Sicherheit: Verschlusskarabiner

Welcher Verschlusskarabiner für welchen Zweck?


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Verschlusskarabiner fürs Klettern
Foto: Redaktion klettern

 

Verschlusskarabiner Sicherheit © Georg Sojer
Foto: Georg Sojer

 

Verschlusskarabiner Sicherheit © Georg Sojer
Foto: Georg Sojer

 

Verschlusskarabiner Sicherheit © Georg Sojer
Foto: Georg Sojer

 

Verschlusskarabiner Sicherheit © Georg Sojer
Foto: Georg Sojer
Die DAV-Sicherheitsforschung hat die Sicherheit von Verschlusskarabinern für verschiedenen Einsatzzwecke kategorisiert. Hier gibt es den Überblick.

In Panorama 2 / 2014 wurde eine detaillierte Aufstellung der Sicherheitskategorien verschiedener Verschlusskarabiner-Typen veröffentlicht. Wir haben bei Florian Hellberg von der DAV-Sicherheitsforschung nachgefragt, was es damit auf sich hat. Die im Panorama veröffentlichte Überblicks-Tabelle findet sich am Ende dieser Seite zum Download, die Einzelfälle oben in der Fotostrecke. Herzlichen Dank an Illustrator Georg Sojer.

Florian, wozu braucht es eine neue Einteilung der Verschlusskarabiner?

In letzter Zeit kam ein ganzer Schwung Karabiner mit teils völlig neuen Verschlusstypen auf den Markt. Die Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Öffnen ist aber nicht bei allen gleich groß. Ganz konkret sind schon Unfälle passiert, weil die Karabiner nicht optimal eingesetzt wurden.

Wie hilft euer neues System da weiter?

Die neue Typisierung bietet uns ein Grundsystem, in das auch neue Karabinertypen eingeordnet werden können. Wir nehmen als Kriterium zum Beispiel nicht mehr her, ob ein Karabiner selbstverriegelnd ist oder nicht, sondern betrachten stattdessen, wie gut er gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen und Aushängen des Seils gesichert ist. Das macht sich daran fest, wie viele Bewegungen nötig sind, um ihn zu öffnen, und wie schwierig es ist, diese Bewegungen gleichzeitig auszuführen.

Ihr gebt für die verschiedenen Typen auch an, wofür sie jeweils geeignet sind. Neu ist, dass diese Eignung ebenfalls fein abgestuft ist. Warum das?

Wir hatten erst ein Schema, bei dem es nur zwei Einteilungen gab: Entweder ein Verschlusskarabiner ist zum Beispiel zum Selbstsichern am Standplatz geeignet oder nicht. Nun haben wir ein Ampelsystem mit fünf Stufen von optimal geeignet bis ungeeignet entwickelt, um dem Anwender je nach seinem Sicherheitsbedürfnis etwas Spielraum zu lassen. Wir haben im „Panorama“ beispielhaft acht Anwendungen aufgezählt, aber das lässt sich im Grundsatz auch grob so vereinfachen, wie es in der Tabelle dargestellt ist.

(Anm.d.Red.: Die einzelnen Anwendungsfälle sind in der Fotostrecke oben aufgeschlüsselt)

Worauf muss der Anwender sonst noch achten?

Generell bieten die Verschlusssysteme nur dann die gewünschte Sicherheit, wenn sie einwandfrei funktionieren: Der Schnapper muss komplett schließen, die Verriegelung leicht gängig sein und durch den Verschleiß dürfen keine scharfen Kanten entstanden sein. Wenn der Verschluss nicht funktioniert, ist der Karabiner kein Verschlusskarabiner mehr!

Soll diese Typisierung irgendwann in eine neue Norm einfließen?

Das ist noch Zukunftsmusik. Denkbar wäre es aber, so dass Hersteller in Zukunft dann beim Verschlusskarabiner angeben müssten, welcher Sicherheitsstufe er angehört.

Danke, Florian!

 

Florian Hellberg DAV Sicherheitsforschung
Foto: Archiv Hellberg

Florian Hellberg
Jahrgang 1981, hat technische Physik studiert, ist Mitglied im Lehrteam für staatlich geprüfte Berg- und Skiführer und arbeitet seit 2007 bei der DAV Sicherheitsforschung.

Zum Download: Übersichtstabelle zur Sicherheit von Verschlusskarabinern

Mit freundlicher Genehmigung vom DAV Panorama!

Download: Tabelle Sicherheits-Kategorisierung Verschlusskarabiner

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26.05.2014
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 05/2014