Tausend Meter Eis – Neutour in Tirol

Am 3. Dezember gelang Albert Leichtfried und Benedikt Purner die Erstbegehung von "Moonwalk" (WI 6, M7) in den Zillertaler Alpen, mit 1000 Metern Routenlänge wohl die größte Eispartie Österreichs.

 

Foto: Albert Leichtfried Benni Purner führt eine WI 5 Länge im oberen Wandteil von "Moonwalk" (WI 6, M7, 1000 m).

1000 Meter insgesamt, 900 davon eine durchgehende Eisspur – nein, so etwas gibt es nicht nur in Kanada oder Chamonix, sondern auch in der Alpenrepublik, genauer gesagt am Hauptkamm der Zillertaler Alpen zwischen Hoher Warte (2943 m) und Sagwand (3227 m). Stimmen die äußeren Bedingungen, gefriert hier ein Rinnsal in der nordexponierten Wand zu einer etwa 900 Meter langen, durchgehenden Eisspur zusammen, die sich bis hinab ins Alterertal erstreckt.
Seit letzten November waren Benni Purner und Albert Leichtfried immer wieder ins hintere Valsertal gezogen, um die Verhältnisse zu beobachten. Am 3. Dezember 2009 starteten sie dann bei Mondschein in ihr Projekt. 14 Stunden später, davon acht Stunden reine Kletterzeit, kehrten sie – wiederum bei Mondschein – glücklich nach Hause zurück.

Fotostrecke: Moonwalk – die längste Eisroute Österreichs

6 Bilder
Albert Leichtfried in einer WI 6 Länge Foto: Benni Purner
Albert Leichtfried vor der Schlüssellänge Foto: Benni Purner
Unterhalb der Eis-Schlüssellängen Foto: Albert Leichtfried

 

Topo "Moonwalk"
Foto: Albert Leichtfried Eis- und kombinierte Kletterei bis zum Abwinken. Die Linie von "Moonwalk".

Kurzinfo "Moonwalk"

Charakter: Moonwalk ist eine Kombination von klassischem Nordwandklettern mit ernster Wasserfall- und Mixedkletterei. Durch die Routenlänge ist ein Zu- bzw. Abstieg bei Nacht unumgänglich. Eine sichere Schneesituation ist unumgänglich für die Route!

Material: Cams 0,4 - 2, Satz C3s, Haken, Eishaken, mindestens 4 kurze Schrauben, komplette Eisausrüstung.

Zugang: Mit dem Auto auf der A13 (Brennerautobahn) zur Ausfahrt Matrei am Brenner und weiter nach Vals. Am Talende beim Gasthof "Touristenrast" parken. Mit Ski etwa zwei Stunden taleinwärts zum Einstieg auf der rechten Talseite.

Abstieg: Abseilen über die Route. Es wurden Eissanduhren und vier Bohrhaken zum Abseilen belassen.

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Autor: Albert Leichtfried / Steffen Kern
© klettern