycythaemie, Dehydration und Kälte (...)".

Diese Gefahr bestehe bei der "Minipille" (enthält nur Gestagen) nicht. Zu beachten sei allerdings die eingeschränkte Wirksamkeit oraler Verhütungsmittel nach Durchfall oder Erbrechen, die in der Höhe eintreten können. Außerdem kann die Wirksamkeit der Pille von Medikamenten beeinträchtigt werden (z.B. von Penicillin).

Datenlage noch dünn

Die allgemeine Empfehlung der Autoren lautet, nicht kurz vor einer Expedition bzw. einem Ausflug in größere Höhen das Verhütungsmittel zu wechseln. Als empfehlenswert stuft der Leitfaden die Hormonspirale für Frauen ein, weil sie länge hält, die Wirksamkeit von Medikamenten (z.B. Antibiotika) nicht eingeschränkt wird. Ebenso als geeignet angesehen werden orale Verhütungsmittel "der zweiten Generation" (Minipille).

Generell, so mussten die Autoren des Leitfadens feststellen, ist die Datenlage zu dem Thema allerdings noch relativ dünn. Ähnliches gilt für das Thema Schwangerschaft in der Höhe. Schön allerdings, dass die Autoren sich ausdrücklich auch an Nicht-Mediziner richten, also vor allem an Bergsteiger und Kletterer.

Doch selbst ein längerer Aufenthalt in der Höhe sollte einige Empfehlungen nicht erfordern müssen: "Denken Sie daran (...) spermizide Cremes können unschön sein, wenn sie im Rucksack kaputtgehen".

Weitere Informationen unter www.theuiaa.org.

19.05.2009
Autor: Burmester
© klettern