Barbara Zangerl: Interview + Trainingstipps fürs Klettern

Training & Taktik – Klettertipps von Barbara Zangerl

Barbara Zangerl gehört zu den ganz starken Kletterinnen. Hier gibt sie Tipps zum Thema Klettertraining und Taktik.

Fotostrecke: Vom Bouldern bis Alpinklettern: Bilder von Barbara Zangerl

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klettern Barbara Zangerl Kletterprofi Tirol Foto: Reinhard Fichtinger
klettern Barbara Zangerl Kletterprofi Tirol Foto: Radek Capek
klettern Barbara Zangerl Kletterprofi Tirol Foto: Reinhard Fichtinger

 

klettern Barbara Zangerl Kletterprofi Tirol
Foto: Reinhard Fichtinger Gerade in boulderlastigen Routen wichtig: Eine gute Balance aus Kraft und Ausdauer.
  • Früher, als ich nur beim Bouldern war, trainierte ich im Winter dreimal in der Woche in der Halle oder wenn möglich draußen am Fels. Bis wieder Haut auf den Fingern war und Power im Körper, brauchte ich einfach die Pause zwischen den Einheiten.
  • Beim Sportklettern ist das ganz anders. Im Winter bin ich jetzt vier bis fünfmal in der Halle beim Routen spulen. Das ist einfach nicht so intensiv und man kann schneller regenerieren.
  • Meistens starte ich aber dennoch die Trainingssaison mit Bouldern. Das mache ich für etwa sechs Wochen und erst danach geht es an die Ausdauer, das mache ich noch einmal sechs Wochen. Nach rund drei Monaten in der Halle verlegt sich das Ganze dann an den Fels.
  • Bouldern bringt für das Sportklettern und in Mehrseillängenrouten extrem viel, weil man die einzelnen Boulderpassagen einfach schneller und besser lösen kann. Ich glaube sogar, dass es ohne Bouldern fast unmöglich ist, sich auf Dauer zu steigern.
  • Beim Bouldern in der Halle kann man die Technik (Fußtechnik, Bewegungen, dynamisches Klettern) sicher besser trainieren. Da kann man sich die Griffe und Tritte selbst zusammenstellen. Beim Routenklettern klettert man meistens die Route, die vorgegeben ist.
  • Mit Beweglichkeit kann man sich bei vielen Kletterstellen einen Vorteil herausholen und spart vor allem Kraft. Hat man mehr Kraft, braucht man auch weniger Beweglichkeit. Hat man beides, ist das sicher das Beste für alle Bereiche des Kletterns.
  • Beim Klettern in Mehrseillängenrouten checke ich die einzelnen Längen zuerst aus und schaue, wie weit ich komme. Es war schon oft so, dass ich es am ersten Tag nicht gleich geschafft habe bis zum Ausstieg zu kommen. Aber wenn ich zwei, dreimal in die Route eingestiegen bin, dann schaut es meistens schon besser aus und ich kann zumindest alle schwierigen Passagen klettern. Hat man diesen Punkt einmal erreicht, ist es eigentlich nur mehr eine Frage der Zeit, bis man das Projekt durchsteigen kann.

Fotostrecke: Fotostrecke: Barbara Zangerl klettert Traumroute "Delicatessen" (8b) auf Korsika

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Barbara Zangerl klettert Delicatessen (8b) auf Korsika Foto: Klaus Dell’Orto / adidas Outdoor
Barbara Zangerl klettert Delicatessen (8b) auf Korsika Foto: Klaus Dell’Orto / adidas Outdoor
Barbara Zangerl klettert Delicatessen (8b) auf Korsika Foto: Klaus Dell’Orto / adidas Outdoor
05.12.2012
Autor: Ralph Stöhr / Barbara Zangerl
© klettern
Ausgabe 09/2012