DAV-Hauptversammlung 2011: Investitionen für Hüttenbau, Sicherheit, Umwelt

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Am 28. und 29. Oktober ging die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Heilbronn über die Bühne. Rund 600 Delegierte der Sektionen waren vor Ort.

Zwei Tage lang debattierten die Sektionenvertreter, lieferten sich dabei einige Diskussionen und überzogen die Zeitplanung deutlich. Ausgesprochen intensiv seien insbesondere die Diskussionen zur Mehrjahresplanung und zum Verbandsbeitrag gewesen: So hätten sich die Delegierten über drei Stunden mit dem Thema befasst. Der Verbandsbeitrag ist der Anteil, den die Sektionen zur Finanzierung der gemeinsamen solidarischen Aufgaben an den Hauptverein abführen. Die Delegierten beschlossen eine Anhebung um 5,46 Euro auf 30 Euro mit Wirkung zum 1. Januar 2014.

Außerdem verkündet der DAV noch weitere "richtungsweisende Schritte" und "wichtige Entscheidungen mit großer Tragweite". Hier gibt es die wichtigsten Punkte im Überblick:

Mehrjahresplanung und Verbandsbeitrag

Mit der Mehrjahresplanung 2012 bis 2015 haben die Delegierten ein Grundsatzpapier verabschiedet, das die folgenden Arbeitsschwerpunkte des Deutschen Alpenvereins für die kommenden Jahre festlegt. Darunter die deutliche Anhebung der jährlichen Zuschüsse für Hütten und Wege von bislang vier Millionen Euro auf dann 6,2 Millionen Euro jährlich, mehr Service für die 353 Sektionen des DAV, verstärkte Investitionen in die Sicherheit beim Bergsport, die Stärkung der Jugendarbeit sowie der Start einer großen Klimastrategie im Bereich „Natur und Umwelt“. Voraussetzung für eine Realisierung dieser Vorhaben ist eine Anhebung des Verbandsbeitrages um 5,46 Euro auf 30 Euro - mit Wirkung zum 1. Januar 2014.

Investitionen seien zum Beispiel:
- Fortschreibung der Kletterhallenstudie
- Ausbau der Erforschung des Unfallgeschehens in den verschiedenen Disziplinen
- Weiterentwicklung der Ausbildung (Qualitätssicherung, Einführung von Ausbildungen für Kletterhallen, Etablierung einer Kommunikationsplattform für Ausbilder)

Für Kletterhallen soll es grundsätzlich auch mehr Mittel geben, aber wann, stehe bislang noch nicht fest (2013 oder 2014).

Grundsatzprogramm Umwelt

Das Grundsatzprogramm zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz des Alpenraums wird überarbeitet, außerdem wurden nahezu einstimmig die neuen Richtlinien zur finanziellen Förderung von Wegebaumaßnahmen und die Richtlinien zur Förderung von Baumaßnahmen auf Hütten beschlossen. Beide Richtlinien treten zum 1. Januar 2012 in Kraft.

Unfallversicherung für Mitglieder

Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 wird darüber hinaus der Versicherungsschutz für Mitglieder um eine Unfallversicherung erweitert.

Wahl zum Vizepräsidenten

Dr. Guido Köstermeyer wurde einstimmig zum Vizepräsidenten gewählt. Der Erlanger Sportwissenschaftler und ehemalige Bundestrainer Sportklettern hatte das Amt bereits seit März kommissarisch inne, nachdem seine Vorgängerin Tamara Schlemmer zurückgetreten war.

Der Deutsche Alpenverein e. V. (DAV) ist der größte Bergsteigerverein der Welt und der achtgrößte Sportverband Deutschlands. In ihm sind 353 rechtlich selbstständige Sektionen mit insgesamt rund 893.000 Mitgliedern (Stand 2011) organisiert. Er ist im Deutschen Olympischen Sportbund der zuständige Fachverband für das Sport- und Wettkampfklettern, das Bergwandern und Bergsteigen, Hochtourengehen, Eisklettern und Expeditionsbergsteigen sowie das Skibergsteigen.

Webseite: www.alpenverein.de

03.11.2011
Autor: Bucher / Burmester
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