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Florine und Hirayama wollen Huber-Rekord knacken
Bevor die Huberbrüder die neue Bestzeit für die "Nose" aufstellten, waren Hans Florine und Yuji Hirayama Rekordhalter. Nun wollen sie es noch einmal wissen - nur zwei Minuten trennen sie vom Rekord.
Am 22. Juni landet Yuji Hirayama in Kalifornien. Der Plan: Den Rekord der Huberbrüder (2:45:45) von 2007 zu brechen. Hans und Yuji hatten von 2002 bis Oktober 2007 den Rekord gehalten, mit 2 Stunden, 48 Minuten und 55 Sekunden. Dann kamen die Hubers - und schlugen sie um drei Minuten. Doch der US-Amerikaner Hans Florine, 44 Jahre alt, gibt so schnell nicht auf. Er beschließt, es erneut zu versuchen. Im Frühjahr meldet sich Yuji (39) aus Japan bei ihm, und sagt: "Let's do it."
Am 23. Juni gehen sie das erste Mal wieder in die Nose. Der erste Durchgang, logisch, ist noch gemächlich - zumindest für Rekordaspiranten: in 4 Stunden und 48 Minuten eilen sie die 34 Seillängen der Route hinauf. Diesmal hat Yuji ein japanisches Fernsehteam dabei - Speedklettern ist eben spektakulär. Der nächste Durchgang von Hans und Yuji ist schon deutlich schneller: Sie brauchen nur noch 3:28:58. Das war am 26. Juni. Langsam nähern sie sich der magischen Rekordzeit. Im San Francisco Chronicle erklärt Hans noch, wie die Huberbrüder sich großmütig zeigten, als er sie nach ihrem gelungenen Rekord zum Bier einlud: "Sie sind sehr lustig. Sie haben diese deutsche Überheblichkeit. Sie erzählten mir, dass die Route nicht wirklich anstrengend ist, bis man unter drei Stunden bleibt und dass sie den Rekord um nur drei Minuten verschieben wollten, damit noch Luft für einen Versuch von mir bleibt."
Dass noch Luft ist, wird deutlich, wenn man sich die Zeit des letzten Durchgangs von Hans und Yuji ansieht: Am 29. Juni brauchen Hans and Yuji nur noch 2 Stunden, 47 Minuten und 30 Sekunden - das ist nur noch knapp zwei Minuten von der Rekordzeit der Hubers weg und, wie Hans sich freut: "The fastest 'Non-German time' on the Nose."
Hans und Yuji, die Herausforderer der Huberbrüder.
Foto: Archiv Florine
Durchgeplant
Hans Florine hat die Nose bereits 65 mal geklettert. Er geht davon aus, dass dieser Erfahrungsvorsprung ihm helfen wird. Er hat die Route durchgeplant, das Minimum an Ausrüstung herausgefunden und überlegt, wo noch Zeit zu sparen ist. Die Huberbrüder würden zwar schneller klettern, aber beim Abwechseln im Vorstieg wertvolle Zeit verlieren, die er einsparen will, indem Yuji komplett im Vorstieg bleibt und Hans im Nachstieg folgt.
Bekannt wurden die Huberbrüder vor allem mit dem Dokumentarfilm "Am Limit" von Pepe Danquart, der auch den bayrischen Filmpreis gewann. Der Film begleitete die Brüder bei ihren Versuchen, die Nose so schnell wie möglich zu bezwingen, und machte sie auch über die Kletterszene hinaus bekannt.
Quelle: Hans Florine, San Francisco Chronicle online, speedclimb.com
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