David Firnenburg

5 Fragen an David Firnenburg, deutscher Meister im Sportklettern

David Firnenburg wird Deutscher Lead-Meister
Foto: DAV / Thomas Schermer
Im November 2014 wurde David Firnenburg Deutscher Meister im Lead; außerdem hat er schon vier 9a-Routen klettern können. Hier beantwortet der starke David Firnenburg unsere Fragen.

 

David Firnenburg Portrait
Foto: DAV / Thomas Schermer David Firnenburg.

David, Deutscher Lead-Meister 2014 bei den Herren und den Junioren: Wie fühlt sich das an?

Ziemlich gut! Zwei Fliegen mit einer Klappe werde ich so leicht nicht mehr schlagen können. Es war mein letztes Jugendjahr. Nach vielen spannenden Jahren gehe ich nun mit einem weinenden und einem lachenden Auge in einen neuen Abschnitt über.

Kurz vor der Deutschen Meisterschaft hast du in der Fränkischen deine dritte 9a gezogen. Sieht so deine optimale Vorbereitung auf einen Wettkampf aus?

Das Wichtigste ist der Kopf. Bei den meisten Wettkämpfen dieses Jahres war ich mental gut drauf. Im Vorfeld eines Wettkampfes fahre ich das Kletterpensum runter und achte auf Qualität, also wenige, dafür schwere Meter. Hochwertige Züge am Fels können da für Auflockerung und Motivation sorgen.

Hast du das Training im letzten Jahr im Hinblick auf die Wettkämpfe periodisiert und strukturiert?

Das Training der ersten Jahreshälfte war aufs Bouldern konzentriert. In Auerbach auf dem Deutschlandcup, im Europacup und bei der EM der Junioren hat das funktioniert. Bei der DM in Friedrichshafen und der Weltmeisterschaft in München war Luft nach oben. Aber trainiert hatte ich gut. In der zweiten Jahreshälfte bin ich etwas lockerer an die Dinge herangegangen und habe mehr geklettert, wie es passt und wonach mir der Kopf stand. Im Winter gehe ich wieder einem strukturierten Training nach.

 

David Firnenburg wird Deutscher Lead-Meister
Foto: DAV / Thomas Schermer Der entscheidende Zug bei der Deutschen Meisterschaft 2014.

Schon seit einigen Jahren ist keine volljährige Frau mehr Deutsche Meisterin geworden. Woran liegt das?

Die Situation steht aus meiner Sicht für ein unnötiges Drop out, bei dem das Potenzial an jungen Talenten nicht gefördert wird. Ich reihe mich ein in kritische Stimmen wie die von Jan Hojer oder Udo Neumann. Der Verband muss sich fragen, was ihm seine Athletinnen und eine nachhaltige Talentförderung wert sind. Solange sich nicht viel tut, werden dauerhafte Spitzenleistungen weitgehend dem Zufall respektive dem Einsatz einzelner Athletinnen und ihres persönlichen Umfeldes überlassen bleiben. In Deutschland wandern große Talente ab, in Österreich wurde ein Wettkletterverband gegründet …

Welche Ziele hast du dir für 2015 vorgenommen?

Im ersten Halbjahr werde ich mich aufs Bouldertraining konzentrieren und hoffe, dass ich auf dem ein oder anderen europäischen Weltcup starten darf. Danach möchte ich außereuropäisch an den Fels gehen. Vielleicht findet sich ja auch mal die Zeit für einen Bigwall.

David Firnenburg

Jahrgang 1995, lebt mit seinen Eltern und Ruben, seinem Bruder und Haupt-Kletterpartner, in Hannover. 2014 wurde er Jugend-Europameister im Bouldern und gewann die Gesamtwertung des European Youth Cup. Mit The Elder Statesman konnte er am 22. November bereits seine vierte 9a punkten.


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18.02.2015
Autor: Steffen Kern
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Ausgabe 01/2015