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Unfälle beim Eisklettern häufen sich
Im Januar und Februar 2009 haben sich beim Eisklettern zahlreiche schwere Unfälle ereignet.
Lag es daran, dass die Eisverhältnisse diesen Winter relativ gut waren, aber die Lawinen- und Eisschlaggefahr groß? Waren einfach mehr Leute unterwegs? Oder daran, dass Eisklettern von Haus aus eine der gefährlicheren Spielarten des Kletterns ist?
Tatsache ist, dass sich in diesem Jahr in den Alpen schon eine ganze Reihe schwerer Unfälle zugetragen hat, bei denen mindestens sechs Kletterer ums Leben kamen.
Eine kurze Bilanz der Unfälle dieser Saison:
7. Januar 2009: Eine Dreiergruppe aus Leoben und Mixnitz (Bezirk Bruck, Österreich) ist zum Eisklettern im Gesäuse unterwegs. Beim Rückweg – die Gruppe ist nicht mehr angeseilt – stürzt ein 25-Jähriger bei der Querung einer Platte und fällt 20 bis 30 Meter in die Tiefe in eine Rinne. Er kann erst am nächsten Tag von der Bergwacht tot geborgen werden.
11. Januar 2009: Ein Eiskletterer stürzt im Bezirk Kufstein über 30 Meter, er wird schwer verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht.
17. Januar 2009: Ein deutscher Eiskletterer stürzt am Tennenberg bei Reutte im Eisfall 3-Tisch-Tal beim Abstieg 30 Meter durch eine felsdurchsetzte Rinne ab. Er wird verletzt und von der Bergwacht ausgeflogen.
18. Januar 2009: An der Notkarspitze in den Ammergauer Alpen stürzt ein Eiskletterer (38) 20 Meter an den Wandfuß. Angeblich war die Seilschaft gerade dabei, das Abseilen aus dem Eisfall vorzubereiten. Der Mann zieht sich einen mehrfachen Wirbelbruch zu und wird von der Bergwacht gerettet.
Ebenfalls im Januar 2009:
Im Montblanc-Gebiet stürzen zwei 21-jährige Briten im Gervasutti-Couloir am Montblanc du Tacul tödlich ab. Es handelt sich um James Atkinson und Rob Gauntlett. Rob Gauntlett war 2006 kurz nach seinem 19. Geburtstag der jüngste Everestbezwinger geworden. Die Ursache für den Absturz ist noch unbekannt. Eisschlag von Seracs oberhalb des Couloirs ist eine Möglichkeit.
Am Fer a Cheval bei Sixt stürzen der junge französische Bergführer Benoit Drouillat und sein Bruder nach einer Begehung der Route La Lyre (VI/WI 7) tödlich ab. Offenbar wurden sie beim Abseilen von Eisschlag erfasst und mitgerissen. Die Route hatte erst jüngst Schlagzeilen in der Alpinpresse gemacht, als den Briten Nick Bullock und Tim Emmett die erste freie Begehung des 500-Meter-Falls (mit einigen Mixed-Längen) gelang.
1. Februar 2009: Ein tschechischer Eiskletterer wird im Vorstieg in einem Wasserfall im Salzburger Stubachtal von einem Schneerutsch mitgerissen. Zwei Eisschrauben brechen aus, er stürzt 15 Meter bis zum Einstieg und zieht sich einen Oberschenkelbruch zu.
5. Februar 2009: Ein 39-Jähriger aus dem Innsbrucker Land und ein 41-jähriger Imster sind am Wasserfall bei Scheibrand bei St. Leonhard unterwegs. In der dritten Länge werden sie von Eisschlag getroffen. Der 39-Jährige stürzt drei Meter ins Seil. Beide werden verletzt von der Bergwacht gerettet.
8. Februar 2009: Im Eisfall Indischer Seiltrick (350 m, WI 4/4+) im Zillertal stürzen vier deutsche Eiskletterer nach dem Ausbruch eines Felsabsatzes, auf dem sie den ersten Stand gemacht hatten, 20 Meter ab. Drei werden dabei verletzt, Näheres ist nicht bekannt.
28. Februar 2009: Am Gasthausfall bei Lüsens wird ein 39-jähriger deutscher Bergführer, der wohl toprope zu einem Stand aufsteigen und diesen abbauen wollte, von einem feuchten Schneebrett mitgerissen und eine halbe Seillänge tief zum Wandfuß gerissen, wo ihn ein Teilnehmer seines Eiskurses sicherte. Die oberhalb liegenden Standsicherungen werden ersten Erkenntnissen zufolge ebenfalls aus der Wand gerissen. Beide werden schwer verletzt, der deutsche Bergführer stirbt noch an der Unfallstelle. Der andere Kletterer wird von der Bergwacht geborgen.
Eisklettern ist ein sehr schöner Sport, aber auf jeden Fall nur sehr erfahrenen Alpinisten anzuraten. Selbst dann bleibt immer ein Restrisiko. Insbesondere die zuletzt sehr hohe Lawinengefahr und gelegentlich auftretende Föhnlagen mit plötzlicher Erwärmung und der Gefahr von Eisschlag lassen ein eher zurückhaltendes Verhalten angeraten scheinen. Außerdem gibt es beim Eisklettern weder normierte Zwischensicherungen noch Standplätze, dazu sind Zu- und Abstieg häufig ausgesetzt und führen durch felsiges, meist verschneites oder vereistes Gelände. Wir bitten euch alle um äußerste Vorsicht.
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