Neue Mixedrouten von Auer und Wohlleben

Michi Wohlleben Stirb Langsam M11+ WI 6+
Foto: Michi Wohlleben
Michi Wohlleben hat mit 'Stirb Langsam' (M11+, WI 6+, 200m) eine neue Linie klettern können, Hansjörg Auer gelang 'Freizeitstress' (M5, WI 6, 110m), beide in Tirol.

Der deutsche Bergsteiger Michi Wohlleben (26) konnte Ende Januar links des Seebenseefalls bei Ehrwald eine neue Linie klettern, die er schon vor einigen Jahren eingerichtet hatte. "Die Kombination aus Schwierigkeit, brüchigen Fels und dass es eben komplette anspruchsvolle Seillängen sind mit einem ätzendem Zustieg machte es schwieriger als ich gedacht hätte." (Bericht von Michi unten)

Der Tiroler Hansjörg Auer hat mit Freizeitstress im Ötztal gemeinsam mit Reinhard Obweger eine neue Route erstbegangen. Die Route ist bohrhakenfrei, das Duo benutzte einen Normalhaken.

Hansjörg Auer: 'Freizeitstress' (M5, WI 6)




Bericht von Michi Wohlleben

"Am 18.01.2017 konnte ich meine Erstbegehung links des Seebenseefalls bei Ehrwald rotpunkt klettern.

Die Linie, von unten direkt über die einzelnen freihängenden Zapfen, an das große Eisnest zuklettern faszinierte mich. Da es nicht viele dieser Sorte gibt. Aufgefallen ist sie mir, als ich 2009 zusammen mit Peter Albert und Kathrin Winkler den Klassischen Seebenseefall geklettert habe.

Noch im gleichen Jahr fing ich mit meinem Bergführerkollegen Michi Bückers zu bohren an. Der schlechte Fels aber auch die massiven Dächer machten das Einbohren ziemlich mühsam. Aus diversen Gründen, Verletzungen, schlechten Bedingungen aber auch keine Motivation sich weiter zu fürchten, dauerte es lange, bis im Jahr 2013 das Einrichten der Route komplett fertig war, mit freundlicher und geduldiger Unterstützung von Fritz Miller, Michi Wärthl, Markus Koch, Lukas Binder.

Es verging wieder einiges an Zeit, einen Winter verbrachte ich aufgrund eines Gleitschirm-Unfalls komplett im Bett und letztes Jahr ist die Route nicht gewachsen. Dieses Jahr war ich hochmotiviert und es hat wohl alles gepasst, auch wenn ich wieder viel zeit investieren musste. Die Kombination aus Schwierigkeit, brüchigen Fels und dass es eben komplette anspruchsvolle Seillängen sind mit einem ätzendem Zustieg machte es schwieriger als ich gedacht hätte.

Am 18.01.2017 konnte ich schließlich gesichert von Lukas Binder alle Seillängen von unten rotpunkt klettern. Mir fielen die zwei M11+ Seillängen viel schwerer als jede M11 oder M12 im Klettergarten, aber vielleicht macht das auch der Felsqualität und die Ausgesetztheit aus... Bewertungen beim schwierigen Mixedklettern sind 'für den A*', das sollte ein grober Richtwert sein. Ich bin gespannt auf Wiederholungen. Abgesichert ist es mit Bohrhaken, aber man muss sich schon genau überlegen ob man die Route klettern will. Wenn man sich darauf einlässt ist es sicher ein mega Erlebnis."

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Eisklettern in Norwegen | Ines Papert Foto: Thomas Senf | visualimpact.ch
Eisklettern in Norwegen | Ines Papert Foto: Thomas Senf | visualimpact.ch
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