Infos und Topos zu den Neutouren von Pietro Dal Pra

Pietro Dal Pra: Drei neue Routen in den Dolomiten (Info plus Topos)

Pietro Dal Pra unterwegs in "In mezzo poco" (8a+) am Pilastro Sud della Lastia di Gardes.
Foto: Beat Kammerlander

Im wilden Val San Lucano und gegenüber der berühmten Agnerkante: Pietro Dal Pra unterwegs am Pilastro Sud della Lastia di Gardes.

"Via Grigioverde" (7c, 8 SL), "In mezzo poco (8a+, 10 SL) und "Gracias a la vida" (8a+, 7 SL): Im Val San Lucano in der nordöstlichen Pala-Gruppe eröffneten Pietro Dal Pra und Alessandro Rudatis zwischen 2009 und 2011 drei großartige Routen. Wiederholer sollten ein fundiertes Kletterkönnen und gute Nerven mitbringen.

Vis-a-vis der Civetta, erhebt sich in der nordöstlichen Pala über dem wilden Val San Lucano die höchste Wand der Dolomiten: die 1500 Meter hohe Nordwand des Monte Agnèr, rechts begrenzt von der sogar noch 100 Meter höheren, klassischen Nordkante. Gegenüber, auf der nördlichen Seite des Tals sind die Mauern nicht viel weniger hoch und sogar noch steiler.

Genau in diesen gewaltigen Südwänden, am Ende des Tals, oberhalb des kleinen Örtchens Col di Pra, haben die Italiener Pietro Dal Pra und Alessandro Rudatis in den Jahren 2009 bis 2011 drei alpine Routen vom Feinsten eröffnet. Bester, kompakter, teils plattiger, teils löchrig-steiler Kalk, abwechslungsreiche, homogene und technisch anspruchsvolle Kletterei. Allerdings nicht gerade mit hallenmäßigen Bohrhhakenabständen. Wer hier einsteigt, sollte nicht nur die geforderten nominellen Schwierigkeiten im Griff haben, sondern auch reichlich Erfahrung im Einsatz von mobilen Sicherungsmitteln sowie – als Seilzweiter – im dynamischen Sichern besitzen.

 

Pietro Dal Pra: www.climbforlife.it
Foto: Beat Kammerlander Auch sozial engagiert: Pietro Dal Pra wirbt für seine Initiative zum Spenden von Knochenmark.

In der aktuellen klettern 4/12 berichtet Pietro Dal Pra von seiner auf drei Jahre verteilten Trilogie am Pilastro Sud della Lastia di Gardes, erzählt von Zweifeln, Rückschlägen und Glücksgefühlen, dazu gibt's atemberaubende Fotos von Beat Kammerlander. Nach Redaktionsschluss bat Pietro mich noch, folgenden Zusatz zu seinem Curriculum vitae im Heft zu veröffentlichen:
"Ich denke, dass die bedeutendsten Begehungen meines Lebens die Dolomitenrouten waren, die ich zwischen 1993 und 1996 solo geklettert habe. Das definitiv härteste, was ich je geklettert habe, war der Zauberlehrling (9, 23 SL) an der Cima Scotoni solo 1995. Von 2001 an habe ich dann viele Routen auf Sardinien eröffnet."

2011 gründete Pietro außerdem zusammen mit Giovanni Spitale die Initiative "Climb for Life", die Kletterer animieren soll, Knochenmark zu spenden. Mehr Infos unter www.climbforlife.it.

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Autor: Steffen Kern/Pietro Dal Pra
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