Gefährliche Fehler beim Sichern

Sicher in der Kletterhalle: die 7 Todsünden


Zur Fotostrecke (18 Bilder)

Sicher in der Kletterhalle - 7 Todsünden
Foto: Ralph Stöhr

 

Foto: Ralph Stöhr

 

Foto: Ralph Stöhr

 

Foto: Ralph Stöhr

 

Foto: Ralph Stöhr
Klettern in der Kletterhalle ist sehr sicher - solange man alles richtig macht. Doch diese 7 Fehler kommen leider immer wieder vor.

Man kann es belächeln. Was, bitteschön, soll denn am Klettern in der Kletterhalle unsicher sein? Weder Steinschlag, Wettersturz noch ausbrechende Griffe oder Tritte bedrohen uns in den zeitgemäßen Kletter- und Boulderhallen.

Die Gefahren in Kletterhallen sind leider heimtückischer und versteckter. Laut Unfallstatistik der DAV-Sicherheitsforschung landeten in den Jahren 2012 und 2013 in 31 untersuchten Kletterhallen 45 Kletterer so auf dem Boden, dass ein Notarzt erforderlich war. Erstaunlich ist, dass es zudem viele glimpflich ausgehende Bodenstürze gibt, weil doch noch eine gewisse Bremswirkung durch Seilreibung gegeben ist oder in letzter Sekunde eine Bremsreaktion des Sichernden erfolgt.

Eine Unfallrate von 0,023 pro 1000 Stunden Kletterhallenbesuch ist ja nicht so hoch, sagen die einen. Pro Jahr mehr als ein Schwerverletzter pro Halle ist nicht akzeptabel, sagen die anderen. Nicht einbezogen in diese Zahlenspiele sind die glimpflich ausgegangenen „Bodenleger“ und die Unfälle, nach denen sich der Betroffene humpelnd aus der Halle entfernt oder der Sichernde schamvoll mit verbrannten Händen davonschleicht.

 

Sicher in der Kletterhalle - 7 Todsünden
Foto: Ralph Stöhr Wenn man alles richtig macht, ist Klettern in der Kletterhalle sehr sicher.

Warum ist Klettern in der Kletterhalle gefährlich?

In der Kletterhalle befinden sich die Zwischensicherungen - also Expressen, in die das Seil eingeklippt wird - meist in einer geraden Linie. Somit tritt sehr wenig Seilreibung auf und es kommt mehr Sturzenergie beim Sichernden an. Zudem stehen Sichernde oft dicht gedrängt Schulter an Schulter an den Einstiegen, mit Flipflops bekleidet auf glattem Betonboden direkt unter ihren Vorsteigern. Warum dies gefährlich sein kann, erklären wir in der obenstehenden Fotostrecke

Auch wirkt in der Kletterhalle alles so easy – alle Meter ein Haken, überall Griffe. Klar, da ist die Hemmschwelle niedrig. Hochklettern kann jeder, nur leider beherrschen viele das Sichern nicht. Oft wird angenommen, wenn man das Seil vorwärts und rückwärts durch ein Sicherungsgerät schieben kann, könne man sichern. Und schließlich wurden beim Ablegen des Toprope-Scheins ja auch ein paar Fallversuche gehalten. Aber Erfahrung im Halten unerwarteter Stürze ohne Hintersicherung fehlt. Dieses Training ist wichtig, um die nötige Routine aufzubauen und sich die richtigen Reflexe anzugewöhnen.

Gefahren beim Sichern erkennen und entschärfen

Macht man alles richtig beim Sichern und meidet die oben aufgelisteten und in der Fotostrecke gezeigten Fehler, ist das Risiko beim Klettern in der Kletterhalle tatsächlich minimal. Das Problem ist tatsächlich aber, dass die Gefahren nicht gekannt oder erkannt werden. Zum einen aus Unwissenheit, zum anderen, weil die Hallen eine so trügerische Sicherheit suggerieren: warm, trocken, alles genormt. Außer der Mensch, der sich darin vergnügt.

Auf der nächsten Seite: Risiko Nummer Eins - Sicherungsfehler

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Richtig Sichern mit Tubes (ATC, Smart, Mega Jul, Click Up)

18 Bilder
Richtig Sichern mit ATC Foto: Bernardo Gimenez
Richtig Sichern mit Tubes Foto: Volker Leuchsner
Richtig Sichern mit Tubes Foto: Volker Leuchsner

11.02.2015
Autor: Ralph Stöhr
© klettern