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Arbeiten im Klettersport
Vertikales Gewerbe
Je mehr Kletterer es gibt, desto mehr verdienen auch ihre Brötchen in der Vertikalen. Elf Beispiele aus dem echten Leben.
Den Anfang machten die Bergführer. Ihr Beruf besteht immer noch darin, einen Gast gegen Bezahlung zum Gipfel und zurück zu führen. Sie waren die ersten, die direkt mit Bergsteigen und Klettern Geld verdienten. Und sind als staatliche geprüfte Berg- und Skiführer heute noch die am besten ausgebildeten Berufskletterer.
Der Boom des Kletterns, der Kletterhallen und auch der Vereine hat aber inzwischen ein relativ weites Betätigungsfeld geschaffen, in dem immer mehr versuchen, ihr Hobby irgendwie zum Beruf zu machen. Die Kletterhallen beschäftigen sehr viele Menschen im Servicebereich, in der Kursbetreuung, als Routenschrauber. Auch die gewachsenen Alpinvereine haben immer mehr hauptamtliche Mitarbeiter. Allein in der DAV-Zentrale in München arbeiten rund 70 Leute, weitere 30 sind für den DAV im alpinen Museum auf der Praterinsel und in der Jugendbildungsstätte in Hindelang tätig.
Hinzu kommt, dass die Kletterer auch die Nachfrage in der Bergsportindustrie ankurbeln. Bei den meisten Firmen, die Klettermaterial herstellen, sitzen in den Entwicklungsabteilungen – und nicht nur dort – Leute, die selbst in Fels und Eis aktiv sind. Auch im Vertrieb und Handel ist das so. Die eigene Erfahrung in ein Produkt und seinen Verkauf einzubringen, ist hier nicht nur ein Vorteil, sondern Notwendigkeit.
Eine eigene Schiene hat sich schließlich mit dem sogenannten Industrieklettern entwickelt. Dieser anspruchsvolle Beruf verlangt fundierte Kenntnisse der Sicherungstechnik und handwerkliches Können. Das, wovon die meisten träumen, nämlich von Sponsoren direkt fürs eigene Klettern bezahlt zu werden, gelingt immer noch nur wenigen. Die müssen in Fels und Eis und in der Medienpräsenz dann aber richtig gut sein.
Eines ist allen gemein: Wer sein Hobby zum Beruf macht, für den wird es schwieriger, Freizeit und Arbeit sauber zu trennen. Abschalten ist nicht mehr so einfach. Doch wer unsere Statements liest, sieht, dass keiner seine Berufswahl bereut.
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