Kletterseil: Handhabung und Aufschießen

Krangel nein danke

Wer bereits ein neues Seil erlebt hat, weiß: Ein Seil muss man erst einmal durchziehen, bevor es sich Knoten- und Krangelfrei benutzen lässt.

 

Von der Rolle: Erst einmal vorsichtig abwickeln.

Neue Autos muss man einfahren. Neue Seile muss man ausfahren. Ahem, beziehungsweise: Zumindest einmal der Länge nach lockern, um aus der Produktion mitgebrachten Drall und Krangel zu entfernen.

So geht's:

Das fabrikneue Seil will zunächst einmal richtig ausgepackt werden. Dann sollte man das aufgerollte Seil beim ersten Mal zunächst geduldig wieder abrollen (siehe Bild), dann am besten einmal über die ganze Länge durch die Hand ziehen, ehe man es zum ersten Mal benutzt. Keinesfalls sollte man das aufgerollte Seil einfach hinschmeißen und versuchen, von einem Ende zum anderen durchzuziehen – Seilsalat und eine erstaunliche Krangelbildung wären die Folge.

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Wer keinen Seilsack benutzt, kann das Seil wie in der Fotostrecke gezeigt aufschießen. Mit dem Seilsack reduziert sich die Gefahr der Krangelbildung schon beträchtlich. Nutzt man aber stets das oben liegende Ende zum Vorstieg und lässt dann ab, kommt es auch hier zu Krangeln. Deshalb sollte man gelegentlich das Seil komplett durch den Umlenker ziehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass dabei das andere Seilende auch einmal nach oben zu liegen kommt. Dadurch werden beide Seilhälften gleichmäßig genutzt und der Verschleiß besser verteilt.

 

Beim Hersteller kommt das Seil meist auf die Rolle.

Beim Sichern mit dem Halbmastwurf, noch mehr aber beim Ablassen oder gar Abseilen, treten vermehrt Krangel auf. Beim Ablassen führt man deshalb das Seil von oben in den Halbmastwurf, zum Abseilen verwendet man besser ein Abseilgerät. Wer übrigens in der Seilschaft unterschiedliche Sicherungs- und Abseilgeräte benutzt, muss ebenfalls mit vermehrter Krangelbildung rechnen. Dies tritt besonders stark auf, wenn einerseits Achter oder HMS-Sicherung verwendet werden, bei der das Seil stets einen gewissen Drall abbekommt, und andererseits ein Gerät nach dem Stichtprinzip oder das Grigri benutzt wird, bei dem das Seil ohne Verwindung durchläuft.

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23.02.2009
Autor: Ralph Stöhr
© klettern