Klettern auf Mallorca

Winterziel zum Klettern: Mallorca


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Klettern auf Mallorca
Foto: Mark Glaister | Rockfax

 

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Klettern auf Mallorca
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Klettern auf Mallorca
Foto: Ralph Stöhr
Mallorca gehört zu den besten Sportkletter-Destinationen von Spanien. Vor allem für den Winter eignet sich die berüchtigte Insel als Reiseziel.

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Klettern im Winter - keine leichte Aufgabe, einen Fels zu finden, der das Kletter-Herz höher schlagen lässt, logistisch und finanziell gesehen nicht außer Reichweite liegt und bitteschön Sonne und gute Infrastruktur bietet. Mallorca ist eines dieser Ziele.

Update: Zugangs-Probleme zu Klettergebieten auf Mallorca, Info hier

Zwar rangieren für die meisten Kletterer spanische Klettergebiete wie El Chorro, Siurana oder die Costa Blanca noch vor den Felsen Mallorcas. Dabei können sich die Kletter-Routen und Deep Water Solos Mallorcas durchaus mit den besten Klettergebieten auf Spaniens Festland messen.

Die Landschaft ist ungeheuer vielfältig, das Angebot reicht von Felsen direkt an der Küste bis zu abgelegenen Felswänden in den Bergen. Wie es sich für spanischen Kalk gehört, ist der Fels auch auf Mallorca ausgezeichnet und reicht von gemäßigten Platten über steile, versinterte Überhänge bis zu einigen der weltbesten Deep Water Solos.

Wir präsentieren: die wichtigsten Sportklettergebieten Mallorcas.

Klettern auf Mallorca: Sa Gubia

Dieses riesige Amphitheater aus Fels erhebt sich über den ersten Hügeln, die nördlich von Palma de Mallorca den Übergang zum Gebirgszug der Serra de Tramuntana markieren. Die Serra de Tramuntana erstreckt sich entlang der Nordwestküste der Insel und bietet neben weiteren Klettergebieten auch die Möglichkeit zu herrlichen Bergwanderungen mit Meerblick.

Das mallorquinische Klettergebiet Sa Gubia beherbergt über 100 Routen, von denen sich die meisten in den Graden 6a bis 6c abspielen. Es gibt zu jeder Tageszeit Sonne und Schatten – man muss nur die richtige Wand wählen. Wer gerne Mehrseillängenrouten klettert, findet hier die besten der Insel. Sogar die selbst abzusichernde Albahida (4+, auch Gubia normal) wird zu Urlaubszeiten ständig begangen, was als Beleg für ihre Qualität gelten darf.

Wer etwas abenteuerlicher gestimmt ist, sollte sich auch die 100 Meter hohe Cara Oeste anschauen, eine der eindrucksvollsten großen Kletterwände in ganz Europa. Sie durchziehen ein halbes Dutzend Mehrseillängenrouten, von denen allerdings nur eine noch im sechsten Franzosengrad siedelt. Alle anderen sind schwieriger.

Klettern auf Mallorca: Formentor

Der Nordwestzipfel Mallorcas fällt mit gewaltigen Klippen ins Meer ab. Das Potenzial für neue Routen ist hier enorm, allerdings ist davon bisher nur sehr wenig erschlossen. Stattdessen konzentrierten sich die Kletterer auf eine kleine Anzahl von Felsen, die etwas weiter vom Meer weg liegen. Zwei davon spielen in der Oberklasse: Es Fumat und La Creveta. Es Fumat ist eine große Wand, deren linker Teil eine Handvoll der schönsten Routen der Insel im sechsten Franzosengrad aufweist.

Wer in Port de Pollença abgestiegen ist, sieht die Wände von Creveta gleich am Beginn der Straße, die hier ansteigt und hinaus auf die Halbinsel von Formentor führt. Die Lage, der einfache Zugang und Dutzende moderate Routen machen Creveta zu einem beliebten Ziel auch für Einsteiger.

Dennoch eine Warnung: Schon einige Kletterer sind mit den technisch anspruchsvollen und kleingriffigen Platten nicht zurechtgekommen. Leichter Grad heißt hier nicht, dass die Kletterei langweilig wäre.

Klettern auf Mallorca: Betlem

Am perfekten Kalkpfeiler von Betlem geht es meist ruhiger zu als in den bekannten Gebieten Mallorcas. Die meisten kommen hierher, um die markante Lochplatte abzuhaken, und verpassen dabei die ebenso guten Routen links und rechts des zentralen Pfeilers. Wer in höheren Schwierigkeitsgraden klettert, sollte sich die nahegelegene Höhle und überhängende Wand der Ermita de Betlem anschauen, wobei hier sogar die ganz Starken nur mit Schwierigkeiten abheben.

Klettern auf Mallorca: Serra De tramuntana

Am Rand der Serra de Tramuntana liegt eine Reihe kleinerer Wände, meist in der Nähe der ausgesetzten Straße, die sich entlang dieses Gebirges schlängelt. Alle von ihnen bieten eine überwältigende Aussicht aufs das hunderte Meter tiefer liegende Meer.

Can Ortigues, Valdemossa und Ca‘n Nyic locken mit einer schönen Auswahl an beliebten, mittelschweren Routen und werden entsprechend gerne besucht, während im Landesinnern S‘Estret eine Mischung aus sonnigen Wänden und schattigen Überhängen aufweist. In Es Verger, Gorg Blau und Las Perxes dominieren dann die Routen im siebten und achten Franzosengrad, ergänzt durch wenige, aber schöne mittelschwere Routen.

Die besten Klettereien finden sich aber in Fraguel – einem Weltklasse-Sportkletterfels – und Alaró, einem eigenen Berg, an dessen Südseite eine gewaltige Sinterwand lockt: Die Route Buf! (7a) sollte sich niemand, der's drauf hat, entgehen lassen. Nach Norden schließen wir die kleine Felsrunde mit den Wänden bei Port de Soller. Die Felsen liegen hier in einem wunderschönen Pinienwäldchen über dem Meer.

Die wunderbare Atmosphäre wird nur durch das Neubaugebiet auf den Felsen gestört. Hier spielt sich die Kletterei in und neben einer versinterten Höhle ab. Es gibt genug Routen hier, um die meisten Besucher ein oder zwei Tage glücklich zu machen.

Der Süden und die Küsten

Im Südwesten und Osten der Hauptstadt Palma erstreckt sich eine wunderschöne Küste voller kleiner Buchten und gesäumt von zahllosen Kalkwänden. In Cala Barques, Cala Marcal und natürlich Porto Christo finden sich Deep Water Solo-Spots, die zu den besten der Welt gehören. Die Cova del Diablo bei Porto Christo ist quasi die Mutter aller DWS-Wände. Ein Besuch lohnt sich sogar nur zum Anschauen und Schaudern. Die Wand ist von oben leicht zugänglich. Aber Vorsicht: Es geht extrem steil hinunter.

Im Winter, wenn das Wasser kalt ist, stehen aber sonnige Sportkletterfelsen auf dem Programm, und da gibt es nur wenige Gebiete, die mit der Cala Magraner mithalten können. Cala Magraner ist ein hübsches, von Felsen gesäumtes Trockental an der Ostküste Mallorcas und ein perfekter Urlaubsfels.

An den relativ niedrigen, aber abwechslungsreichen Wänden lassen sich Seillängen spulen, und am kleinen, sonnigen Strand am Ende das Tals kann man nach dem Klettern wunderbar picknicken. Der Fels ist übersät mit guten Griffen und tiefen Löchern, nur einige der Bohrhaken überschreiten so langsam ihr Haltbarkeitsdatum. Wichtig: Beachtet die aktuellen Zugansbeschreibungen.

Knapp auf dem zweiten Platz in Sachen Sonnenfels landet Santanyi oder Tijuana, wie das Gebiet auch genannt wird. Die orangefarbenen Kletterwände erheben sich über einer Kalkplattform direkt am Meer. Selbst im tiefsten Winter knallt hier die Sonne auf den Fels.

Die Vielzahl der Klettermöglichkeiten auf Mallorca hat noch einen angenehmen Nebeneffekt: Die Kletterer verteilen sich, es herrscht selten Stress am Fels. Was man im Urlaub ja auch nicht will.

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02.12.2013
Autor: Glaister / Burmester
© klettern
Ausgabe 12/11+01/12/2011