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13 Tage in der Wand: Favresse & Co. in Patagonien
Ende Januar/Anfang Februar gelang Nicolas Favresse, Sean Villanueva und Ben Ditto die erste freie Begehung der "Südafrikaner-Route" am Zentralen Paine-Turm (2460 m) in Patagonien und damit die erste komplette Freikletterei in der 1200-Meter-Ostwand des Berges.
Detaillierte Infos und Angaben zu den Schwierigkeiten gibt es bislang nicht, dafür einige enthusiastische Kommentare: "Wir sind eine Reihe spektakulärer Seillängen mit unglaublichen Moves auf erstaunlichem Granit geklettert. Die Südafrikaner-Route bietet streckenweise die abgefahrenste Freikletterei, die uns je untergekommen ist." Erstbegangen wurde der geradlinige Anstieg entlang einer Serie von Verschneidungen durch die Ostwand des Zentralen Paine-Turms in der Saison 1973/1974 durch Paul Fatti, Roger Fuggle, Art McGarr, Mervyn Prior, Mike Scott und Richard Smithers. Bis dato hatte die mit A4, 5.10 bewertete 1200-Meter-Route nur eine Wiederholung durch ein ebenfalls südafrikanisches Team im Jahr 2003 gesehen.
Mitte Januar waren die Belgier Favresse und Villanueva und der US-Amerikaner Ben Dito im Torres del Paine Nationalpark eingetroffen. Am 24. Januar stiegen sie mit Proviant für 14 Tage in die Wand ein – gut kalkuliert, wie sich heraus stellte. Derzeit erholen sie sich in Puerto Natales – gemeinsam mit dem Engländer Pete Rhodes und Kinloch Earle aus den USA, die ihren ersten Patagonien-Trip mit einer Besteigung des Paine-Nordturms (2260 m) über den Normalweg und einer Erstbegehung an einem vermutlich bislang unbestiegenen Gipfel am Ende des Mirador Valleys ebenfalls erfolgreich begannen. Favresse und Co. wollen sich bis März in Patagonien aufhalten – und auch den Granitriesen rund um den Fitz Roy einen Besuch abstatten.
Für Favresse und Villanueva war dies bereits die zweite Reise an die Paine-Türme. Schon 2006 hatten sie sich gemeinsam mit Favresses Bruder Olivier und Mike Lecomte an einer komplett freien Begehung der Ostwand des Zentralen Paine-Turms versucht. Damals konnten sie einige technische Längen der legendären Route Riders on the Storm, 1990/1991 erstbegangen von Wolfgang Güllich, Kurt Albert, Bernd Arnold, Norbert Bätz und Peter Dittrich, im neunten Grad befreien. Nur eine A2-Passage in der 29. Seillänge konnten sie damals nicht knacken. Dafür ist ihr Projekt "Free South Africa" diesmal voll aufgegangen. Gratulation!
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