Fabi Buhl Interview

Von 8c bloc bis 8c+ alpin: Fabi Buhl im Interview


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Fabi Buhl klettert Nirwana
Foto: Stefan Schlumpf

 

Fabi Buhl, Boulderer & Alpinkletterer
Foto: Archiv Buhl

 

Fabi Buhl, Boulderer & Alpinkletterer
Foto: Stefan Schlumpf

 

Fabi Buhl, Boulderer & Alpinkletterer
Foto: Stefan Schlumpf

 

Fabi Buhl, Boulderer & Alpinkletterer
Foto: Stefan Kürzi
Fabi Buhl hat sich in kürzester Zeit vom Topboulderer zum Alpin-Kletterer gewandelt; und was für einem. Hier gibt's Bilder, Video und Interview mit Fabi.

Der Allgäuer Kletterer Fabian Buhl hat im vergangenen Jahr eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Als ihn zwei Knöchelbrüche zwangen, Crashpad gegen Seil einzutauschen, nahm er gleich auch Keile und Friends mit, um einige der schwersten Trad- und Alpinrouten der Alpen zu klettern.

So wandelte sich der 24-jährige Fabi Buhl vom Boulderspezialisten zum Allrounder mit Schwerpunkt auf psychisch anspruchsvollen Touren. Ragtime (Fb 8b+), Dreamtime (Fb 8c), Prinzip Hoffnung (10/10+, E9-10) und Silbergeier (8b+) sind nur einige seiner Begehungen der vergangenen anderhalb Jahre.

Bisheriger Höhepunkt seiner Entwicklung ist aber wohl die erste Wiederholung von Alex Hubers Testpiece Nirwana (8c+, 7 SL) an der Loferer Steinplatte im Herbst 2014. Hier erzählt Fabi Buhl, was ihn am Trad- und Alpinklettern fasziniert.

Fabi Buhl im Interview

Fabi, wie kamst Du auf die Idee, Trad- und Alpinklettern zu klettern? War es wirklich nur die Konsequenz aus zwei Knöchelbrüchen?

Für mich waren die Knöchelbrüche wirklich ausschlaggebend. Natürlich wollte ich früher oder später auch mal alpine Linien angehen. Dass aber alles so schnell ging, lag daran, dass ich nicht mehr abspringen durfte und mir neue Herausforderungen suchen musste. Anfangs konnte ich aber weder meinen Kopf noch meine alpinen Fähigkeiten abschätzen, doch auch dies schien sofort gut mitzuspielen. Deshalb versuche ich jetzt einfach alles zu machen, denn die Abwechslung lässt keine Langeweile aufkommen.


Was fasziniert Dich am Alpin- und Tradklettern?

Klettern ist so vielseitig... und genau darin liegt für mich der Reiz: Möglichst gut in allen Disziplinen zu sein. Auch wenn es unterschiedliche Anforderungen gibt, ähneln sie sich doch und alle darf ich in der Natur ausüben. Ein Hauptgrund meiner Motivation ist sicher die Schönheit einer Linie, egal ob Multipitch, Boulder oder Sportkletterei, wenn die Linie stimmt, dann bin ich motiviert. Ich war schon immer gern in den Bergen deshalb hatte ich heuer extrem viel Spaß in den Mehrseillängen, denn man ist einfach den ganzen Tag unterwegs in der Berglandschaft.

Fabi Buhl: Video

Video mit freundlicher Genehmigung von Stefan Schlumpf und Diego Defilla

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Ist es mal knapp gewesen beim Stürzen, sind mal Sicherungen herausgekommen?

Also in Bürs habe ich alles schon recht gut vorbereitet, darum sind mir auch keine Sicherungen um die Ohren geflogen. Aber in Lofer hat es mir einmal Friends gezogen. Dann gab es extra Airmiles.

Hast Du Dir inzwischen deine eigenen Cams und Keile angeschafft?

Für Prinzip Hoffnung hatte ich mir noch das meiste Material ausgeliehen. Aber nachdem mir klar wurde, dass ich mehr in diese Richtung machen will, habe ich mir meine eigene Trad-Ausrüstung zugelegt. Mittlerweile werde ich ja auch von einem Sponsor mit Friends ausgestattet.

Wars das jetzt mit dem Bouldern?

Nein, sicher nicht. Bouldern ist die Grundlage für Alles. Mein Ziel ist es mein Boulderniveau immer weiter zu steigern. Denn wenn ich mir in einer alpinen Wand schwere Züge vorstellen kann und die nötige Kraft vom Bouldern habe, dann, denke ich, kann man viel schwerere alpine Mehrseillängen erstbegehen. Man muss nur noch seine Psyche unter Kontrolle bringen. Ich bin zuversichtlich, dass in diese Richtung noch viel machbar ist und hoffe, dass ich demnächst eine entsprechende Linie finden werde, an der ich länger arbeiten muss.

Was ist inzwischen deine Lieblingsdisziplin?

Für ich gibt es keine Lieblingsdiziplin, ich versuche einfach mit den Jahreszeiten Abwechslung reinzubringen. Denn dann wird’s nicht langweilig und mit ein bisschen Planung kann man für die jeweilige Disziplin, die perfekten Bedingungen haben. Mehrseillängen im Sommer, Bouldern im Herbst und Frühjahr und sonst halt ein bisschen Sportklettern oder Tradklettern.

Welche der Routen im vergangenen Jahr war Dir persönlich am wichtigsten? Kannst Du da eine hervorheben?

Für mich waren ein paar Boulder sehr wichtig, da ich sie schon länger projektiert habe. Aber sicher war Nirwana (8c+, 7 Seillängen) in Lofer das Highlight, denn es ist eine gewaltige Linie. Ich hatte sehr viel Spaß beim Probieren und die Tour ist aufgrund der Absicherung auch mental fordernd. Unglaublich war es für mich, als ich die Tour ganz unerwartet vor dem Schnee noch durchsteigen konnte.

Wie geht es deinen Knöcheln derzeit?

Blendend. Deshalb wird ja momentan auch wieder kräftig gebouldert. Momentan bin ich an einem meiner längsten Projekte dran. Dieser Boulder ist auch ziemlich hoch und deshalb freut es mich umso mehr, dass ich schmerzfrei und ohne Angst um den Knöchel haben zu müssen abspringen kann.

Mehr zu Fabi unter fabibuhl.jimdo.com

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Autor: Petzl / Burmester
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