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Klassiker sollen Klassiker bleiben - "Supertramp" zurücksaniert
Ende September wurde "Supertramp" (8-) von Martin Scheel nach der Sanierung 2005 "renaturiert", viele der Haken wurden wieder entfernt. Beat Kammerlander hat die "Abderhalden" vorsichtig saniert.
Wie auch schon der 1998 Free Trip (7-) wurde 2005 auch der Scheel-Klassiker Supertramp (8-) im Bockmattli-Gebiet saniert. Die Sanierer hatten mit dem Erstbegeher Scheel Kontakt aufgenommen; abgemacht wurde, die alten Haken eins zu eins mit neuen zu ersetzen, und die Standplätze einzubohren.
Nach der Sanierung berichteten Wiederholer, dass im Supertramp einige Runouts durch zusätzliche Haken entschärft seien. Die Sanierer erklärten diesen Umstand damit, dass in den 25 Jahren seit der Erstbegehung etliche Normalhaken dazugekommen wären, die bei der Sanierung absprachegemäß gegen Bolts getauscht wurden.
Zurück zur Natur?
Martin Scheel bekam einiges an Feedback: "Die Aussagen gingen von 'viel mehr Bohrhaken' bis zu 'die Route ist ohne Klemmgeräte begehbar'. So oder so: Der Charakter der Tour schien massiv verändert." Unglücklich mit dieser 'Übersanierung', teilte Martin Scheel nun mit, dass Ende September 2009 drei Freunde in zwei Tagen harter Arbeit 28 Bohrhaken und einige alte (seit der Sanierung ohnehin überflüssige) Haken entfernt und die Bohrlöcher verkittet hätten.
Warum Abenteuer?
Martin Scheel gesteht sich als Erstbegeher eine Art Urheberrecht zu. "Dieses ist meines Erachtens um so ausgeprägter, je wichtiger die Tour für die Kletterwelt war. Meilensteine wie Der Weg durch den Fisch, Supertramp oder Silbergeier dürfen unter keinen Umständen zerstört werden. Der Wert dieser Klettereien besteht auch in ihrer Ernsthaftigkeit."
Auch bei weniger berühmten Linien hält es Scheel für wichtig, keine Plaisir-Linien daraus zu machen: "In unserer westlichen Gesellschaft geht es nicht ums Überleben, sondern um den Sinn. Die sogenannten Risikosportarten sind ein wichtiges Element, wie der Mensch sich verwirklichen kann, ohne andere zu gefährden." Außerdem gehe es darum, "dass nicht alleine die Masse und der Kommerz das sagen haben, sondern dass auch Minderheiten ihr Betätigungsfeld erhalten bleibt."
"Supertramp reloaded"
Angaben zur Renaturierung und zum jetzigen Zustand der Route:
- Es wurden 28 Bohrhaken entfernt.
- Jeder ursprüngliche, d.h. während der Erstbegehung gesetzte und im Originaltopo aufgeführte Normal- oder Bohrhaken wurde von den Sanierern 04/05 durch einen neuen Bohrhaken ersetzt. Diese Bohrhaken wurden belassen.
- einige weitere Bohrhaken in den leichteren Ausstiegsseilängen wurden aufgrund der schlechten Felsqualität ebenfalls belassen.
- Die Irniger-Stände wurden belassen.
- Friends und Keile sind wieder notwendig.
Weitere Informationen auf der Webseite von Martin Scheel: www.azoom.ch
Sanieren - ein heikles Geschäft
Beat Kammerlander und Reini Sperger haben im Rätiko die Routen Burger (7) und Seth Abderhalden Ged.Weg (7+) restauriert. Sie haben laut Kammerlander die Routen "von oben mit Fixeilen vom Schutt befreit und mit Normalhaken und Klemmkeilen in einen sicheren Zustand gebracht."
Dabei machten sie sich Gedanken, wie man mit "schützenswerten Routen umgeht: entweder mit dem Einsatz von Bohrhaken den Charakter einer Route total verändern oder mit viel Aufwand eine Route zu restaurieren, um ein wenig Klettergeschichte zu bewahren..."
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