Arbeiten im Klettersport

Vertikales Gewerbe - Kletterfotograf

Erfolgreiche Kletterfotografen sind immer zuerst Fotografen. Denn auch wenn für viele Aufnahmen in Fels und Eis die Fähigkeit, selbst zu klettern und zu sichern 
nötig ist, muss doch an erster Stelle das Produkt, das Foto stehen.

 

Kletter-Fotograf Reiner Eder
Foto: Privat Rainer Eder gehört zu den etablierten Fotografen der Kletterszene.

Rainer Eder, 47 Jahre, Baar:

"Als ich so mit 16 Jahren zum Klettern fand – das war über den österreichischen Alpenverein –, dauerte es nicht lange, bis ich mit einem der damaligen Bergsportmagazine in Kontakt kam. Die Bilder darin haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Es dauerte dann auch nicht lange, bis ich mir von meinem als Malerlehrling verdienten und ersparten Geld eine kleine Kompaktkamera kaufte. Eigentlich habe ich mir bis heute alles selbst beigebracht, wobei ich mich natürlich von anderen Fotografen und Zeitschriften sowie Büchern inspirieren ließ und dann mit meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera von Nikon sehr viel ausprobierte.

Seit über 20 jahren fasziniert mich die Bergsportfotografie, und seit rund sieben Jahren kann ich davon leben. Dass ich das einmal können würde, davon habe ich anfangs natürlich nur geträumt. Aber schon früh entwickelte sich in mir ein Trieb, es irgendwann einmal als Fotograf zu versuchen, nur sollte es noch einige lange Jahre dauern, bis es endlich soweit war.

Mittlerweile besteht meine Haupttätigkeit beim Fotografieren vor allem in Auftragsarbeiten für verschiedene Firmen der Outdoor- und Sportbranche, gefolgt von Reportagen für Zeitungen nicht nur im Outdoorbereich, und natürlich mache ich auch eigene Produktionen. Das Arbeitsumfeld besteht zum größten Teil aus sehr guten Freunden, Kollegen und Partnern, die es für eine langfristige Zusammenarbeit einfach braucht. Ich versuche, auch bei Shootings mit Models eine persöhnliche „Beziehung“ aufzubauen, da das beim Shooting mehr als nur hilfreich ist.

 

Klettern Peak District
Foto: Rainer Eder Rainer Eders Werke tauchen überall auf.

Mein Arbeitsplatz ist das freie Gelände, und so kann es schon einmal passieren, das ich von einem Shooting in Kirgistan direkt zum nächsten nach Griechenland fahre. Ich würde meinen Job mit nichts anderem auf der Welt eintauschen, ich war ja lange genug als Maler und Anstreicher unterwegs, vielleicht zu lange. Von meiner Sorte gibt es zum Glück nicht so viele, wenn auch in den letzten Jahren die „Konkurrenz“ dank Digitalfotografie etwas größer geworden ist. Schlussendlich sind es aber doch immer dieselben Namen, die man unter den Bildern liest, und das bestätigt meistens schon deren Qualität. Ich kann dank meinen Aufträgen und der Agentur visualimpact sehr gut vom Fotografieren leben."

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27.04.2012
Autor: Ralph Stöhr
© klettern