Kurt Albert Interview

Kurt sei Dank - der Vater des Rotpunkts

Zu Kurt Alberts 50. Geburtstag im Jahr 2004 hatten wir dem großen Kletterer einige Fragen gestellt: Was Kurt außer roten Punkten alles umtrieb.

 

Kurt Albert
Foto: Klaus Fengler Kurt Albert, Vater des Roten Punkts.

Dieser Artikel erschien in klettern 2/2004 anlässlich von Kurt Alberts Fünfzigstem Geburtstag.

Spätestens wenn er bei Vorträgen seine bouldernden Affen aus der Diakiste packt und von deren dynamischem Kletterstil zu berichten weiß, biegt sich der ganze Saal vor Lachen. Für Heiterkeit ist bei Kurt Alberts Auftritten aber auch sonst gesorgt: Mal steht der Meister mit der Technik auf Kriegsfuß, mal schlägt das Chaos anderweitig zu. Dazwischen jagt eine Anekdote die andere, und mit seiner lausbübischen Ausstrahlung, seinem Humor und der Gabe, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, zieht der ältere Herr auch die jüngsten Zuschauer schnell in seinen Bann.

 

Kurt Albert im Magnet
Foto: Thomas Ballenberger Kurt im "Magnet" (Klick aufs Bild öffnet die Großansicht).

Rockin‘ all over the world

Dass der lockige Jüngling einst mit einem Farbtiegel durch Frankens Wälder zog und alle frei gekletterten Routen mit roten Punkten bekleckste, ist längst Klettergeschichte. Mit der Gelben Wand bescherte Kurt Albert 1976 Deutschland den ersten Siebener, mit Sautanz 1981 den ersten Neuner. Derweil hatte sich die Rotpunkt-Idee auf Weltreise begeben, und ihren Erfinder zog es hinterher. Erst übertrug er den Rotpunktstil auf die Wände der Alpen, ab Ende der achtziger Jahre dann auch auf die großen Wände weltweit. Seither beklettert der reiselustige Franke unermüdlich felsiges Neuland zwischen der Antarktis und Grönland, zwischen Venezuela und Madagaskar. Zuletzt ging es im vergangenen Dezember nach Indien – diesmal aber „nur“ zum relaxten Bouldern und Klettern. Kurt Albert zählt fraglos zu den herausragenden Persönlichkeiten im globalen Kletterzirkus.

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27.09.2010
Autor: Steffen Kern
© klettern