Update zu den Kletter-Einschränkungen auf Mallorca

Mallorca Access Problems - Kletterer sollen zahlen
Foto: Mark Glaister | Rockfax
Auf Mallorca sollten Kletterer und Touristen in manchen Gegenden bezahlen – nun gibt es ein Update zu den Zugangsbeschränkungen und Regelungen auf der beliebten Kletter-Insel.

Aktualisiert am 25. Oktober 2016; Text von Nadine Regel

Update Zugangsbeschränkungen Klettergebiete Mallorca

Vor eineinhalb Jahren hatte die mallorquinische Regierung einen Entwurf vorgelegt, der den Zugang zu diversen Klettergebieten reglementieren sollte. Er sah vor, dass sich Kletterer registrieren und zahlen sollen, um Zutritt zu den Wänden zu erhalten (siehe älterer Text unten).

Dieser Entwurf scheiterte an der Umsetzung: Nach kurzer Zeit wurde er verworfen. Laut Sam Shalley von der Kletterschule Rock and Ride Mallorca kam es seitdem zu keinen nennenswerten Einschränkungen von Seiten der Regierung. Problematisch im Zugang sind lediglich einige Gebiete, die sich auf privatem Boden befinden.

Sam nannte hier zum Beispiel den Sector Solarium in der Nähe von Andratx. Ansonsten ist der Zugang zum Gebiet Puig de Garrafa frei zugänglich. Hierzu zählt außerdem das Gebiet am Castell de Santueri. Dort ist das Klettern dauerhaft verboten. Der neue Besitzer des Schlosses äußerte sich strikt: Die Beschränkung würde niemals aufgehoben werden. Der Parkplatz wird anscheinend kontrolliert.

Weitere störungsfreie Gebiete: Santanyi, Cala Magraner (absolut keine Probleme), Creveta, Les Perxes and Grau des Ruc, Sa Gubia, Cala Varques (selbst kommerzielle Klettergruppen können sich frei bewegen; lediglich an einer beliebten Stelle für Cliff Jumps ist ein Schild angebracht, das besagt, dass Springen verboten ist), Port Soller und Fraguel (hier sind Schilder angebracht: für jedes Auto, das das Gebiet passiert, müssen 6 Euro entrichtet werden, aber dies wird wohl nicht mehr durchgesetzt.

Ortsansäßige Kletterer rufen dennoch zu Solidarität auf und wünschen sich, dass Touristen diese Gebühr nicht zahlen (falls doch verlangt). Landbesitzer und Regierung sollen nicht den Eindruck erlangen, dass sich dieses Geschäft als rentabel erweisen könnte)

Um Ärger mit Regierung und privaten Landbesitzern zu vermeiden, sollten folgende Regeln eingehalten werden:

  • Kletterverbote wie im Sector Solarium oder am Castell de Santueri sollten eingehalten werden
  • Zäune sollten als Begrenzung wahrgenommen werden und nicht unerlaubt überstiegen werden
  • keinen Abfall liegen lassen
  • keinen übertriebenen Lärm beim Klettern verursachen
  • verantwortungsvoll parken
  • Notdurft NICHT im Wald/ Klettergebiet verrichten und falls doch, Papiertaschentücher und Kot mitnehmen

Ursprünglicher Artikel von 2013

Auf Mallorca gab es auch bislang schon einige Zugangs-Probleme, doch waren diese bis jetzt auf einzelne Kletter-Gebiete beschränkt. Nun wird es allerdings großflächig schwieriger.

Die örtlichen Behörden verlangen nun "Eintrittsgeld" für Klettergebiete auf öffentlichem Boden.

Die Gemeinde Bunyola hat Preise veröffentlicht, die Kletterer, Biker und Reiter zahlen sollen, um gewisse Gebiete zu betreten. Darunter fallen unter anderem Fraguel, Ca'n Cristo und Ca'n Fil. Für ein Auto sollen 6 Euro fällig werden, fürs Klettern ganze 10 Euro.

Im Oktober sind bereits Kletterer (Locals und auch Besucher) zum Zahlen angehalten worden und bei Verweigerung des Platzes verwiesen worden.

Unter dem verwechslungsträchtigen Kürzel PORN (für Plan de Ordenación de los Recursos Naturales) sind schon 2007 strenge Zugangsregeln gesetzlich festgeschrieben worden. Diese scheinen nun durchgesetzt zu werden. Betroffen ist der Hauptgebirgszug an der Nordwestküste von Mallorca von Andratx bis zum Cap Formentor.

Unter PORN soll es vier Zonen geben, von "kein Zugang" bis "freier Zugang". Ungünstigerweise fallen Klettergebiete wie beispielsweise Creveta und Son Xanquet on Cap Formentor in eine "kein Zugang"-Zone.

Andere mallorquinische Klettergebiete, die in die mittleren Zonen fallen, werden vermutlich mit einem Eintrittsgeld belegt werden.

Außerdem beginnen auch private Landbesitzer damit (derzeit die Finca de Massanella für den Zugang über Mancor de la Vall), das Betreten von gewissen Klettergebieten mit Eintrittsgebühren zu belegen. Das betrifft die Gegend zwischen Alaró und Las Perxes (Caimari) und umfasst zum Beispiel Puig Major.

Die lokale Verwaltung von Manacor hat jüngst verboten, "von Felsen ins Meer zu springen". Das macht Deep Water Soloing (DWS) illegal. Betroffen sind Cala Varques und die umliegenden DWS-Spots an der Küste von Manacor.

 

Mallorca Access Problems - Kletterer sollen zahlen Landkarte
Foto: UKClimbing.com Die in Rosa gefärbte Fläche ist von den Zugangsbeschränkungen betroffen.

Klettergebiete auf Mallorca erhalten - Mithilfe erwünscht!

Was können Kletterer tun, um zu helfen?

Für Interessierte und solidarische Kletterer gibt es eine Facebook-Seite: Facebook-Gruppe für den freien Zugang von Klettergebieten auf Mallorca.

Petition unterschreiben:

Auf change.org gibt es eine Petition, die bei den lokalen Behörden gegen die Sperrungen und Zugangsbeschränkungen auf Mallorca protestiert - unterschreiben!

Weitere Tipps fürs Klettern auf Mallorca:

Klettert nicht in gesperrten oder mit Eintrittsgeldern belegten Klettergebieten - die Behörden und Landbesitzer sollen nicht das Gefühl bekommen, dass ihr System funktioniert und gar profitabel ist.

Das betrifft vor allem:

Sa Comuna de Bunyola (Fraguel, Ca'n Cristo and Ca'n Fil)
Finca de Massanella (La Reserva climbing area)
DWS on the Manacor coast (Cala Varques)

Außerdem könnte eine E-Mail an die lokalen Behörden nicht schaden - mit einer Beschwerde, oder mit der Information, dass ihr unter diesen Umständen Mallorca nicht mehr als Reiseziel in Erwägung zieht. Richtet die E-Mail (in Englisch) an: Serradetramuntana@conselldemallorca.net

Ein Feedback auf Twitter könnte auch helfen, zum Beispiel an:
@TurismeEsportIB (Ministry of Tourism and Sports of the Balearic Islands)
@ATBIllesBalears (Tourism Agency of the Balearic Islands) und
@carlosjdtruyols (Government Minister of Tourism and Sports of the Balearic Islands).

Über Unterstützung freuen sich nicht nur Kletterer, die Mallorca schätzen, sondern auch der Bergsport-Verein Mallorcas: Federaciao Balear de Muntanya i Escalada.

Quelle: UKClimbing.com