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Eiger Nordwand
Michael Wohlleben und Fritz Miller haben die Eiger Nordwand durchklettert. Ein kleiner Bericht von den beiden jungen Alpinisten, die zum Expedkader 2009 des Deutschen Alpenvereins gehören.
"Durch die Eiger Nordwand wollte ich schon immer einmal klettern. So beobachtete ich auch diesen Herbst die Verhältnisse – im Oktober sah es dann gut aus. Also rief ich am Mittwoch den 10. Oktober meinen Freund Fritz Miller an und fragte ihn, ob er Lust hätte. Natürlich hatte er…
Zwei Tage später (Freitag) standen wir dann abends am Parkplatz beim Bahnhof in Grindelwald Grund und richteten uns für unser erstes Biwak ein. Am nächsten Morgen sind wir mit dem ersten Zug zur Station Eigergletscher gefahren. Am Einstieg der Heckmair-Führe waren wir etwa um 9 Uhr. Gegen 10:30 Uhr waren wir bereits auf Höhe des Stollenlochs, wo wir das Seil anlegten. Nach dem 'Schwierigen Riss' und dem 'Götterquergang' kletterten wir zügig, teilweise auch seilfrei über das '1. Eisfeld', den 'Eisschlauch' und das '2. Eisfeld'. Wir kamen um 15 Uhr am 'Todesbiwak' an, aßen und tranken kurz etwas und kletterten weiter.
Fritz kletterte die technisch anspruchsvollste Stelle der Wand – den 'Wasserfallkamin' – in nullkommanix und wir waren wie geplant um etwa 18.30 Uhr am 'Brüchigen Band', unserem ersten geplanten Biwakplatz. Da wir aber noch Kraft hatten und uns am oberen Rand der 'Spinne' einen besseren Platz erhofften, kletterten wir noch bis etwa 20:30 Uhr im Dunkeln den 'Götterquergang' und die 'Spinne'. Wir brauchten durch den wenigen Firn sehr lange um wenigstens einen einigermaßen guten Sitzplatz für uns Zwei ins Eis zu schlagen und waren erst um 23 Uhr fertig mit dem Biwakplatz. Wir kochten uns noch was zu Essen und versuchten bis um 7 Uhr möglichst viel Schlaf zu finden.
Am nächsten Tag lagen nur noch die 'Ausstiegsrisse', das 'Gipfeleisfeld' und der Mittellegigrat vor uns. Um 11:45 Uhr standen wir dann schließlich auf dem Gipfel – bei traumhaftem, mildem Herbstwetter. Als wir um 17 Uhr dann auch wieder an der Station Eigergletscher waren und noch die letzte Bahn erreichten waren wir überglücklich über die schöne Tour.
Für Fritz war es jetzt schon die zweite Begehung der Eiger Nordwand in diesem Jahr und alles in allem können wir sagen, dass es mal wieder eine schöne Erfahrung in den Bergen war – auch wenn wir beide am Montag in der Schule ziemlich müde waren. Danke Eiger."
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