Revo: neues Sicherungsgerät von Wild Country

Wild Country Revo halbautomatisches Sicherungsgerät zum Klettern
Foto: Wild Country
Zu bedienen wie ein Tuber und sicherer als herkömmliche Halbautomaten: Mit dem Revo bringt Wild Country ein neues Sicherungsgerät auf den Markt.

Ende Mai hat der britische Hartwaren-Hersteller Wild Country in Sheffield sein neues Sicherungsgerät Revo der Öffentlichkeit präsentiert.

Video: Bedienung und Handhabung des Revo von Wild Country

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Video: Magazin klettern

Das Gerät aus Alu und Stahl vereint die Handhabung eines Tubers mit der Sicherheit eines Halbautomaten: Beim normalen Sichern kommen die Funktionen eines Tubers zur Anwendung. So lässt sich das Seil dank der integrierten Umlenkrolle frei und easy ausgeben und einnehmen; Stürze lassen sich abfangen, "zu" macht man ebenfalls wie beim gewöhnlichen Tube-Sicherungsgerät.

Sollte die Bremshand indes einmal nicht das Seil bremsen, greift ein Blockiermechanismus.

 

Wild Country Sicherungsgerät Revo offen
Foto: Sarah Burmester Das halbautomatische Sicherungsgerät Revo geöffnet.

Die Besonderheit des Revo von Wild Country

Diese Blockierung des Seils funktioniert in beide Richtungen und ist als Back-up gedacht. Sollte das Revo Sicherungsgerät unerwünscht blockieren, weil etwa sehr schnell Seil ausgegeben wird, ist die Blockierung mit einem Ruck am Bremsseil nach unten leicht wieder zu lösen, ohne dass eine Hand vom Seil genommen werden muss.

Das Gerät bietet somit eine Blockierfunktion ähnlich der des Grigri, wobei der Mechanismus in beide Richtungen funktioniert - es spielt also keine Rolle, in welche Richtung das Seil ins Gerät eingelegt wird. Damit ist eine der herkömmlichen Fehlerquellen von Halb-Automaten ausgeschaltet (Versagen des Blockiermechanismus weil das Seil falsch herum eingelegt wird).

 

James Pearson sichert mit dem Wild Country Revo
Foto: Sarah Burmester James Pearson sichert mit dem Wild Country Revo.

Weiches Sichern ist mit dem Gerät sehr gut zu praktizieren, da der Blockier-Mechanismus erst greift, wenn ein stärkerer Zug im Revo ankommt. Die Blockierung greift geringfügig "später" als beispielsweise beim Grigri und erlaubt somit durchaus dynamisches Sichern. Nach Angaben des Entwicklers Egon Resch liegt die maximal erreichbare freie Laufgeschwindigkeit des Seils (bevor der Blockier-Mechanismus greift) bei jener, die man erreicht, wenn man aus einem Meter Höhe auf den Boden springt.

Da die Handhaltung und Bedienweise des Revo wie beim herkömmlichen ATC oder Tuber funktioniert, ist die Gefahr der Fehlbedienung wegen des Wechsels von einem Gerät zum anderen deutlich verringert. Erhöhte Sicherheit bietet das Gerät auch im Fall einer Panik-Reaktion: Wir haben es bei den ersten Tests nicht geschafft, den Blockiermechanismus durch Fehlbedienung außer Kraft zu setzen.

 

Wild Country Revo am Gurt
Foto: Sarah Burmester Das Revo am Gurt (der Gurt Mission Sport und der Schrauber Ascent sind übrigens auch neu bei Wild Country).

Details: das halb-automatische Sicherungsgerät Revo

Das Revo von Wild Country ist somit ein Gerät, das sich sowohl an Anfänger als auch an fortgeschrittene Kletterer richtet. Es bietet die Sicherheit eines Halbautomaten und die Flexibilität eines Sicherungsgeräts auf Tube-Basis, was es zum vielleicht besten Sicherungsgerät sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Kletterer macht.

Seit 2012 arbeiten die Entwickler von Wild Country am Revo, Anfang 2017 soll es auf den Markt kommen. Es entspricht dem EU-Standard EN 15151-1 und wiegt circa 245 Gramm (Grigri 2: 166g). Es soll für alle gebräuchlichen Einfach-Seile von 9 bis 11 Millimeter geeignet sein und um die 100 Euro kosten.

Mehr zum Revo im untenstehenden Video und unter www.wildcountry.com/revo.

Video: Das Revo von Wild Country

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