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Moro am Broad Peak: Vernunft vor Erfolg
Monatelang hatte Simone Moro mit seinen Seilpartnern am Broad Peak ausgeharrt und auf gutes Wetter gewartet, um dem 8000er die erste Winterbesteigung abzuringen. 247 Meter unter dem Gipfel mussten sie umkehren.
Wir berichteten bereits von Simone Moros Vorhaben, den Broad Peak (8051 m) im Winter zu bezwingen. Lange hatten Simone, Shaheen und Kudrat sich im Basislager aufgehalten, um das richtige Wetter für einen Gipfelvorstoß abzuwarten. Am 6. März brachen sie zu einem letzten Versuch auf. Und endlich sah es gut aus: Das Wetter war zwar anfangs noch kalt, doch später mit wenig Wind und Sonne recht freundlich. Am 10. März waren sie auf Gipfelkurs.
Während Kudrat schon einige hundert Meter eher anhielt, weil seine Füße zu kalt wurden, gelangten Shaheen und Simone bis auf 7800 Meter Höhe. Doch dort angekommen, war es bereits 14 Uhr. "Mir wurde klar, dass ich dem Gehirn gehorchen musste, und nicht dem Ego," schreibt Simone später in seinem Blog. Denn der Weg zum Gipfel hätte sie weitere zwei Stunden gekostet, und sie wären nicht vor 16 Uhr dort angelangt. So spät auf dem Gipfel zu stehen, war Simone zu riskant: "Ich habe noch nie gutheißen können, wenn Kletterer spät am Nachmittag auf den Gipfel gehen, ein Risiko eingehend, das viele von ihnen das Leben kostet."
"Es war schwierig, sehr schwierig. Seit 20 Jahren versuchen Bergsteiger im Karakorum einen 8000er im Winter zu begehen, und sich dem Ziel so nahe zu fühlen..." Doch mit dem Rückzug bewies Simone Moro einmal mehr seine Größe am Berg, indem er vernünftig blieb, seinen Traum zurückstellte, und sich und seine Gefährten lebendig zurückbrachte. In seinem Blog erklärt er, dass diese Expedition ihn alle Kraft gekostet habe - doch sein Kampfgeist scheint ungebrochen: "Sicher wird bald jemand einen 8000er im Karakorum zur Winterzeit bezwingen. Doch ich denke, dass ich nächsten Winter auch wieder hier sein werde."
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