Alcalali - Sonniges Kleinod an der Costa Blanca

Kaum eine Ecke am Mittelmeer verspricht auch im Hochwinter soviel Sonne und Wärme wie die spanische Ostküste zwischen Valencia und Alicante.

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Foto: Ralph Stöhr

 

Foto: Ralph Stöhr Im linken Wandteil gibt es Routen von 3+ bis 7b+.

Die Klettergebiete rund um die Kleinstadt Calpe befinden sich im Regenschatten der im Inland gelegenen höheren Berge. Zwar kann in kalten Wintern der Schnee auch mal auf der Sierra Bernia, dem Olta oder dem Puig Campana und damit in Sichtweite der Küste liegen, doch wahrscheinlicher ist, dass an windgeschützten Felsen kurze Hose und T-Shirt angesagt sind.

Während Calpe und viele andere Küstenstädte mit Benidorm um die Zahl der meisten Hochhäuser wetteifern, und die Küste so immer weiter verschandelt wird - was schon Greenpeace und die Europäische Union auf den Plan gerufen hat - ist das Hinterland der Küste naturbelassener. Das Jalon-Tal, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Calpe, macht da keine Ausnahme. Dennoch geht auch hier die Erschließung voran, vor allem Briten sind es, die sich in den neu gebauten Häusern niederlassen.

Im Fall der Felsen von Alcalali kommt die Erschließung uns Kletterern sehr entgegen. Die Wand am Westrand des gleichnamigen Orts wird schon lange beklettert, und in den letzten Wintern haben vor allem Richard Davies und Alan Austin hier eine Vielzahl neuer Routen hinzugefügt, die ausgesprochen sonnige Kletterei an bestem, rauem Mittelmeerkalk bieten. Teils plattig, meist aber löchrig und mindestens senkrecht geht es bis zu über 40 Meter in die Höhe.

Zugang:
Auf der N332 von Calpe nördlich Richtung Benissa. Kurz vor Benissa links ab ins Jalon-Tal (auch: Xalon). In der Ortschaft Jalon der Umgehung nach Alcalali folgen (vor dem Ortsausgang links eine Bodega mit lokalem Wein, probieren kostet nichts). An der T-Kreuzung in Alcalali kurz links, dann gleich wieder rechts Richtung Orba. Nach dem Ortsende liegt der Fels über einer scharfen Linkskurve unübersehbar vor einem. In der Kurve ist Platz für zwei oder drei Autos, ansonsten entlang der Straße parken (ohne zu behindern, Vorsicht!).
Führer: Im Rockfax-Führer Costa Blanca ist Alcalali mit ca. 15 Routen enthalten. Hier bietet Richard Davies einen aktuellen Topo-Führer zum Download an.

 

Foto: Ralph Stöhr Im rechten Wandteil gibt es Routen von 6b+ bis 7b+.

Linker Wandteil:
(Route 1 befindet sich links des Bildrands) 1. Tasha Mitica (4, 20 m); 2. Easy Route (3+, 15 m); 3. Ainée (4+, 25 m); 4. Stahlgewitter (6a, 15 m); 5. Opat (6a+, 15 m); 6. Yorkshire Lads (6b, 15 m); 7. Windle Poons (6c+, 25 m); 8. Elendigliches Nuckschnucknvieh (6a+, 25 m);
9. Diferente Partes (6b+, 25 m); 10. Akram the Terrible (6c+, 25 m); 11. La Barra (6c, 25 m);
12. 40 Thieves (6c+, 25 m); 13. Cactus Climb (6c, 30 m); 14. Projekt (Bolts ohne Hänger zwischen Nr. 13 und 15); 15. Heaven can‘t wait (7b+, 30 m);

Rechter Wandteil:

Achtung: Neuerdings ist der rechte Wandteil von Januar bis Juni zwecks Vogelschutz gesperrt. Die Laschen der Haken wurden in diesem Teil der Wand entfernt.

(Route 16 befindet sich knapp links des Bildrands) 16. Busaba (7a, 25 m); 17. Suduko (6c+, 35 m); 18. Route 7 (6c, 44 m); 19. A.A. Confidential (7a, 18 m); 20. Cave Route left (7b+, 30 m); 21. Hush Hush (7b+, 20 m); 22. Cara Cortado (6c+, 20 m bis 1. Umlenker, Ausstieg Cara Dura 7b+; 10 m); 23. Cave Route (7b, 30 m); 24. Route 10 / Escape Right (6b, obere Direktvariante (7b, 32 m); 25. Waylander (7a, 20 m); 26. Hyperbolic (7b, 20 m); 27. Route 11 / Super Tufa (7b, wenn am Tufa rechts 7a+, 22 m); 28. Bells of Parcent (6b+, 18 m); 29. Route 13 / Orange Pocket (6c, 16 m); 30. Dead Funny (7b+, 20 m); 31. Route 14 / Elephants Trunk (7a, 20 m)

15.06.2007
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 12/2006