Klettern im Donautal

Perfekte Kalkfelsen zum Klettern


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Klettern im Donautal
Foto: Ronald Nordmann

 

Klettern im Donautal
Foto: Ronald Nordmann

 

Klettern im Donautal
Foto: Ronald Nordmann

 

Klettern im Donautal
Foto: Ronald Nordmann

 

Stefan Glowacz klettert im Donautal
Foto: Klaus Fengler
Das obere Donautal bietet zum Klettern viele, große und qualitativ hervorragende Felsen. Und: Die restliche Landschaft ist auch nicht schlecht.

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Das Donautal ist wirklich ein ganz besonders hübscher Flecken Erde. Der Naturpark, der 1980 gegründet wurde, umfasst inzwischen auch viele Seitentäler und die umgebenden Hochflächen des Tals, doch das Kernstück ist immer noch der Abschnitt zwischen Beuron und Sigmaringen, wo sich das Tal der Donau tief in die Schwäbische Alb eingeschnitten hat.

Die Qualität der Kletterfelsen stimmt

Hier reiht sich Fels an Fels, und einige können es von der Größe her fast mit einer kleinen Alpenwand aufnehmen. Das ideale Terrain also für Kletterer. Neben der schieren Zahl und Größe der Felsen – am höchsten, dem Schaufels, beträgt die Wandhöhe gut 120 Meter – stimmt hier auch die Qualität. Vielerorts ist der Fels genial gut, kompakt und mit Löchern und Leisten strukturiert.

Dazu kommt, dass sowohl die Felsen als auch die Routen sehr abwechslungsreich sind. Es gibt Platten, Überhänge, Risse, gestuftes Gelände für Einsteiger, Nordwände, Südseiten, Routen mit zehn Metern und solche mit fünf Seillängen. Diese Viefalt der Möglichkeiten spiegelt sich auch im ganz neu aufgelegten Kletterführer für das Donautal wieder. Über 850 Routen an 30 Massiven beschreibt der Führer inzwischen.

Klettern im Donautal - es geht wieder

Wie fast überall in Deutschland, wo viel Fels, viele Kletterer und viel Natur aufeinandertreffen, gab es auch im Donautal eine Zeit lang teils heftige Auseinandersetzungen zwischen Kletterern und Naturschützern. Seit 1993 ist über die Hälfte der Felsen für Kletterer gesperrt, doch die Stimmung ist inzwischen wieder gut. Statt Konfrontation setzen die ehemaligen Streithähne auf konstruktive Zusammenarbeit.

Dies hat dazu geführt, dass seit 2014 an etlichen Wänden offiziell neue Regelungen gelten, die für die Kletterer günstiger sind als die bisherigen. Vor allem die ganzjährigen Klettermöglichkeiten an Schaufels und Hölle wurden deutlich erweitert, zudem wurden die Kreuzfelsen bei Mühlheim an der Donau und ein Übungsfels am Stuhlfels offiziell zum Klettern freigegeben.

Harte Platten stark im Kommen

Dass das Donautal wieder lebt, zeigt der rege Besuch von Felsen an beiden Enden des Schwierigkeitsspektrums. An Stuhlfels, Verlobungsfels oder Eigerturm und Alter Hausener Wand, wo viele leichte Routen ungetrübten Kletterspaß garantieren, herrscht Wochenende für Wochenende Andrang.

Doch auch die Highend-Szene hat in den letzten Jahren wieder starken Zulauf bekommen. Dabei zeichnen sich die ganz harten Routen des Donautals ja dadurch aus, dass "die Griffe oft okay sind, unten aber die Füße schlabbern" – wie Jörg Helfrich, Bergführer aus Kon­stanz, es trefflich ausdrückt. Sinter gibt es im Donautal keine. Viele der Sportkletterklassiker – wie zum Beispiel die an der unglaublich kompakten Rabenwand und am Bad Man Rock – verlangen viel vertikale Feinmechanik und perfekte Fußtechnik.

Fels ohne Griffe: Die harten Routen des Donautals

Die technisch anspruchsvollen und kompakten schweren Routen des Donautals erfreuen sie sich in letzter Zeit großer Beliebtheit. Selbst extrem anspruchsvolle Plattenklettereien wie Wargames (10-) werden regelmäßig versucht und gelegentlich sogar wiederholt. Ein Faktor, der zur neuen Beliebtheit solcher Klassiker beiträgt, ist die seit einigen Jahren laufende Sanierung, bei der sich die IG Klettern Donautal und Führerautor und Lokalmatador Georg Hermann besonders hervorgetan haben.

Hoch im Kurs steht bei den Extremen auch die Nordseite der Alten Hausener Wand. Die ist schon wegen ihrer Ausrichtung das perfekte Sommerziel und dazu steil, hoch und löchrig, so dass die Hallenausdauer endlich mal an den Fels gebracht werden kann. Die wohl stärksten Kletterer der Gegend sind derzeit Matthias Ruf und Johannes Schlemper, es gibt kaum einen Zehner im Tal, den die beiden noch nicht punkten konnten – und das, obwohl die Bewertungen als eher streng gelten.

Aber ob nun Extremkletterer oder Genießer: Das Obere Donautal ist für alle eines der landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten Klettergebiete in Deutschland.

Auf der nächsten Seite: die Empfehlungen der Locals, die besten Routen im Donautal vom sechsten bis zum zehnten Grad

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Klettern im Zillertal, Österreich Foto: Markus Schwaiger
Klettern im Zillertal, Österreich Foto: Markus Schwaiger
Klettern im Zillertal, Tirol Foto: Markus Schwaiger

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Fotostrecke: Klettern in USA - die Topgebiete

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White Style 2016 Foto: Christoph Laue
White Style 2016 Foto: Christoph Laue
Klettern in USA Foto: Christian Pfanzelt Photography

14.01.2016
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 07/2015