Unfall-Ursachen beim Klettern

Unfall-Beispiel 2: Den Daumen auf der Bremse...

"Ein junger starker Kletterer sichert seinen Freund im neunten Schwierigkeitsgrad..." - In diesem Unfallbeispiel wird ein anderer verbreiteter Fehler verhängnisvoll.

Fotostrecke: Sicherheit beim Klettern - die häufigsten Fehler

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Fehler beim Sichern in der Kletterhalle Foto: Georg Sojer / DAV
Fehler beim Sichern in der Kletterhalle Foto: Georg Sojer / DAV
Fehler beim Sichern in der Kletterhalle Foto: Georg Sojer / DAV

Unfallhergang:
Ein junger Kletterer sicherte seinen Freund in einer Route im neunten Schwierigkeitsgrad. Bei einem Dynamo nach einem langen Hakenabstand stürzte der Vorsteiger und landete ungebremst 10 Meter tiefer auf dem Hallenboden. Dank Fallschutzboden zog er sich „nur“ zwei Sprunggelenksfrakturen zu. Gesichert wurde mit Cinch, der Sichernde hatte keine Verbrennungen an den Händen.

Unfall-Ursache:
Beim schnellen Seilausgeben müssen die meisten Halbautomaten, also auch das Cinch, „aufgehalten“ werden, damit die Blockierfunktion nicht greift. Stürzt der Vorsteiger in diesem Moment, wird das Gerät vom Sichernden oft reflexartig in dieser Stellung fixiert. Entscheidend ist, dass besonders Halbautomaten so bedient werden, dass auch beim Aufhalten das Bremsseil in der Bremshand liegt und dass das Gerät durch den Sturzruck trotzdem blockiert. Besonders das Cinch zeigt hier eine extrem heikle Bedienung, was neun Unfälle mit diesem Gerät belegen.

Muster:
Halbautomat beim Seilausgeben offen gehalten – Bremsseil nicht in der Bremshand – reflexartig wird das Gerät in der Position umklammert und „offen“ gehalten.

Lösung:
Einige Halbautomaten besitzen fatale Fehlbedienungsmöglichkeiten. Ein Gerät, das sich gut bedienen lässt und den menschlichen Reflexen entspricht, und natürlich eine korrekte Bedienung sind zur Unfallprävention notwendig. Zu empfehlen sind GriGri, Smart oder Click-Up.

Partnercheck und Co - Aktion sicher klettern in der Fotostrecke:

Autor: Semmel / Burmester
© RoadBIKE
Ausgabe 10/11/2011