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Ice Climbing Festival Kandersteg 2010
Das 10. Ice Climbing Festival lockte vom 8. bis 10. Januar jede Menge Eiskletterer und rund 500 Zuschauer in das Eisklettermekka Kandersteg im Berner Oberland.
Zur zehnten Auflage gab es dann gleich ein Novum: Das Festival fand zum ersten beim Gelände des Seilparks Kandersteg gegenüber der Gemmi Lodge statt. Die dortige, künstlich vereiste Felswand bot beste Verhältnisse zum Eis- und Mixedklettern, sowohl für die Profis beim Wettkampf als auch für Einsteiger im Rahmen der Workshops. Aber auch an den zahlreichen Eisfällen rund um Kandersteg wurde eifrig gepickelt.
Bei eisigen Temperaturen von bis zu -10 Grad trafen sich am Samstag etwa 80 Teilnehmer zum Drytooling-Wettkampf. Das spektakuläre Finale am Abend unter Flutlicht gewann bei den Herren der Spanier Israel Blanco vor Patrik Aufdenblatten aus der Schweiz und Albert Leichtfried aus Österreich. Bei den Damen war das Siegerpodest fest in Schweizer Hand. Petra Müller gewann vor Felicitas Feller und Dalia Hamdy. Petra Müller gewinnt diesen Wettkampf bereits zum vierten Mal, Patrik Aufdenblatten steht als Vorjahressieger ebenfalls schon zum dritten Mal auf dem Treppchen. Bei den Herren galt es, sich über eine offene Qualifikation und ein Halbfinale für das Finale zu qualifizieren. Die zwölf teilnehmenden Frauen benötigten nur eine Qualifikationsrunde. Wobei bei allen Runden neben der Schwierigkeit auch die Zeit eine entscheidende Rolle spielte. Nur drei Minuten (4,5 Minuten im Herrenfinale) hatten die Athleten und Athletinnen für die Routen Zeit. Gesetzt wurde der Wettkampf vom altbewährten Team um Thomas Steinbrugger und Kurt Astner. Trotz des zeitgleich in Kirov stattfindenden Weltcups hatten einige Kletterer der Weltelite Kandersteg den Vorzug gegeben und sorgten für einen Wettkampf auf Weltcupniveau.
Die Workshops am Sonntag wurden von etwa 50 begeisterten Teilnehmern angenommen. Sie erprobten sich an Eis und Fels und erhielten Tipps und Tricks von den Finalisten des Wettkampfes und erfahrenen Eiskletterern. Geleitet wurden die Workshops von Top-Athleten wie Simon und Samuel Anthamatten (CH), Neil Gresham (GB), Dodo Kopold (SK), Klemen Premrl (SI), Petra und Jack Müller (CH), Patrik Aufdenblatten (CH) und Matthias Scherer (DE).
Die Kultur kam natürlich auch nicht zu kurz. Die üblichen Vorträge am Freitag- und Samstagabend im Kongresszentrum Kandersteg waren mit bis zu 300 Zuschauern pro Vortrag sehr gut besucht. Der Pionier der sächsischen Schweiz Bernd Arnold plauderte in seinem Vortrag über seine „Felsenheimat Elbsandstein“ aus dem Nähkästchen. Der junge slowakische Alpinist Dodo Kopold beeindruckte die Zuschauer mit seinem Vortrag „Himalayan Alpine Style“ mit Bildern und kurzen Clips über seine Begehungen in der heimischen Hohen Tatra bis zu den 8 000ern im Himalaya. Die unglaubliche Zahl von Actionbildern bei schlechtestem Wetter und widrigsten Bedingungen sorgte bei manchen Zuschauern für Kopfschütteln und zeigte eindrücklich zu welchen Leistungen Dodo Kopold fähig ist.

