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DAV-Unfallstatistik für 2008 und 2009: weniger Tote
Weniger tödliche Unfälle passieren in den Bergen - so lautet das Fazit des Alpenvereins, der am 17. August die Bergunfallstatistik für 2008 und 2009 vorgestellt hat.
Die Zahl der in den Bergen tödlich Verunglückten sinkt kontinuierlich – diese erfreuliche Entwicklung vermeldete der DAV auf seiner Pressekonferenz am 17. August anläßlich der Vorstellung der neuen Bergunfallstatistik für die Jahre 2008 und 2009. Die Statistik erfasst alle gemeldeten Unfälle der DAV-Mitglieder. In den Jahren 2008/09 starben insgesamt 76 (2008: 36, 2009: 40) DAV-Mitglieder bei Aktivitäten in den Bergen. Dabei handelt es sich um die niedrigste Zahl seit Anfang der Datenerfassung im Jahr 1952 – und das, obwohl immer mehr Menschen in die Berge gehen und die Zahl der DAV-Mitglieder deutlich angestiegen ist. Zum Vergleich: 1952 hatte der DAV 114.000 Mitglieder, 43 davon kamen beim Bergsport ums Leben. 2009 lag die Mitgliederzahl bei 851.000.
Wandern bleibt unfallträchtig
Wie in den Vorjahren sind Wandern und Pistenskifahren mit jeweils cirka 30 Prozent Anteil die Disziplinen mit den meisten Not- und Unfällen. Mehr als die Hälfte aller verunglückten Wanderer (60 Prozent) stolpern, knicken um oder rutschen aus, 19 Prozent bekommen körperliche Probleme, allen voran Herz- und Kreislaufprobleme oder leiden an Erschöpfung. 12 Prozent aller Notlagen wurden durch „Blockierung“ verursacht. Der Wanderer sieht dabei keine Möglichkeit mehr, sich selbst aus einer misslichen Situation zu befreien; häufigste Ursachen hierfür sind Wettersturz, Erschöpfung und Wegverlust. Gemessen an der großen Zahl an Wanderern und der langen Ausübungszeit während einer Wanderung ist das statistisch ermittelte Unfallrisiko des Bergwanderns allerdings mit am geringsten von den beobachteten Tätigkeiten.
Mehr Unfälle in Klettersteigen
Beim Klettersteiggehen sind steigende Unfallzahlen zu beobachten, seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Unfälle in etwa verdreifacht. Insgesamt meldeten 2008 und 2009 63 DAV-Mitglieder einen Unfall auf einem Klettersteig, zwei Personen kamen dabei ums Leben. Laut DAV hängt dies vor allem mit dem Trendsport-Charakter des Klettersteiggehens zusammen. Als relativ leichter Weg in die Steilwände der Alpen wird das Klettern an Drahtseil, Leitern und Stahlstiften immer beliebter. Mit der Zahl der Klettersteiggeher steigt auch der Anteil nicht ausreichend ausgerüsteter, überforderter Bergsportler, die das Klettersteiggehen unterschätzen.
Die häufigsten Fehlerquellen sind:
- keine zeitgemäße, vollständige Ausrüstung oder falscher Einsatz der Ausrüstung, vor allem des Klettersteigsets;
- Fehler beim Sichern an den Stahlseilen;
- ungenügende Tourenplanung mit der Gefahr von Überforderung, Blockierung oder Wettersturz.
Viele Klettersteiggeher unterschätzen, dass es sich in der Regel um hochalpine Unternehmungen mit der Gefahr eines Absturzes auch aus großer Höhe handelt. Dies spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wider: 29 Prozent der Klettersteiggeher starben bei einem Absturz, 50 Prozent der tödlichen Unfälle waren auf Stolpern oder Sturz zurückzuführen, 21 Prozent starben während ihrer Tour an Kreislaufversagen, Herzinfarkt oder ähnlichen Ursachen.
Datengrundlage der DAV-Unfallstatistik
In der DAV-Unfallstatistik wurden nur DAV-Mitglieder erfasst, die ihren Unfall an die Versicherung des DAV gemeldet haben. Unfälle, die nicht mit einer aufwändigen Bergung verbunden sind (Hubschrauber- und Bergwachteinsatz) oder im Ausland passieren, werden zum Teil nicht gemeldet. Trotzdem spiegelt die Statistik auf Grund ihres Umfanges und ihrer langjährigen Erhebung die Entwicklungen und Tendenzen für den gesamten Bergsport wider.
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